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VfL-Turnerinnen kämpfen um Aufstieg in die erste Liga

Letzter Saisonwettkampf in der 2. Bundesliga und noch alles drin für die Turnerinnen des VfL Kirchheim. In Berlin fällt heute die Entscheidung, wer hinter Topfavorit Eintracht Frankfurt um den zweiten Aufstiegsplatz in Richtung erste Liga kämpft.

Als 13-Jährige Stammkraft im Zweitligateam des VfL Kirchheim: Kim Ruoff genießt das Vertrauen ihrer Trainerin Michaela Pohl (hin
Als 13-Jährige Stammkraft im Zweitligateam des VfL Kirchheim: Kim Ruoff genießt das Vertrauen ihrer Trainerin Michaela Pohl (hinten).Foto: Michael Gund

Kirchheim. Gelingt dem VfL Kirchheim zum zweiten Mal nach 2005 der Aufstieg in die Eliteklasse des deutschen Turnsports? Diese Frage wird auch heute Abend nach Torschluss in der Sporthalle in Berlin-Schöneberg unbeantwortet bleiben. Gelänge dem derzeit drittplatzierten VfL allerdings am dritten und letzten Wettkampftag noch der Sprung auf Platz zwei, stünden die Schützlinge von Trainerin Michaela Pohl in zwei Wochen im badischen Bühl im Finale um den Aufstieg in die erste Bundesliga.

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Erstklassiger Turnsport, das gab es in der Teckstadt zwischen 2006 und 2008 schon einmal für drei Saison-Durchgänge. Damals gelang der VfL-Riege mit ihrem Trainer Herbert Leikov als Zweitliga-Meister der Direktaufstieg ins Oberhaus der DTL. Seit 2009 behaupten sich die VfL-Turnerinnen unter ihrer Cheftrainerin Michaela Pohl mit einjähriger Unterbrechung in der zweiten Liga. Wäre die Zeit nun reif, um sich und ihren Mädchen den großen Traum vom Aufstieg zu erfüllen? Eine Frage, die Michaela Pohl beharrlich ignoriert. Die Frau am Mattenrand gilt nicht nur als Perfektionistin, die sich mit Haut und Haaren ihrem Sport verschrieben hat, sie bringt seit Jahren auch das Understatement im VfL zur Meisterschaft. „Wir setzen uns im Voraus nicht hin und rechnen“, meint sie mit Nachdruck. „Entweder es reicht am Ende oder es reicht nicht.“

Im zweiten Saisonwettkampf Mitte Mai in Traunreut überraschte der VfL als Tageszweiter, was in der Gesamtwertung den Sprung auf Platz drei bedeutete. Mit einem ähnlich guten Ergebnis heute in der Bundeshauptstadt könnten die Kirchheimerinnen Gegner Heidenheim noch vom zweiten Tabellenplatz verdrängen und sich damit das Ticket fürs Aufstiegsfinale am 28. November in Bühl sichern. Nur der Erstplatzierte steigt direkt auf.

Das Rennen um Platz zwei ist eng. Der Rückstand des VfL auf den Sportbund beträgt 4,40 Punkte. „Die Mannschaft ist gut vorbereitet und wird ihr Bestes geben“, sagt Michaela Pohl, wohl wissend, dass der kleinste Patzer entscheidend sein kann. Entsprechend bedeckt hält sich die Trainerin, was die endgültige Rollenverteilung im sechsköpfigen Team betrifft. Damit auch in der Frage, wer an den beiden Problemgeräten, am Stufenbarren und Schwebebalken die Kohlen aus dem Feuer holen soll.

Für den Vierkampf gesetzt dürfte Sarina Maier sein, die nach erkältungsbedingter Pause bei der Generalprobe am Wochenende in Hamburg (siehe Infoteil unten) wieder fit ist. Die erst 13-jährige Kim Ruoff, die zuletzt in Traunstein als Vierkämpferin einen starken Auftritt bot, klagt dagegen über Schulterprobleme. Am vergangenen Freitag war die jüngste VfL-Turnerin beim Jugend-Länderkampf in Zürich noch drittbeste Deutsche. Heute Abend wird sie zumindest am Barren nicht antreten können. „Die Belastung für die Schulter wäre hier zu groß“, sagt ihre Trainerin. Für die nötige Stabilität in der zu erwartenden Nervenschlacht sollen mit der 23-jährigen Dorothee Henzler und Pia Pohl (22) heute Abend zwei routinierte Kräfte sorgen.

Grund zu feiern hatte die VfL-Reisegruppe schon gestern Abend nach der Ankunft an der Spree. Den Geburtstag der Trainerin feierte die Mannschaft bei einem gemeinsamen Abendessen. Geschenke gibt es vielleicht heute Abend.

VfL Kirchheim: Sarina Maier, Kim Ruoff, Dorothee Henzler, Pia Pohl, Lory Fröchtling, Tamea Friedl

Generalprobe in Hamburg mit Platz sechs geglückt

Das Top-Fünf-Finale nur knapp verpasst haben die Turnerinnen des VfL Kirchheim am vergangenen Wochenende bei der siebten Auflage der Hamburg Gymnastics. Im mit 22  Teams aus zwölf europäischen Ländern besetzten Vergleichskampf gelang den Kirchheimerinnen mit Platz sechs ein respektables Ergebnis. Den Sieg im Finale sicherte sich die Mannschaft des SV Pax Haarlemermeer aus den Niederlanden. Beste Einzelturnerin im Trikot des VfL Kirchheim war Dorothee Henzler, die mit 34,80 Punkten im Vierkampf auf Platz 14 landete, gefolgt von ihrer Teamkollegin Pia Pohl (34,35). VfL-Turnerin Lory Fröchtling belegte mit zwei Übungen am Barren und am Schwebebalken mit 20,40 Punkten Platz 26. Die 18-jährige Sarina Maier musste den Wettkampf in Hamburg erkältungsbedingt abbrechen.bk