Lokalsport

VfL-„Zweite“ profitiert vom Abbruch

Tischtennis Glück und Pech halten sich in den unterschiedlichen Ligen nach dem vorzeitigen Saisonende die Waage: Jubeln kann aber vor allem der VfL Kirchheim II, der nun zum zweiten Mal in Folge aufsteigt. Von Max Blon

Trotz Coronakrise sportlich allen Grund zur Zufriedenheit: Der VfL Kirchheim II steigt als Tabellenzweiter in die Verbandsliga a
Trotz Coronakrise sportlich allen Grund zur Zufriedenheit: Der VfL Kirchheim II steigt als Tabellenzweiter in die Verbandsliga auf. Foto: Carsten Riedl

Jetzt herrscht Gewissheit: Nachdem die Tischtennis-Saison aufgrund der Coronakrise offiziell beendet wurde, ist inzwischen auch geklärt, was mit den Teams geschieht, die zum Zeitpunkt des Abbruchs auf einem Relegationsplatz lagen. Diese erhalten nun das Recht, in der jeweils höheren Spielklasse zu spielen. Ob sie in der Liga bleiben oder eine Klasse aufsteigen wollen, bleibt demnach den betroffenen Mannschaften selbst überlassen.

Für Diskussionen sorgt diese Herangehensweise aber trotzdem. Denn teilweise steigen dadurch Mannschaften auf, weil sie vermeintlich „leichtere“ oder gar mehr Spiele als die Konkurrenz absolviert haben.

Verbandsklasse

Der VfL Kirchheim II profitiert vom Beschluss des Tischtennisverbands und schafft den Durchmarsch: Der VfL liegt auf dem zweiten Tabellenplatz, lediglich einen Zähler vor Verfolger Beinstein. Die Crux: Eigentlich hätten die Kirchheimer noch in Beinstein ran müssen. Nichtsdestotrotz ist der Aufstieg des VfL II nicht unverdient: Mit mannschaftlicher Geschlossenheit hat das Team um Manfred Scholdt erneut eine starke Saison gespielt - und steigt dadurch schon zum zweiten Mal in Folge auf.

Landesliga

Noch enger ging es in der Landesliga zur Sache: An der Spitze stehen gar drei punktgleiche Mannschaften, die alle noch gegeneinander hätten antreten müssen. Herbstmeister TSV Musberg hat nun das Nachsehen und verpasst als Dritter den Aufstieg.

Den Klassenerhalt so gut wie sicher hatte der SV Nabern auch schon vor dem Saisonabbruch. Nun landet der SVN sogar noch auf dem fünften Platz. Dahinter hat der VfL Kirchheim III das Glück auf seiner Seite: Als Achter können sich die Kirchheimer den Umweg über die Relegation sparen und bleiben in der Landesliga.

Landesklasse

An der Meisterschaft der TTF Neuhausen in der Landesklasse gab es während der Saison nie Zweifel - zu überlegen präsentierten sich die haushohen Favoriten in der gesamten Spielzeit. In ihren 14 Partien gaben sie keinen einzigen Punkt ab. „Wir hatten einen super Teamgeist in der Mannschaft, das war unser Schlüssel zum Erfolg“, zeigt sich Mannschaftsführer Sascha Bechtel hoch zufrieden.

Als Zweiter hat der TV Hochdorf die Chance, ebenfalls das Abenteuer Landesliga anzugehen. „Wir diskutierten zurzeit noch intern, aber ich denke, wir gehen hoch“, sagt Kapitän Alexander Waldinger. Über die Relegation in die Landesliga aufzusteigen, ist in der Regel sehr schwer. Die Konkurrenten aus der parallelen Landesklasse seien meist einfach besser. „Das haben die letzten Jahre deutlich gezeigt“, bekräftigt Waldinger. Der Reiz des Aufstiegs ist groß, auch wenn sich alle bewusst seien, dass ihnen vermutlich eine schwierige Saison bevorstehe. „Das ist eine einmalige Chance, die können wir eigentlich nicht verstreichen lassen“, weiß Waldinger.

Als Absteiger hatten sich schon länger die TG Donzdorf IV und der VfL Kirchheim IV herauskristallisiert. Auch wenn die vierte Mannschaft des VfL noch eine kleine Chance auf die Relegation gehabt hätte, ist der Gang in die Bezirksliga nun endgültig fix.

Bezirksliga

Die Konstellation im Bezirksoberhaus ist besonders verzwickt. Als überlegener Meister steht der VfB Oberesslingen fest. Doch dahinter duellierten sich der TSV Plattenhardt und der TSV Sielmingen - mit dem besseren Ende für die Plattenhardter. Zum Zeitpunkt des Abbruchs hatte der TSVP mit 23:7 Punkten die Nase knapp vor den Sielmingern (22:6) - aber das nur, weil der Zweite eine Partie mehr absolviert hatte. „Unser großes Ziel war zwar die Relegation, aber es ist auch nicht unverdient, dass die Plattenhardter aufsteigen“, räumt Johannes Dehn, Mannschaftsführer der Sielminger, fair ein. Gleich zweimal verlor seine Truppe gegen die direkten Konkurrenten. Und trotzdem kam der Abbruch für die Sielminger zum denkbar schlechtesten Zeitpunkt. Noch am selben Abend des Entscheidungstages hätten sie mit einem Sieg gegen den TTC Notzingen-Wellingen wieder an Plattenhardt vorbei ziehen können. Der TTC hält genauso wie der SV Nabern III und der TV Bissingen die Klasse.

Wie erwartet abgestiegen sind der TTC Esslingen und der TV Unterboihingen.

Bezirksklasse

In der Gruppe Eins steigen die SF Wernau als Tabellenzweiter auf. Die Sportfreunde hatten sich mit Meister TTC Aichtal II und dem Dritten TSV Musberg II einen spannenden Dreikampf geliefert. Wie schon nach der Vorrunde liegt Wernau nun einen Punkt vor Musberg „Der Aufstieg war immer das Ziel“, sagt SF-Kapitän Marius Schafheutle, „die Chance auf die Bezirksliga nehmen wir deshalb auf jeden Fall mit.“

Absteigen müssen Schlusslicht TTC Notzingen-Wellingen II und die TTF Neckartenzlingen III. Über den Relegationsplatz freut sich der TSV Jesingen, der damit auch nächste Saison in der Bezirksklasse aufschlagen kann.

In Gruppe Zwei sicherten sich die TTF Neuhausen III mit Abstand den ersten Tabellenplatz. Zweiter, und damit ebenfalls Aufsteiger, ist der VfL Kirchheim V.

Am unteren Ende der Tabelle stehen der TV Nellingen und die SF Wernau II als Absteiger fest.

Frauen: Landesliga

Am Ende einer turbulenten Saison haben die Damen des SV Nabern den Klassenerhalt in der Landesliga geschafft. Immerhin hatte die SG Bettringen in der Rückrunde fleißig gepunktet und war bis auf zwei Punkte an den SVN herangerückt. Da die Nabernerinnen inzwischen aber wieder auf Svenja Maurer zurückgreifen können, stehen die Chancen für die nächste Saison gut - 2018/19 wurde die Mannschaft in gleicher Besetzung schließlich noch Vierter.

Landesklasse

Der TTV Dettingen wurde dank einer starken Rückrunde hinter Meister Süßen verdient Zweiter der Landesklasse. Dass auf Platz drei der TSV Weilheim folgt, liegt dagegen am kuriosen Spielplan - gleich drei Partien mehr haben die TSVW-Damen gespielt und stehen daher vor Wendlingen und Lichtenwald.

Ärgerlich ist der Saisonabbruch dagegen für den SV Reudern: Punktgleich mit Eislingen müssen die Reuderner Damen wegen einem Zähler in die Bezirksliga absteigen.

Bezirksliga

Als Meister und Landesklasse-Aufsteiger steht der TB Neuffen fest. Der Turnerbund konnte den TV Bissingen und den TSV Jesingen auf Abstand halten.

Knapp drin bleiben der TV Hochdorf und der TV Unterboihingen, während die TTF Neuhausen/F. II absteigen müssen.

Bezirksklasse

Als Meister stand der ASV Aichwald schon vor dem Abbruch fest. Dahinter verteidigte der TV Bissingen II seinen Aufstiegsplatz vor dem VfL Kirchheim - zwar mit einem Spiel mehr, aber auch mit dem leichteren Restprogramm. Absteiger bleibt der SV Nabern II.

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