Lokalsport

Vom Tal der Tränen auf zu neuen Höhen

Die Fußballer des AC Catania Kirchheim streben in der kommenden Saison den direkten Aufstieg in die Kreisliga A an

Noch hat die Fußballsaison nicht begonnen, da mausert sich eine Mannschaft bereits zum Topfavoriten der Kreisliga B, Staffel 6: Der AC Catania Kirchheim hat nach ausgebliebenem Spielerexodus und dank gezielter Neueinkäufe demnächst eine Truppe zusammen, die höheren Liga-Ansprüchen genügt.

Spielertrainer Michel Forzano (vorne) bleibt, die Favoritenrolle kommt: Der AC Catania zählt weiterhin zu den Größen der Kreisli
Spielertrainer Michel Forzano (vorne) bleibt, die Favoritenrolle kommt: Der AC Catania zählt weiterhin zu den Größen der Kreisliga B.Foto: Genio Silviani

Kirchheim. Tagelang fühlten die Spieler des AC Catania in ihren Köpfen gähnende Leere – Nachwehen des per 7:8-Niederlage im Relegations-Endspiel gegen den TV Bempflingen verspielten Kreisliga-A-Aufstiegs. „Das ist bitter, wenn man wegen eines einzigen verschossenen Elfmeters nicht aufsteigen darf“, rekapitulierte Trainer Michel Forzano die Schrecksekunde in Frickenhausen, die der Vorzeige-Saison mit dem Gewinn der Vizemeisterschaft doch noch einen dunklen Flecken verpasst hatte. Der Catania-Schock saß tief, doch das war vor zwei Wochen. Inzwischen blicken Spieler, Fans und Funktionäre erwartungsfroh auf die kommende Saison 2015/16. Dort wird die verstärkte Truppe, sofern nicht alle Anzeichen trügen, wieder ein ernstes Wörtchen bei Titelvergabe und Aufstiegsentscheid mitreden.

Was den allgemeinen Optimismus schürt, ist nicht nur die Tatsache, dass Spielertrainer Michel „Mitch“ Forzano (26) allen Lockrufen aus der Fremde trotzte und dem Club eine weitere Spielzeit erhalten bleibt. Vielmehr ist die gute Laune auch der Überzeugung geschuldet, dass der zum TSV Wendlingen abgewanderte Torjäger Nick Wongkaew gleichwertig ersetzt werden kann. „Mit Daniele Attorre haben wir einen Spieler verpflichtet, der noch etwas stärker als Wongkaew einzuschätzen ist“, sagt Forzano, „er ist ein eiskalter Hund vor dem Tor.“ Attorre kommt vom Nachbarn TG Kirchheim und bringt als Zugabe seinen Cousin Diego Attorre sowie Ex-VfL-Kicker Sasa Lukic mit.

Für kurzfristige Irritationen hatte unter der Woche Lukic gesorgt, von dem „uns bis zum Abgabeschluss 30. Juni nicht die zwingend erforderliche Vereinsabmeldung per Einschreiben vorlag“, wie Ex-TG-Abteilungsleiter Wolfgang Kretzschmar mitteilte. Ohnehin war von den drei Catania-Neuzugängen beim Abmeldevorgang nur Danielle Attorre kein Formfehler unterlaufen. „Im Zweifelsfall hätten wir aus dieser Tatsache beim Verhandeln um die Ablöse Kapital schlagen können“, so Kretschmar, „doch das wird es mit uns nicht geben. Zum AC Catania pflegen wir traditionell ein gutes Nachbarschaftsverhältnis, weshalb wir alle drei Spieler zu den vom WFV festgelegten Ausbildungsentschädigungen abgeben werden.“ Unterm Strich überweist der AC Catania der Turngemeinde fürs komplette Spielerpaket demnächst 750 Euro – ein Schnäppchenpreis.

Neben den drei TG-Kickern zählen noch die Weilheimer Jungtalente Willy Jonathan und Kaan Kavli zum künftigen Catania-Kader. Dessen genaue Spielerzahl hängt davon ab, inwieweit die Freigabe-Bemühungen um den syrischen Mittelfeldspieler Besim Almoukry (24) in den nächsten Wochen vorankommen werden. Almoukry, ein in Kirchheim untergebrachter Flüchtling, war irgendwann im Frühjahr im Catania-Training erschienen und hatte in Straßenkleidung und -schuhen ein Probetraining absolviert. Danach schenkten ihm die Catanesi das passende Kicker-Outfit, und Almoukry wurde zum regelmäßigen Mittrainierer. „Seit Februar hat er in keiner einzigen meiner Übungseinheiten gefehlt. Fußballerisch kann er in der Kreisliga B sicherlich mithalten“, sagt Forzano über ihn. Gerne hätte er ihn als 26. Mann im Kader.

Sicherer als die schnelle Spielerpass-Anfertigung durch den Württembergischen Fußball-Verband (WFV) ist das, was die Catanesen mit Blick auf ihren Kreisliga-B-Nobelkader intern als erklärtes Saisonziel ausgeben werden. „Ganz klar, wir wollen Platz eins und den direkten Aufstieg in die Kreisliga A schaffen“, wie Forzano sagt.

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