Lokalsport

Viermal um die Erde

Segelfliegen Erst Regen, dann Hitze: Mit spannenden Flügen und abwechslungsreichen Bedingungen bis zur letzten Landung endete am Samstag der 53. Hahnweide-Wettbewerb. Von Lars Reinhold

Foto: Markus Brändli
Foto: Markus Brändli

Viermal um die Erde - mit dieser beeindruckenden Bilanz haben sich die Teilnehmer des Hahnweide-Segelflugwettbewerbs verabschiedet. Nur getragen durch thermische Aufwinde legten die Piloten an den fünf Wertungstagen insgesamt 162 490 Kilometer zurück. „Fünf Tage mit schwierigen bis sehr guten Bedingungen - damit kann man wirklich zufrieden sein“, kommentierte Sportleiter Rainer Rauch die ereignisreiche Woche.

Insgesamt 480 Mal hieß es „Start frei“: Dann zogen die Schleppflugzeuge die eleganten Segelflieger in den Himmel über der Schwäbischen Alb, von wo aus die Piloten Tagesaufgaben von bis zu 550 Kilometer zu absolvieren hatten. „Das Wichtigste ist, dass alle heil nach Hause gekommen sind, und dass es weder gefährliche Annäherungen zwischen Flugzeugen gab noch grobe Regelverstöße“, so Rauch weiter.

Claus Zeumer, zuständig für die Auswertung, zog ein positives Fazit bezüglich der neuen Abflugverfahren, die Kollisionen wie im Vorjahr verhindern sollten. „Es ist gelungen, das Feld auseinander zu ziehen, sodass es nie zu größeren Massierungen gekommen ist.“ Da jedes Flugzeug mit einem GPS-Logger ausgestattet war, konnte die Wettbewerbsleitung alle Flüge genau analysieren und feststellen, wo sich Teilnehmer nahe gekommen sind. „Da war alles im grünen Bereich“, so Zeumer weiter.

Bereits beim Eröffnungsbriefing hatte Rainer Rauch die Sportler auf einen fairen und sicheren Wettbewerb eingeschworen. Es gehe um einen freundschaftlichen Vergleich, bei dem der Spaß am wichtigsten sei, sagte er und erntete dafür Applaus von den Teilnehmern.

Doch der Hahnweide-Wettbewerb war auch so bis zum letzten Tag überaus spannend. Selbst wenn in manchen Klassen starke Piloten schon früh ordentliche Punktvorsprünge in der Gesamtwertung herausfliegen konnten, stand die Entscheidung in mancher Klasse erst mit den letzten Landungen fest.

In der Standardklasse holte sich der Australier Matthew Scutter überlegen den Sieg - an vier Tagen hatte er alle Konkurrenten hinter sich gelassen. „Bereits am zweiten Trainingstag habe ich gemerkt, dass ich wirklich gut drauf bin“, sagte der 28-Jährige. „Aber dass es so gut laufen würde, hätte ich mir nicht erträumt.“ Auch wenn es „nur“ ein Vereinswettbewerb sei, habe der Hahnweide-Wettbewerb ein internationales Renommee. „Wer hier vorne dabei ist, gehört wirklich zu den Top-Piloten“, so Scutter.

In der 15-Meter Klasse reichte es für Steffen Schwarzer vom Luftsportring Aalen mit guten Platzierungen über den gesamten Wettbewerb zu Rang 1. Hauchdünn war die Entscheidung in der 18-Meter-Klasse: Reinhard Schramme vom Luftsportverein Rinteln (Niedersachsen) siegte mit einem hauchdünnen Vorsprung vor Mario Kiessling, der beim Ausrichter, der Fliegergruppe Wolf Hirth, aktiv ist. Kiessling nahm es sportlich: „Mit der bescheidenen Platzierung am ersten Wettbewerbstag war es schwierig, wieder nach vorne zu fliegen. Auch wenn ich zwei Tagessiege und zwei zweite Plätze herausholen konnte, hat es nicht gereicht.“ Die Offene Klasse gewann Felipe Levin vom Luftsportverein Homberg (Hessen), in der Doppelsitzer-Klasse siegten Norbert Sommer und Franz Gall von der Luftsportgemeinschaft Breitscheid.

Alle Platzierungen sind abrufbar auf der Homepage www.wettbewerb.wolf-hirth.de/wertung

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