Lokalsport

Weilheim wacker, Ulm eiskalt

WFV-Pokal: Limburgstädter schlagen sich beim 0:2 gegen Oberligist achtbar

Raus mit reichlich Applaus: Landesliga-Vizemeister TSV Weilheim ist am Samstag erwartungsgemäß in der zweiten Runde des WFV-Pokals am SSV Ulm gescheitert. Allerdings bot das Team von Trainer Alexander Hübbe gegen den Ex-Bundesligisten vor 450 Zuschauern weitgehend eine engagierte und konzentrierte Vorstellung.

Einsatzfreudig: Mike Tausch und die rot gekleideten Weilheimer Landesligakicker haben es dem favorisierten Oberligisten aus Ulm
Einsatzfreudig: Mike Tausch und die rot gekleideten Weilheimer Landesligakicker haben es dem favorisierten Oberligisten aus Ulm am Samstag phasenweise richtig schwer gemacht. Foto: Markus Brändli

Weilheim. Exakt um 17.15 Uhr steckte Weilheims Sportlicher Leiter Günther Friess das „Betreten verboten“-Schild in den Rasen des Lindachstadions – sinnbildlicher Schlusspunkt eines unterhaltsamen Nachmittags. Zwei Aspekte hatten sich zuvor in den 90 Spielminuten besonders herauskristallisiert: Zum einen, dass ein Landesligist mit entsprechender Einstellung seiner Akteure einem zwei Klassen höher spielenden Team phasenweise durchaus Paroli bieten kann. Zum anderen, dass sich auf die Dauer einer gesamten Partie die fußballerischen und spielerischen Finessen einer Oberliga-Mannschaft dann meist doch spielentscheidend sind.

In wichtigen Phasen schlugen die Ulmer nämlich gnadenlos zu. Ärgerlich war für die wackeren Weilheimer im Nachklang lediglich, dass sich das Team praktisch mit dem Halbzeitpfiff das 0:1 selbst einschenkte. Nach einem hohen Ball hatte sich TSVW-Keeper Philipp Uttikal zunächst mutig ins Getümmel geworfen, den zwei Meter über den Boden herein segelnden Ball jedoch nicht unter Kontrolle gebracht und lediglich abgeklatscht. In den nachfolgenden Wirren fuhr Weilheims Mittelfeldakteur Mike Tausch übermotiviert dem Ulmer Passer in die Beine. Der Elfer unstrittig, die Szene zuvor jedoch diskussionswürdig. Schiedsrichter Markus Seidl klärte nach dem Schlusspfiff selbst auf. „Für mich war es kein Foul am Weilheimer Torwart, weil er selbst aktiv in diese Spielertraube gesprungen ist“, sagte der Waiblinger Referee, „Uttikal wurde somit nicht aktiv von gegnerischen Spielern angegriffen“. Für den Ex-Bundesligisten verwandelte Marco Hahn humorlos zum 1:0.

Dass das Hübbe-Team nach dem Seitenwechsel für wenige Minuten sogar das tonangebende Team war, erfreute Alexander Hübbe ganz besonders. „Alle haben durchgehend ohne Angst gespielt“, resümierte der TSVW-Trainer, „solche Spiele sind zudem wichtig, damit sich unsere Mannschaft weiterentwickelt.“

Dass die kurzzeitige Weilheimer Dominanz nach der Pause ohne nennenswerte Offensivabschlüsse blieb, spielte den Münsterstädtern – mit Ex-Profi Alper Bagceci als Gestalter hinter den Spitzen – natürlich in die Karten. So erhellte sich die Miene von Stephan Baierl nach dem 2:0 durch Burak Coban (72.) deutlich. „Die Weilheimer standen meist tief und haben auf Konter gespielt“, bilanzierte der SSV-Trainer nach dem Schlusspfiff, „das war ein kompakt auftretender Gegner.“

Das zweite Ulmer Tor war freilich ein Wirkungstreffer. Die Gastgeber, bei denen die Urlauber Michele Latte und Steffen Kuch fehlten, mühten sich danach noch redlich, waren jedoch in den Schlussminuten überwiegend damit beschäftigt, einen weiteren Gegentreffer zu vermeiden. Dies taten sie zumindest mit Erfolg. Raus mit reichlich Applaus eben.

TSV Weilheim: Uttikal – De Rosa, Rueff, Kirschmann (80. Heisig), Bauer – Zaglauer (75. Hummel), Tausch (85. Kanarya), Er, Polat – Majowski (65. Sternemann), Kriks.

SSV Ulm 1846. Betz – Henning, Krebs, Passer, Sturm (65. Wagner) – Coban, Pangallo (85. Kücük), Hahn, Bagceci (77. Heidecker) – Braig (89. Hörger), Werner.

Tore: 0:1 Marco Hahn (45., Foulelfmeter), 0:2 Burak Coban (72.).

Gelbe Karten: Kirschmann, Zaglauer.

Schiedsrichter: Markus Seidl (Waiblingen).

Zuschauer: 450.

Anzeige