Lokalsport

Weilheimer stellen sich ins Schaufenster

Die besondere Favoritenrolle wird angenommen

„Wir haben bewiesen, dass wir als Meisterschaftsfavorit gelten und dass wir mit dieser Rolle auch klar kommen,“ freute sich Günther Friess, Sportlicher Leiter des TSV Weilheim nach dem 3:0-Sieg bei den Sportfreunden Dorfmerkingen. Neue, sehr selbstbewusste Töne sind zu Beginn der neuen Landesligasaison offenbar en vogue bei den Kickern aus der Zähringerstadt.

Kirchheim. Kein Wunder, denn nicht weniger als neun Landesligatrainer haben den Weilheimern vor dieser Saison die Favoritenbürde auferlegt. Am Samstag auf dem Härtfeld präsentierte sich die Truppe von Trainer Alexander Hübbe mit neuem Konzept, Typ: gebremster Schaum. „Wir haben aus einer gesicherten Defensive operiert und nicht auf Teufel komm‘ raus nach vorne gespielt“, erklärte Günther Friess die neue taktische Marschrichtung. Und Coach Hübbe ergänzte: „Unser Rezept sah vor, nicht mit langen Bällen zu operieren, sondern von hinten sicher aufzubauen.“ Solcherlei Variabilität – zumal Hübbe mit Andre´ Kriks, Lukasz Majovsky und Felix Hummel drei Offensivkräfte in die Startelf beordert hatte – war in den vergangenen Spielzeiten bei den Weilheimern eher selten zu finden – sorgte in Dorfmerkingen aber prompt für den Erfolg.

Keine Veränderungen gibt es hingegen in der Torspielerfrage. In Dorfmerkingen stand erneut Philipp Uttikal zwischen den Pfosten, während Bastian Treiber auf der Bank Platz nehmen musste. Der Dritte im Bunde, Hannes Ihring, gehörte nicht zum Kader. „Der Trainer legt nach den Trainingseindrücken fest, welcher Keeper spielt“, klärt Günther Friess auf. Ob auch dieses Rezept erfolgreich sein wird bleibt freilich abzuwarten. Klar ist hingegen, dass Neuzugang Christoph Bauer nicht nur wegen seines Treffers zum 0:1 auf der Außenverteidiger-Position ein Gewinn für das Team ist wie Rückkehrer Felix Hummel, der ein ständiger Unruheherd am gegnerischen Strafraum war.

Gründlich in die Hose ging der Saisonauftakt des nächsten Weilheimer Gegners. Der TV Echterdingen patzte daheim gegen „Angstgegner“ TSGV Waldstetten (1:3 / Ehrentreffer durch Marcel Helber). TVE-Coach Aleksandar Kalic, der derzeit nicht weniger als 29 Spieler im Kader hat und schon in der letzten Saison 0:1 gegen die Ostälbler verlor: „Ärgerlich, dass das schon wieder passiert ist. Wir haben erneut Geschenke verteilt, durch die die ersten beiden Treffer entstanden.“

Strahlende Gesichter gabs dafür schon am Freitagabend im Strut-Stadion. Den Landesliga-Saisonauftakt bestritten bei idealem Fußballwetter der SV Ebersbach und Ex-Oberligist SV Bonlanden. Spiritus Rector der siegreichen Ebersbacher (1:0) ist mehr denn je Jürgen Schorstädt. Der einstige Funktionär und Interimscoach des VfL Kirchheim zieht alle Strippen an der Fils. Offiziell „Sportlicher Leiter“ kümmert sich der selbstständige Spediteur auch um die Organisation und den vorzüglichen Wirtschaftsbetrieb. „Ich kümmere mich darum, dass der Laden läuft. Wir müssen den Zuschauern etwas bieten – sportlich wie kulinarisch. Sonst kommen sie nicht mehr“, bringt Schorstädt das Erfolgsrezept auf den Punkt, dem am Freitag 400 Zuschauer folgten.

Auf und auch neben dem Spielfeld gab es jede Menge bekannte Gesichter zu sehen. Das perfekte Wetter nutzten nicht nur die Landesligatrainer Ralf Rueff (TSV Köngen), Uli Haug (SC Geislingen) und Aleks Kalic (TV Echterdingen) zur „Spionage“. Etliche ehemalige Kicker aus erfolgreichen VfL-Tagen wie Timo Schurr, Ex-Profi Thomas Scheuring, Michael Kutscher, Fabian Abramowitz, Max Renn und Josip Colic stehen aktuell in Diensten des SVE. Zusammen mit den aktuellen Bonlandener Kickern Markus Großhans und Mike Baradel vereint sie eine „blaue“ Vergangenheit. Und so weht auch ein Hauch von Nostalgie am Filsufer.

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