Lokalsport

Wasserballer im Wartestand

Coronafolgen Die Oberligasaison ist seit 12. März unterbrochen und soll frühestens am 1. Juni fortgesetzt werden. Nicht nur in Kirchheim hängt das von der Eröffnung des Freibads ab. Von Peter Eidemüller

Wann gehts weiter? Die Oberligawasserballer harren der Dinge, die da kommen. Foto: Carsten Riedl
Wann gehts weiter? Die Oberligawasserballer harren der Dinge, die da kommen. Foto: Carsten Riedl

Auf dem Trockenen zu sitzen, entspricht nicht ihrem Naturell. Und doch müssen die Wasserballer des VfL Kirchheim wie die Vertreter aller anderen Sportarten der Dinge harren, die in Coronazeiten da noch kommen. Seit die Oberligarunde infolge der Pandemie am 12. März untergebrochen wurde, hangeln sich die Verbandsverantwortlichen an Regierungserklärungen entlang. Offiziell ausgesetzt ist die Spielzeit bis 31. Mai. Was danach kommt, ist unklar. „Ab kommender Woche wollen wir in einer Videokonferenz klären, wie es weitergehen kann“, sagt der für die Oberliga verantwortliche Staffelleiter, Eric Henschel.

Klar dürfte dabei sein, dass Wohl und Wehe des organisierten Wasserballs in Württemberg von den Kommunen abhängen. „Wenn die Stadt das Freibad nicht öffnet, erübrigen sich alle Diskussionen“, weiß VfL-Wasserballwart Alexander Gonser.

Im Rathaus peilt man als Eröffnungstermin bekanntlich den 1. Juni an. Sollten im Zuge der Beratungen von Kanzlerin und Ministerpräsidenten am heutigen Donnerstag die Kontaktbeschränkungen nicht entscheidend gelockert werden, dürfte dieser Termin allerdings kippen. „Wenn erst Ende Mai Klarheit herrscht, würde sich der Termin der Eröffnung bis Ende Juni verschieben“, erklärt der Geschäftsführer der Stadtwerke, Martin Zimmert.

Was normale Wasserratten noch zähneknirschend hinnehmen könnten, hätte für ambitionierte Wasserballer gravierende Folgen. Da die Saison offiziell am 4. Juli endet, müsste die Spielzeit entsprechend der noch auszutragenden Partien verlängert werden - schwierig, zumal allein im Fall des VfL allein im Mai und Juni eigentlich noch zehn Partien auf dem Plan stehen würden.

Da der Verband die Runde allerdings bis zu Beginn der Sommerferien über die Bühne gebracht haben will, stehen nun offenbar Geisterspiele zur Diskussion. Wie aus einem gemeinsamen Schreiben des badischen und württembergischen Schwimmverbands hervorgeht, könnte die Saison mit einer reduzierten Hinrunde beendet werden, indem man die noch fehlenden Spiele unter Ausschluss der Öffentlichkeit und Berücksichtigung aller Hygienemaßnahmen absolviert. Sollte auch das nicht möglich sein, würde die Saison ohne Auf- und Absteiger beendet werden.

Für den zum Zeitpunkt des Abbruchs im März abgeschlagenen Oberligaletzten aus Kirchheim wäre dies das Glück im Unglück - eigentlich, denn beim VfL spielt man für den Fall bereits mit dem Gedanken, kommende Saison freiwillig eine Etage tiefer in der Verbandsliga an den Start zu gehen. „Mit den Mannschaften im unteren Tabellendrittel haben wir zwar ganz gut mitgehalten“, sagt Alexander Gonser, „aber weil wir wenige Spiele hatten, konnten wir nicht so viel lernen wie erhofft.“

Für den Verein mit seinen rund 50 aktiven Wasserballern war die Aussicht auf ein Lehrjahr im Wissen um die fehlende Oberligareife der einzige Beweggrund, das Aufstiegsrecht im vergangenen Jahr wahrzunehmen. Bange müsste es einem um die Wasserballsparte im VfL übrigens in keinem Fall sein. „Wir haben eine zweite Mannschaft und sind in der Jugend gut aufgestellt, das passt“, versichert Alexander Gonser.

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