Lokalsport

Weilheims Werfer wollen‘s wissen

Morgen 21. Hohenneuffenberglauf – Großes Teilnehmerfeld wegen Landesmeisterschaft

Wenn morgen um 9.30 Uhr der Startschuss zum 21. Hohenneuffenlauf fällt, winkt den Ausrichterclubs TSV Frickenhausen/TSV Beuren ein neuer Teilnehmerrekord. Nicht zuletzt wegen der parallel ausgetragenen Landesmeisterschaft im Berglauf durchbrach die Zahl der Lauf-Fans bereits unter der Woche die 500er-Marke. „Es dürfte eine der besseren Auflagen werden“, vermutet daher auch Mitorganisator Frank Klass.

Peter Eidemüller


Beuren/Frickenhausen. Stiehlt ein Tscheche morgen der gesamten baden-württembergischen Berglaufelite die Schau? Roman Skalsky, aufgrund zweier Siege und zwei zweiter Plätze in den vergangenen vier Jahren getrost als „Mister Hohenneuffenlauf“ zu titulieren, wird das Maß aller Dinge sein, wenn um 9.30 Uhr am Bahnhof Linsenhofen der Startschuss zum 21. Run auf die Burg­ruine ertönt. „An Roman werden sich die Topleute die Zähne ausbeißen“, glaubt Frank Klass, einer der Macher aus dem Beuren-Frickenhausener Organisationsteam, das in Sachen Voranmeldungen in den vergangenen Tagen einen wahren Boom erlebte. Bereits am Mittwoch hatten sich mehr als 500 Teilnehmer regis­triert – gut möglich also, dass die Topmarke aus dem Jahr 2006 noch geknackt wird. Vor drei Jahren hatten 730 Wagemutige die 9,3-Kilometer-Strecke mit ihren kraftraubenden 438 Metern Höhendifferenz in Angriff genommen.
Sollte es morgen tatsächlich einen neuen Teilnehmerrekord geben, dürfte das mit daran liegen, dass Baden-Württemberg im Schatten des Hohenneuffen einen neuen Berglaufmeister sucht. „Rund 125 Frauen und Männer haben für diese Meisterschaft gemeldet“, verrät Frank Klass, „viele davon wären aber auch so mitgelaufen.“ Trotzdem schrauben Läufer, die eigens für die Titelkämpfe nach Linsenhofen kommen, die Teilnehmerzahl nach oben. Dabei ist der Kreis der Podiumsanwärter nur schwer zu zeichnen, da von den Top Ten der letztjährigen Meisterschaften in Waldkirch nur drei vorab gemeldet hatten: Ulrich Benz (LG Brandenkopf/2008 Zweiter), Carsten Brod (TV Konstanz/2008 Neunter) und Marco Utz (LG Brandenkopf/2008 Zehnter) haben ihre Teilnahme bereits fest zugesagt. Allerdings rechnen die Organisatoren auch noch mit dem Auftauchen des amtierenden Landeschampions, dem für den USC Freiburg startenden Markus Jenne.
Auch bei den Frauen ist die Favoritenrolle nur schwer auszumachen. Vorjahressiegerin Marie-Luise Heilig-Düventäster von der LG Welfen taucht (noch) nicht in der Meldeliste auf, dafür allerdings die letztjährige Bronzemedaillengewinnerin Jutta Brod vom TV Konstanz. Heilig-Düventäster ist auf dem Hohenneuffen übrigens keine Unbekannte, gewann sie den Lauf doch vor drei Jahren in starken 42,34 Minuten – schneller war in jüngerer Vergangenheit lediglich Annette Bendig (einst TG Nürtingen, jetzt LSG Aalen), die 2004 stolze 42,05 Minuten benötigte.
Von solchen Finishermarken dürfte das Gros der Teilnehmer weit entfernt bleiben. Für nicht wenige ist das bloße Ankommen als Erfolg zu werten. Wie zum Beispiel die Handballer des TSV Weilheim. Die Ballwerfer des Ex-Landesligisten wechseln morgen aus dem Schatten der Limburg in den des Hohenneuffen. Nach zweitägigem Trainingslager zur Vorbereitung auf die im September beginnende Saison bittet Neu-Coach Alen Dimitrijevic sein Team zum Härtetest nach Linsenhofen. „Da werden wir alle sicher mit einem dicken Grinsen am Start stehen“, schmunzelt Mannschaftssprecher Timo Klein, der die Strecke bislang lediglich aus Biker-Sicht kennt. „Mit dem Fahrrad kommst du da stellenweise gar nicht hoch“, schwant ihm Schweißtreibendes für sich und seine 14 Teamkollegen – mit eine der zahlenmäßig größten Mannschaften dürften die Weilheimer jedoch allemal sein.
Darüber hinaus geben sich zahlreiche in der lokalen Laufszene bekannte Gesichter morgen am Start ein Stelldichein. „Wiederholungstäter“ Manfred Schütte vom VfL Kirchheim (stand seit der Premierenveranstaltung 1989 bisher bei allen ­Hohenneuffenläufen am Start), Marathonexpertin Anne Zacharias vom TSV Ötlingen oder der Owener Ausdauermann Karl Fischer im Dress des Team Sport Schweizer – sie alle sind der Faszination des hiesigen Klassikers erlegen, ohne allerdings ausgemachte Berglaufliebhaber zu sein. Ähnlich wie beim Kirchheimer Silvesterlauf ist Mitmachen einfach Ehrensache, zumal der Neuffen-Run auch zweiter Wertungslauf des Täles-Cups ist. Daran dürfte jedoch kaum jemand denken, wenn‘s morgen auf die letzten Meter Richtung Burghof geht. Im Ziel heißt die Devise nach anstrengendem Gipfelsturm erstmal „Verschnaufen und Aussicht genießen“.


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