Lokalsport

Von der Hahnweide an die Spitze

Segelfliegen Die Piloten der Fliegergruppe Wolf Hirth starten mit der besten Bundesliga-Runde deutschlandweit.

Seltene Chance: Infolge der Corona-Einschränkungen der Luftfahrt bekam Dominik Nowak die Chance, den Flughafen Stuttgart zu über
Seltene Chance: Infolge der Corona-Einschränkungen der Luftfahrt bekam Dominik Nowak die Chance, den Flughafen Stuttgart zu überfliegen. Sonst tummeln sich hier Passagiermaschinen, und für Segler ist der Luftraum tabu.

Kirchheim. Mit einer starken Mannschaftsleistung sind die Segelflugpiloten der Fliegergruppe Wolf Hirth in die Bundesliga-Saison gestartet. Insgesamt zehn Piloten meldeten Flüge im Wertungsportal Onlinecontest - mit Erfolg: die Ergebnisse von Sören Nölke, Andreas Lutz und Nils Prokisch brachten der Fliegergruppe mit ihren Flügen den ersten Platz unter den 20 Erstliga-Vereinen.

Vor allem der Samstag hatte für Segelflieger absolutes Kaiserwetter geboten. Bei bester Wolkenthermik waren auf der Schwäbischen Alb schnelle Sprints möglich - und genau darum geht es in der Bundesliga. Die Piloten reichen nach dem Flug die Aufzeichnungsdaten ihres Flugrekorders ein, und das Wertungssystem greift sich aus den bis zu zehn Stunden langen Flügen, die absolviert wurden, die zweieinhalb Stunden mit der höchsten Durchschnittsgeschwindigkeit heraus, die dann für die Bundesliga zählen. Sören Nölke flog beispielsweise eine Gesamtstrecke von 575 Kilometern im Bereich Schwäbische Alb und Schwarzwald und erreiche im Wertungsfenster eine Durchschnittsgeschwindigkeit von 146 Kilometern pro Stunde.

Andreas Lutz flog eine große Runde um Stuttgart herum bis nach Würzburg und wieder zurück, was insgesamt rund 702 Kilometer nentsprach. Sein Liga-Schnitt lag bei 140 km/h. Nils Prokisch machte die Wertungsflüge mit seiner Gesamtstrecke von 432 Kilometern und einem Liga-Schnitt von 128 km/h perfekt.

Auch auf der Langstrecke top

Doch nicht nur in der Bundesliga trumpfen die Kirchheimer Piloten auf, auch ordentliche Langstrecken kamen zustande. So flog beispielsweise Maximilian Schäfer ohne Motorantrieb von der Hahnweide eine knapp 1030 Kilometer lange Strecke und landete nach einem ziemlichen Zickzack über Schwarzwald, Odenwald, Pfälzerwald, Hunsrück, Sauerland und Eifel in seiner Heimat nahe Mönchengladbach. Tilo Holighaus flog über 823 Kilometer von der Hahnweide aus via Südschwarzwald, Taunus und Fränkische Alb, und Dominik Nowak weihte das neue Einsitzer-Flaggschiff, einen Ventus 3 mit der Kennung K1 auf dem Seitenleitwerk, mit einem Flug über gute 700 Kilometer ein.

„Es tut gut, nach der Corona bedingten Pause wieder unserer Leidenschaft nachgehen zu können“, kommentierte Tilo Holighaus das Wochenende. „Wenn dann bei aller noch geboten Vorsicht auch noch solche Ergebnisser herauskommen, freut einen das doppelt.“ Infolge der Corona-Krise war die Saison erst Mitte Mai in Gang gekommen, der Hahnweide-Wettbewerb musste das erste Mal in seiner mehr als 50-jährigen Geschichte abgesagt werden. Lars Reinhold

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