Lokalsport

Viele Sorgen und ein Comeback

Mountainbike: Christian Pfäffle beim Bundesligastart auf Formsuche – Romy Schmid kehrt zurück

Die Premiere des Bundesliga-Rennens in Titisee-Neustadt nutzt Christian Pfäffle vom MTB Teck am Sonntag als letzten Test vor der Europameisterschaft. Luca Schwarzbauer will kurzfristig über einen möglichen Start entscheiden. Ihr Bundesliga-Comeback nach langer Krankheitspause feiert dagegen Romy Schmid aus Holzmaden.

Bestreitet im Schwarzwald morgen ihr erstes Bundesliga-Rennen nach längerer Zwangspause: Romy Schmid aus Holzmaden.Foto: Thomas
Bestreitet im Schwarzwald morgen ihr erstes Bundesliga-Rennen nach längerer Zwangspause: Romy Schmid aus Holzmaden.Foto: Thomas Weschta

Titisee. Die erste Hälfte des Mountainbike-Weltcups ist abgehakt. Christian Pfäffle liegt bisher mit sieben Punkten auf Rang 29 der Zwischenwertung. Das ist ganz gewiss nicht die Ausbeute, die er sich vor der Saison zum Ziel gesetzt hat. Im Frühjahr lief es nicht rund, weil er mit seinem Coach Dominik Mikolaj dann auf den Reset-Knopf drückte, lief es auch bei den deutschen Meisterschaften zuletzt nicht wirklich gut. Der Weltcup in Lenzerheide hätte die erste echte Standortbestimmung für den Neuffener sein sollen, doch dann schickte ihn ein Konkurrent schon Ende der ersten Runde nach einem Rempler ins Gebüsch. Dass er sich davon völlig aus dem Tritt bringen ließ, ärgert ihn bis heute. „Daran muss ich arbeiten“, meint Pfäffle.

Der Lexware-Biker entschloss sich deshalb, die positiven Eindrücke der letzten drei Runden mit in die nächsten Wochen zu nehmen. Da konnte er endlich abrufen, was in ihm steckt. Weil es bei der Zeitmessung im U23-Rennen einen Computer-Crash gab, fehlen die Rundenzeiten, die das subjektive Empfinden unterstreichen. „Mit den letzten drei Runden bin ich zufrieden. Auch am folgenden Montag war ich für einen Tag nach einem Weltcup-Rennen ziemlich gut erholt“, sagt Pfäffle. „Ich hoffe, dass ich am Sonntag in Titisee-Neustadt über eine volle Distanz ein gutes Rennen zeigen kann.“

Es wird das letzte Rennen vor der Europameisterschaft in Chies d’Alpago sein und damit auch ein letzter Test. Die Nominierung ist zwar noch nicht offiziell bestätigt, doch kann man davon ausgehen, dass Pfäffle in Italien dabei sein wird.

Bei der EM fehlen wird auf jeden Fall sein Vereins- und Teamkamerad Luca Schwarzbauer in seinem ersten U23-Jahr. Ob er morgen in Titisee-Neustadt an den Start gehen wird, das wollte er mit seinem Trainer Toni Uecker erst kurzfristig entscheiden. Entscheidend wird sein, ob der Körper nach überstandener Virusinfektion die Belastung über mehrere Tage hinweg akzeptiert. „Es macht keinen Sinn, etwas übers Knie zu brechen“, sagt Toni Uecker, „sonst machen wir mehr kaputt.“ Sollte er starten, so viel steht fest, ist das Ergebnis zweitrangig.

Romy Schmid wird auf jeden Fall mit dabei sein. Auch die Holzmadenerin tastet sich nach längerer krankheitsbedingter Zwangspause wieder ans Wettkampfgeschehen heran. Kleinere Rennen liefen schon ganz ordentlich, die internationale Bundesliga-Konkurrenz dürfte derzeit vermutlich noch eine Nummer zu groß sein. Dort, wo im Winter Severin Freund und Co. von der Hochfirst-Weltcup-Schanze nach Weiten jagen, trifft sie unter anderem auf die Deutsche Meisterin Helen Grobert, die im Frühjahr mehrfach Weltklasse-Leistungen abgeliefert hat. „Ich weiß ganz genau, dass die mir alle um die Ohren fahren werden. Aber irgendwann muss ich halt mal wieder ein Bundesliga-Rennen bestreiten“, sagt Romy Schmid. „Diese Saison werde ich so nutzen, dass ich nächstes Jahr wieder voll dabei bin.“

Der Singer-Wäldercup in Titisee-Neustadt bietet sich auch deshalb als geeigneter Ort für ein Bundesliga-Comeback an, weil er von ihrem Teamchef Klaus Ketterer organisiert wird. Der hat Romy Schmid in sein Team aufgenommen und gibt ihr die Chance, nach ihren gesundheitlichen Problemen und einem längeren Auslandsaufenthalt wieder Anschluss zu finden.

Anzeige