Lokalsport

Von Unberechenbaren und Hexern

Fußballszene Weilheimer Tore verteilen sich auf mehrere Schultern – VfL-Keeper Zirn in Topform

Verlockende Aussicht: Mike Tausch und der TSVW sind Tabellenführer der Landesliga. Foto: Genio Silviani
Verlockende Aussicht: Mike Tausch und der TSVW sind Tabellenführer der Landesliga. Foto: Genio Silviani

Weilheim. Die Unberechenbaren haben wieder zugeschlagen: Die Landesliga-Fußballer des TSV Weilheim legten nach dem 5:1 beim Neuling Nafi Stuttgart gestern per 4:1 über den TV Echterdingen eindrucksvoll nach.

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Neben der Verteidigung der Tabellenführung sorge noch ein weiterer Aspekt für Wohlgefallen unter der Limburg. Die Tore verteilen sich auf viele Schützen. „Durch diese Unberechenbarkeit ist unser Spiel für den Gegner schwerer auszurechnen“, betont TSVW-Sprecher Günther Friess. Sieben unterschiedliche Schützen haben für die neun bisherigen TSVW-Treffer in dieser Saison gesorgt.

Dass zum einen sich Christoph Bauer mit zwei Toren zum heimlichen Goalgetter entwickelt, ist der eine Punkt, dass Neuzugang Marc Kevin Theimer (SGEH) am munteren Toreschießen mit ebenso zwei Erfolgserlebnissen teilnimmt, ist der andere Punkt. Gestern schoss auch der quirlige Neue, Claudio Portale, sein erstes Tor für die Weilheimer. Friess: „Wir können von einem guten Start in die Saison sprechen.“

Auch der noch höher gehandelte FC Heiningen kommt auf Touren. Eine Woche nach dem mühsamen 1:1 bei Neuling FC Frickenhausen feierte das Team von Denis Egger per 4:0 gegen den überforderten TSV Köngen einen Erfolg der lockeren Sorte. „Ich kann mich an keine nennenswerte Chance der Köngener erinnern“, rekapitulierte FCH-Trainer Egger nach dem Match. Der variable Mix, den die Heininger mit Diagonalpässen, gechipten Bällen, Kurzpassspiel und Steilpässen über die Außenpositionen anboten, war für die Köngener kaum beherrschbar. „Dieser Gegner hat uns keinen Raum zur Entfaltung gelassen“, sagte TSVK-Angreifer Max Pradler zerknirscht.

Nach dem Traumstart mit drei Siegen der Teckregion-Bezirksligisten konnte die Angelegenheit an diesem Spieltag nicht so weiter gehen - auch, weil sich der TV Neidlingen und die Sportgemeinschaft Erkenbrechtsweiler/Hochwang direkt duellierten, mit der SGEH als klarem 4:0-Sieger. Das Resultat ordnete SGEH-Trainer Dieter Hiller allerdings sachlich ein. „In der ersten Halbzeit hatten die Neidlinger eindeutig die besseren Chancen und waren auch das bessere Team.“ Doch in der Kabine stellte die Sportgemeinschaft ihr Konzept um. „Wir haben es dadurch erreicht, den Spielaufbau des TVN zu hemmen und gleichzeitig mehr Offensivaktionen zu fahren“, rekapitulierte Hiller. Mit dem Punkte- und Torstand ist der Coach sowieso mehr als zufrieden. „Wenn mir einer vor der Runde gesagt hätte, dass wir ohne Gegentor mit sechs Punkten und zehn Treffern Tabellenführer sind, hätte ich denjenigen für verrückt erklärt.“ Kommende Woche rückt der VfL Kirchheim im Hardtwaldstadion an. „Das wird ein richtiges Kaliber“, sagt Hiller.

Für Neidlingens Spielertrainer Patrick Kölle war das verletzungsbedingte Ausscheiden von Neuzugang Martin Kirschmann (Oberschenkelzerrung) in seinem TVN-Premierenspiel nach 40 Minuten ein Knackpunkt. „Nur zwei Minuten, danach fiel das 0:1“, betonte der Coach, der der SGEH eine „clevere Vorstellung“ vor den rund 150 Zuschauern attestierte.

Beim VfL Kirchheim geht das Punktesammeln mit dem 2:0 über den TSV Neckartailfingen munter weiter. „Unser Keeper Daniel Zirn hielt wie ein Hexer“, blickte Trainer Markus Schweizer auf mehrere hochkarätige Chancen der Gäste zurück, die ein deutlich formverbesserter VfL-Schlussmann mit Körpereinsatz und Reflexen zunichte machte. Schweizer: „Nun wartet mit dem Match bei der SGEH die nächste schwierige Aufgabe.“Reimund Elbe