Lokalsport

War das der Abstieg?

Lenninger Handballer verlieren Landesliga-Abstiegsduell gegen Weilstetten II mit 25:30

Ernüchterung in Lenningen: Die Schlüsselspiel entscheidende Partie gegen den TV Weilstetten II hat Handball-Landesligist SG Lenningen nach hochemotionalen und auf weiten Strecken ausgeglichenen 60 Minuten mit 25:30 (13:12) verloren. Damit besteht im Saisonfinale nächstes Wochenende nur noch eine kleine Chance den Klassenerhalt zu schaffen.

Lenningen. Eine Art Schockstarre legte sich auf die Lenninger Handball-Fans nach dem Schlusspfiff am Samstagabend in der Sporthalle. War es das mit der Mission Landesliga? Noch mehr als die Zukunftsfrage nagte jedoch der Verlauf der Partie und die in weiten Phasen des Spieles nicht nachvollziehbaren Schiedsrichterentscheidungen an den Nerven der SG-Fans. Doch der Reihe nach. Die erste Überraschung präsentierten die Gäste als sie – anders als vorhergesagt – mit einem erklecklichen und vor allem auch recht lautstarken Fanblock anreisten. Dem bot der zahlenmäßig weit überlegene SGL-Block natürlich Paroli.

Anzeige

Bei den Spielern beider Mannschaften spürte man die Wichtigkeit der Partie. Beide Teams gingen konzentriert und hellwach an den Start. Auch die SG zeigte sich viel engagierter als noch vor einer Woche. Weitere positive Signale motivierten das Team zusätzlich. Reichle wehrte einen Strafwurf ab, Marc Bächle traf im Fallen mit viel Glück, und Ricki Austen konnte aus dem Rückraum immer wieder Akzente setzen. Die Gäste führten ihre Spielhandlungen zumeist länger aus und kamen über teilweise schön herausgespielte Tore am Kreis und die Außenpositionen zu ihren Treffern. So wechselten die Führungen im Spielverlauf munter hin und her. Bereits in dieser Phase des Spieles gab es immer wieder schwer zu interpretierende Entscheidungen der Unparteiischen. Vor allem Rechtsaußen Timo Haid und Kreisläufer Robin Renz wurden nahezu jede eingeleitete Aktion abgepfiffen. Ob Stürmerfoul, falsches Sperren oder Kreis – die SG litt unter der für sie unklaren Linie der beiden Referees.

Bis zum Halbzeitstand von 13:12 war aber noch alles im grünen Bereich. Der Einsatz und der Wille waren da, die SG hatte den Gegner in der Abwehr gut im Griff, einzig im Angriff fehlten noch etwas die zündenden Ideen aus dem Rückraum. Auch die zweite Spielhälfte startete flott und ausgeglichen. Bis zur 40. Minute (17:17) konnte sich kein Team wirklich absetzen.

Die kurze Schwächephase der SG um die 40. Minute nutzte der Gäste-Linksaußen mit drei Treffern in kurzer Folge. Die SG hatte im Angriff nun Wurfpech und agierte in der Defensive etwas zu offensiv. Die Gäste zogen auf 23:18 davon. Doch wer die SG kennt, weiß um die Kämpferqualitäten. Genau in dieser Phase griffen die Unparteiischen wieder mit – aus Lenninger Sicht – äußerst fragwürdigen Entscheidungen bestimmend in die Partie ein, was der SG eine Resultatsverbesserung unmöglich machte. SG-Coach Rieke versuchte alle Möglichkeiten, die ihm seine Bank bot. Reichle wechselte im Tor Carrle ab, Pisch agierte als siebter Feldspieler, und Luca Bächle kam für den verletzt ausscheidenden Haid aufs Feld. Aber die Partie war beim 19:25 für den TV sechs Minuten vor Schluss schon entschieden. Die noch folgenden drei Zeitstrafen für die Gäste waren nur noch Makulatur.

Nun hat die SG nur noch eine Mini-Chance, dem Landesliga-Abstieg zu entgehen: Die Mannschaft muss nächsten Samstag in Fridingen-Mühlheim gewinnen und gleichzeitig muss Weilstetten II in Böblingen-Sindelfingen verlieren.rs

SG Lenningen: Reichle, Carrle – Müller, K. Ringelspacher (1), Max Bächle (1), Renz (1), Schmid, O. Ringelspacher, Austen (11), Baumann (4), Haid (3), Marc Bächle (4), Pisch, Luca Bächle

TV Weilstetten 2: Sauter (1), Schmiederer – Hölle, Schlangenhauf, Bantel (5), Single (4), Stegmannn (7), Lohrer (5/2), Martens, Bodmer (1), Haigis (3), Schmid, Drach, Weckenmann (4/1)

Schiedsrichter: Vogelmann/Wussler (Oppenweiler/Großbottwar)

Zeitstrafen: 14 (je 7 pro Team)

Zuschauer: 500