Lokalsport

VfL rätselt über eigene Stärke und den Gegner

Turnen Der 71:6-Auftaktsieg der Kirchheimer in der 3. Liga über Aufsteiger TG Pfalz kann wohl nicht als Gradmesser für die neue Saison gelten. Von Heiko Paul

Die Kirchheimer um Julian Hausch wussten nicht nur an den Ringen zu überzeugen. Foto: Markus Brändli
Die Kirchheimer um Julian Hausch wussten nicht nur an den Ringen zu überzeugen. Foto: Markus Brändli

Das Projekt Wiederaufstieg ist erfolgreich angelaufen. Die Turner des VfL Kirchheim haben zum Auftakt der Drittliga-Saison einen beeindruckenden Sieg gefeiert. Mit 71:6 Sore-Punkten deklassierten sie das Team der TG Pfalz und grüßen nach dem ersten Wettkampftag von der Tabellenspitze.

Was zum höchsten Kirchheimer Sieg seit Einführung des Score-Punkte-Systems geführt hat, war hinterher die große Frage: Waren die VfL-Turner nun so gut oder der Gegner schlichtweg außer Form? Sicherlich beides. So oder so treffen die Kirchheimer auf die ganz harten Brocken der Liga ohnehin erst zum Saisonende, zum Beispiel die KTV Straubenhardt II, immerhin Unterbau des deutschen Serienmeisters. Bis dahin sollten die Teckstädter auf jeden Fall ihre weiße Weste behalten, wenn es mit dem Erreichen des Aufstiegsfinales im Dezember in Ludwigsburg klappen soll.

Kontinuität als Trumpf

Lange und intensiv hatten sich die Kirchheimer auf den ersten Wettkampf vorbereitet, schließlich soll am Ende der Saison der erneute Aufstieg in die zweite Bundesliga stehen. Wichtiger Vorteil der Kirchheimer: Sie sind ein eingeschworenes Team, das nach dem Abstieg zusammengeblieben ist. Keiner hat die Mannschaft verlassen, obwohl der ein oder andere auch für höherklassige Vereine eine Verstärkung gewesen wäre. Auch die Unterstützung von Trainer Herbert Leikov, der vor vielen Jahren die Kirchheimer Turn-Frauen in die erste Bundesliga geführt hatte, tut der Mannschaft gut.

Pfälzer sehen kein Land

Bei der allerersten Bodenübung der neuen Saison ging zwar noch ein Doppelsalto von Manuel Hofmann daneben - was letztendlich den Gästen ihre ersten zwei Score-Punkte in der neuen Liga einbrachte. Doch im weiteren Verlauf des Wettkampfs sahen sie nicht nur am Boden kein Land mehr. Benjamin Leitner holte mit einer sicheren Übung auf dem sogenannten Moskau-Boden die ersten fünf Score-Punkte, Yasin El Azzazy mit seiner spektakulären Übung die nächsten vier. Die Übung von Marcus Bay bewerteten die Kampfrichter sogar noch höher, noch einmal fünf Score-Punkte flossen auf das Kirchheimer Konto.

Fehlerlos agierte das Kirchheimer Quartett Julian Hausch, Henning Weise, Manuel Hofmann und der glänzend aufgelegte Marcus Bay am Pauschenpferd. Insgesamt elf Score-Punkte für die Heimmannschaft und null für die Gäste sprachen eine deutliche Sprache.

Einen Schockmoment erlebten die rund 100 Zuschauer dann bei der Ringeübung von Henning Weise. Der Kirchheimer Spezialist an diesem Gerät stürzte beim Abgang schwer auf Schulter und Rücken und lag zunächst regungslos auf der Matte. Kurz darauf berappelte er sich wieder, der Wettkampf war für ihn aber zu Ende.

Dass auch dieses Gerät klar an die Kirchheimer mit Yasin El Azzazy, Julian Hausch, Marcus Bay und eben Henning Weise ging, zeigt die Stärke des Teams.

Weiter ging die VfL-Turndemonstration am Sprung. Manuel Hofmann, Yasin El Azzazy, Manuel Halbisch und Marcus Bay hatten deutlich schwierigere Sprünge zu bieten als ihre jeweiligen Gegner. Insgesamt 15 weitere Score-Punkte waren der Lohn.

Moritz Pohl eröffnete den Reigen der Barrenübungen und fuhr vier Score-Punkte ein. Yasin Al Azzazy hatte einen geringfügig stärkeren Gegner, Julian Hausch und Marcus Bay waren hingegen ihren Kontrahenten im direkten Duell deutlich überlegen.

Ein unverändertes Bild zum Abschluss am Reck: Moritz Pohl, Yasin Al Azzazy, Julian Hausch und Markus Bay zeigten fehlerlose Übungen, sodass der Kirchheimer Punktestand auf 71 Zähler anwuchs. Die TG Pfalz hatte gerade mal sechs Pünktchen gesammelt.

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