Lokalsport

Weilheim findet den Mut erst nach der Pause

Fußballszene Bei dem Landesligisten fruchten deutliche Worte mehr als die veränderte Startformation

Weilheim. Erst rollten die Köpfe, dann das Leder. Die Landesliga-Kicker des TSV Weilheim mussten das 2:5-Debakel gegen die SG Bettringen wieder wettmachen, um ihren Trainer Christopher Eisenhardt (Foto: Markus Brändli) zu besänftigen. Schließlich hatte die Niederlage Weilheim die Tabellenführung gekostet. Deshalb zog Coach Eisenhardt Konsequenzen und veränderte die Startformation in der Partie gegen den 1. FC Frickenhausen. Auf vier Positionen ließ er anders als gewohnt auflaufen - und spielte auch ohne Gabriel-Cosmin Simion, der zu Schwäbisch Hall wechselte. Doch zur großen Überraschung des Trainers fruchtete die Rochade nicht: „Wir waren zu passiv und nach vorn zu mutlos.“ Wirkung zeigten aber deutliche Worte zur Halbzeit. Mit einem souveränen 4:0-(0:0)-Sieg hat Weilheim sich schließlich zurückgemeldet. „Wir machten mehr Druck auf den Ballführenden und spielten mutiger.“

Die Vier stand auch in der Bezirksliga im Mittelpunkt: Bei der 0:4-(0:1)-Niederlage der SGEH, die das Team aus Erkenbrechtsweiler die Tabellenspitze kostete, ebenso wie beim 4:0-(2:0)-Sieg des VfL Kirchheim über den TSV Obere Fils, der die Teckstädter auf Platz drei brachte. Bei der SGEH fehlte die Kraft - da fasst sich Trainer Dieter Hiller an die eigene Nase: „Wenn das gesamte Team schwach ist und es an der Spritzigkeit fehlt, dann muss ich mein Training hinterfragen.“ Nur zwei Chancen erspielte sich die SGEH beim 1. FC Donzdorf, und die Chancen, die es gab, waren mit hohem Aufwand verbunden. Das kostete Energie. Beim Stand von 0:1 hatte Hakan Demir eine Torgelegenheit. „Da hätte das Spiel noch einen anderen Verlauf nehmen können“, so Coach Hiller. Chance Nummer zwei hatte dann Biran Darboe. Gegen starke Donzdorfer reichte das nicht.

Das Kirchheim dank Benedikt Petzet schon in der 6. Minute führte, klingt, als hätten die Hausherren schnell gezeigt, wer Chef im Ring ist. Mitnichten, meint Trainer Markus Schweizer. Obere Fils hielt lange mit und hatte drei Großchancen bis zur Halbzeit. Erst Kirchheims 3:0 war „der Nackenschlag“. Simon Herthneck ließ dem TSV-Keeper keine Chance. Das 2:0 durch Kapitän Marcel Helber hob der Coach jedoch besonders hervor: Nach einer schönen Kombination über den linken Flügel traf er aus 20 Metern.

Aus der Reihe der „Vierer“ tanzte am vierten Spieltag auch der TV Neidlingen nicht. Der machte es zuhause gegen den TV Nellingen allerdings spannend. „Ein scheiß Kick“, wetterte Neidlingens Pressewart Robert Kuch. „Das Team war nicht wiederzuerkennen.“ Die Hausherren leisteten sich zu viele Abwehrfehler und Nicklichkeiten. Mit 1:2 gingen die Neidlinger in die Pause, mit 4:3 ging es dafür nach Hause. „Aber das Spiel hatte Unterhaltungswert“, so Kuch. Zumindest eine positive Sache hob er hervor: Neidlingen traf auch vier Mal. Dabei fielen die ersten zwei Tore nach den ersten beiden Chancen. Wer das Glas halb voll sieht, attestiert zumindest eine gewisse Effizienz.Sebastian Großhans

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