Lokalsport
VfL und Weilheim ohne Kratzer

Fußball-Bezirksliga Beide Teams bleiben auch am dritten Spieltag ungeschlagen. Der TSV Jesingen erkämpft sich zu Hause einen Punkt gegen Ebersbach. Von Walter Rau

Sofern man nach drei Spieltagen davon sprechen kann, zeichnet sich in der Fußball-Bezirksliga bereits ein Zwei-Klassen-Trend ab. Hinter einem verlustpunktfreien Führungs-Quartett reihen sich der VfL Kirchheim und der TSV Weilheim nach den gestrigen (Teil-) Erfolgen auf Platz fünf und sechs – ebenfalls noch ungeschlagen – als erste Verfolger ein. Der VfL erledigte seine Auswärtsaufgabe bei Aufsteiger TSV Harthausen mit etwas Spielglück am Ende souverän mit 3:0. Nach Startproblemen kamen die Blauen nach einer halben Stunde ins Rollen und folgerichtig zum Führungstreffer durch ein Eigentor. Pascal Schwickert traf kurz danach lediglich den Pfosten.

„Wir müssen früher das 2:0 machen. So mussten wir noch eine Drangphase von Harthausen überstehen, ehe wir den Sack zu machen konnten“, meinte VfL-Trainer Armin Ohran. Tatsächlich musste Kirchheims Keeper Nico Nagel wieder seine Elfmeterkiller-Qualitäten unter Beweis stellen, als er den Strafstoß von Srdan Savic mit einem tollen Reflex an den Pfosten lenkte (62.). „Gefühlt hält Nico mehr Elfer, als er kassiert“, ist Ohran stolz auf seine Nummer eins. Tatsächlich hat Nagel den vierten Elfer in Folge pariert. Mit Kampfgeist überstand der VfL die kurze Drangphase der Gastgeber, um am Ende mit zwei toll herausgespielten Kontern einen verdienten Haken an den Auswärtssieg zu setzen.

Ebenfalls zufrieden mit der Leistung der Seinen war Weilheims Coach Marcel Geismann. „Das war heute ein tolles Spiel von beiden Seiten. Viel Fußball, wenig drumherum. Eine gute Leistung von uns, der Punkt in Plochingen schmeckt mir gut.“ Morris Maier brachte die Limburg-Kicker auf dem Pfostenberg früh in Führung, doch Plochingen glich noch vor der Pause aus. Der Lucky Punch lag für beide Seiten nach dem Seitenwechsel in einem intensiven Spiel in der Luft. Schlussendlich blieb es beim verdienten 1:1. Auch weil Weilheims eingewechselter Angreifer Zakarias Zeboudj eine große Chance kurz vor Schluss freistehend vergab. „Jetzt kommt mit Harthausen ein Gegner, den wir zu Hause schlagen sollten,“, gibt Geismann die Marschrichtung vor.

Bereits am Freitagabend musste sich der TV Neidlingen Vorwärts Faurndau zu Hause mit 1:2 geschlagen geben. Die Partie wurde wegen des Inliner-Rennens im Reußensteinort vorverlegt. „Mit etwas Glück wäre ein Punkt drin gewesen, aber Faurndau war den Tick besser und abgeklärter“, gab TVN-Spielleiter Steffen Kuch zu. Psychologisch ungünstig fiel das 0:2 kurz vor dem Halbzeitpfiff. Kurz zuvor vergab Ertogrul Demirtas die große Chance zum Ausgleich. „Das war der Knackpunkt. Beim 0:2 war auch Glück dabei, als der Ball nach einem geblockten Freistoß dem Spieler vor die Füße fiel“, so Kuch weiter.

Verletzungssorgen plagen die Neidlinger weiterhin. Markus Sekan musste angeschlagen vom Feld. Für ihn musste Dennis Heilemann ran, obwohl er sich unter der Woche im Training leicht gezerrt hatte. „Wir müssen beißen und dranbleiben. Das Spielglück war heute einfach nicht auf unserer Seite,“ meinte Neidlingens Trainer Patrick Kölle, verantwortlich für den Neidlinger Anschlusstreffer kurz vor Schluss. Am nächsten Spieltag geht die Reise zu Spitzenreiter Eislingen.

Jesingen dreht Rückstand

Gut erholt nach der 2:7-Klatsche in Esslingen zeigte sich der TSV Jesingen ebenfalls am Freitagabend beim 3:3 gegen Titelmitfavorit und Landesligaabsteiger SV Ebersbach. Mit schönen Spielzügen drehten die Gerstenklopfer einen frühen Rückstand in eine 2:1-Führung. Eine weitere Standardsituation zum 2:2 in der vierten Minute der Nachspielzeit rettete Ebersbach in die Pause. In der zweiten Halbzeit waren dann die Gäste am Drücker und konnten am Ende durch Marius Nigl noch verdient ausgleichen, nachdem Jesingens Goalgetter Kevin Sen mit seinem zweiten Treffer überraschend auf 3:2 erhöht hatte (72.). „Das war ein verdienter Punktgewinn und eine gute Reaktion nach der Pleite in Esslingen. Die Schwerpunkte im Training haben gefruchtet“, stellte Jesingens Trainer Matteo Casisi fest. „Jetzt geht es mit Selbstvertrauen nach Donzdorf, wo wir noch eine Rechnung vom 0:5 aus der Vorsaison offen haben“, ergänzte Abteilungsleiter Thomas Reinöhl.


Elf Toren in Oberboihingen

Mit Eislingen und Esslingen stehen zwei Teams nach Punkten und Toren gleich an der Tabellenspitze. Ebenfalls die Optimalausbeute von neun Zählern weisen Faurndau und Köngen vor, das einen zweimaligen Rückstand in einen 4:3-Heimerfolg gegen Denkendorf umbog. „Unser Ziel bleibt der Klassenerhalt. Wir wollen hier etwas aufbauen“, sagt Cesare D’Agostino, der nach sechseinhalb Jahren Schlierbach einen gelungenen Einstand als Faurndauer Trainer feiert.
Rekordverdächtig war die Halbzeit von Aufsteiger TSV Oberboihingen beim 7:4 Schützenfest gegen Neckartailfingen. Der frühe Rückstand (3.) wurde in der selben Minute egalisiert. Danach folgte ein Sturmlauf mit fünf Treffern binnen 30 Minuten zum 6:1-Halbzeitstand. Nach dem Seitenwechsel schalteten die Hausherren zwei Gänge zurück und die Gäste kamen noch bis auf 4:6 heran, ehe Torjäger Marc Brändle mit seinem zweiten Treffer endgültig den Deckel drauf machte (86.). wr