Lokalsport

Vom Gerücht zum Sommermärchen

Warum Cacau 2011 doch kein Weilheimer wurde

Kein vorweg genommener April-Scherz: Fußball-Profi Cacau (35) wird Weilheimer Neu-Bürger. Dies besagte jedoch keine offizielle VfB-Presseerklärung, sondern lediglich ein sich in der Limburgstadt hartnäckig haltendes Gerücht vor knapp fünf Jahren. Demnach hatte der Nationalspieler ein passendes Wohnhaus in bester Egelsberg-Lage bereits käuflich erworben.

Weilheim. Im Sommer 2011 war‘s: Cacau, Super-Star des Fußball-Bundesligisten VfB Stuttgart, hat sich entschieden – für Weilheim/Teck als künftigen Wohnort. Bei der Suche nach einem passenden Wohnhaus fiel die Wahl auf ein Objekt in gehobener Wohnlage auf dem Egelsberg, wo gute Weitsicht, schöne Höhenlage und beste Autobahnanbindung große Standortvorteile sind. Als Cacau bei einem Vor-Ort-Termin mit dem Hausverkäufer im Römersteinweg dann auch noch angeblich gesichtet wird, ist das Gerücht für viele Weilheimer kein Gerücht mehr. Der feste Glaube, dass Cacau samt Ehefrau Tamara und den Kindern Levi und Lidia bald nicht mehr Korber, sondern Weilheimer sind, ist da – und ihr Umzug steht kurz bevor.

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Bis heute erzählen sie sich im Weilheimer Städtle, welchen Hype das Gerücht um Cacau damals auslöste. „Viele glaubten an Cacaus Umzug nach Weilheim wirklich“, erinnert sich Stefan Hein vom TSV Weilheim, „es gab ja auch einige Hinweise darauf. Alles war sehr glaubhaft, auch die Wahl des angeblich ausgesuchten Hauses“. Hein hatte die Cacau-Meldung sonntags bei einem Fußballspiel von Zuschauern erfahren und wurde rechtschaffen überrascht wie jeder, der zum ersten Mal davon erfuhr. Nicht ahnen konnte er damals, dass das Weilheimer Sommermärchen schon bald zur unendlichen Geschichte ausufern sollte. „Das Gerücht hielt sich danach monatelang in Weilheim“, berichtet Hein.

Selbst nach den großen Schulferien blieb das Thema um Cacaus Umzug vom Rems- ins Lindachtal ein heißer Diskussionsstoff, der die Gemüter bewegte. Und Autos: Als die Neugier im Städtle immer größer wurde, notierten Anwohner des Römersteinwegs in ihrer Straße ab und an ein erhöhtes Verkehrsaufkommen, weil Väter ihren Kindern zeigen wollten, wo und wie der 23-fache Nationalspieler künftig wohnt. Ein besonders kecker Zeitgenosse soll einmal sogar ausgestiegen sein, um nach dem Namensschild von Cacaus Familie zu schauen. Als er keines fand, klingelte er trotzdem – um sich sogleich zu wundern, dass plötzlich nicht der dunkelhäutige Fußballstar, sondern ein älterer Herr vor ihm stand.

Alexander Hübbe, Trainer der Weilheimer Landesliga-Fußballer und Egelsberg-Bewohner, war vom Gedanken, einen hochprominenten Nachbarn zu bekommen, damals fasziniert. „Eine Zeit lang habe ich tatsächlich daran geglaubt, dass Cacau auf den Egelsberg ziehen wird“, sagt er mit Blick zurück. Doch so wie ihm erging es vielen Weilheimern während des Sommermärchens im Jahr 2011.

Cacau selbst, der derzeit Hospitant an der Sportschule Nellingen-Ruit ist und auf dem Weg zum DFB-Fußballlehrer, hatte vom angeblich bevorstehenden Umzug nach Weilheim im Herbst 2011 erfahren und danach umgehend dementiert. „Ich hatte keinerlei Pläne damals, den Wohnort zu wechseln“, unterstrich er in Ruit nochmals. Wie das Umzugsgerücht über ihn ins Rollen kam, weiß er bis heute nicht. Doch genauso wie die Weilheimer kann er im Nachhinein nur schmunzeln darüber. „Ich weiß, dass viele Weilheimer gedacht haben, ich würde in ihre Stadt ziehen“, sagte er in Ruit.