Lokalsport

Vor dem Anpfiff steht‘s 15:2

Fußball-Landesliga Der torgefährliche TSV Weilheim geht am Sonntag als klarer Favorit in das Derby beim offensivschwachen TSV Köngen. Von Klaus Schlütter

Schmerz lass nach: Obwohl Lennart Zaglauer wegen eines Bänderrisses zwei bis drei Wochen ausfällt, kann der TSVW diesen Offensiv
Schmerz lass nach: Obwohl Lennart Zaglauer wegen eines Bänderrisses zwei bis drei Wochen ausfällt, kann der TSVW diesen Offensivverlust wohl kompensieren. Foto: Markus Brändli

Ungleicher könnten die Voraussetzungen für das Landesligaspiel des Vorletzten TSV Köngen gegen den Tabellendritten TSV Weilheim nicht sein. Vor dem Anpfiff am Sonntag, 15 Uhr, in der Fuchsgrube steht es nach vier Durchgängen der neuen Saison 15:2 für die Schützenbrüder von der Limburg.

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Mit 15 Treffern ist Weilheim die torhungrigste Mannschaft der Staffel 2. Im Gegensatz dazu hat der kommende Gegner bisher nur zwei mickrige Törchen zustande gebracht. Eins davon geht auf das Konto von Max Pradler. Der Stürmer aus Kirchheim zur Ladehemmung seines Teams: „Wir haben jedes Testspiel verloren, in der Liga läuft auch nichts. Wir sind einfach nicht kreativ genug. Das war schon letzte Saison unser Manko.“ Der neue Trainer Alexander Thomas versuche alles, das Problem zu lösen. Bisher ohne Erfolg.

Warum sollte ausgerechnet jetzt der Knoten platzen? Dagegen spricht, dass die Grün-Weißen eine Art Lieblingsgegner der Weilheimer sind. Von den letzten elf Landesligaspielen hat der TSVW nur ein einziges verloren. „Davon dürfen wir uns aber nicht blenden lassen“, warnt Chris Eisenhardt, „zu Hause war Köngen immer ein unangenehmer Gegner.“ Mit Nachdruck verweist der Trainer auf den Ausfall von Lennart Zaglauer (Bänderriss am Sprunggelenk linker Fuß): „Er wird uns zwei bis drei Wochen fehlen. Das ist sehr bitter. Lenni ist enorm wichtig für uns.“

Zaglauer gehört zur erfolgreichen Fraktion Attacke. Der Werkstudent für Wirtschaftsinformatik, in der fünften Saison in Weilheim, war im Vorjahr der mit Abstand erfolgreichste Schütze (15 Tore). Durch den veränderten Kader ist der TSV vorne nun breiter aufgestellt. Bisher drei Treffer verbuchte Marc-Kevin Theimer, der aus dem Mittelfeld über rechts kommt, je zweimal waren die Sturmspitzen Roberto Forzano und Lennart Zaglauer sowie der „Zehner“, Mike Tausch, erfolgreich. Der Rest kam aus der Tiefe des Raumes. „Wir haben eine super Teamchemie und harmonieren sehr gut. Dadurch sind wir offensiv einen Tick stärker geworden“, sagt Kapitän Tausch, in der Regel hängende Spitze. Zaglauer nickt und ergänzt: „Unsere Ausgeglichenheit hat uns unberechenbarer gemacht.“

Durch die verstärkte Konzentration auf die Offensive geht öfter mal der Schuss nach hinten los. Soll heißen: Die Abwehr, einst das Prunkstück der Mannschaft, hat schon mehr Treffer kassiert (sieben), als dem Trainer lieb sein kann. „Für mich ein Baustein in diesem Jahr“, betont Eisenhardt. Ob er in Köngen mit einer Viererkette agiert, wie zuletzt beim 4:0 gegen Frickenhausen, oder mit einer Dreierkette, flankiert von zwei schnellen Außen, möchte er dem Gegner vorher nicht auf die Nase binden.

Tabellenerster erwartet Letzten

Die große Überraschung der Runde ist bisher der TSVG Waldstetten. Vier Spiele, vier Siege, alleiniger Spitzenreiter. „Die waren schon in der Rückrunde sehr stark,“ erinnert sich Zaglauer. „Ich tippe, dass sie diesmal unter die ersten vier kommen.“ Und Eisenhardt lapidar: „Wenn‘s läuft, dann ­läuft‘s“. Wenn nicht alles täuscht, wird sich das für die Waldstettener gegen das punktlose Schlusslicht Bargau auch nicht ändern. Obwohl - wie war das mit den Derbys und den eigenen Gesetzen?

Auf einen Ausrutscher von Waldstetten hofft neben Verfolger Weilheim auch der Tabellenzweite 1. FC Heiningen. Würde er bei einem eigenen Sieg in Ebersbach doch den Platz an der Sonne übernehmen.