Lokalsport

Welche Serie reißt?

Handball-Bezirksliga Im Spitzenspiel zwischen dem VfL Kirchheim und dem TSV Owen geht es heute Abend um mehr als nur die Tabellenführung. Von Bernd Köble

Die Überraschung des dritten Spieltags: Titelfavorit VfL Kirchheim  unterliegt im Hinspiel am 30. September in Owen mit 19:30.Fo
Die Überraschung des dritten Spieltags: Titelfavorit VfL Kirchheim unterliegt im Hinspiel am 30. September in Owen mit 19:30.Foto: Brändli

Beste Abwehr gegen besten Angriff, das Duell der Erfolgsverwöhnten oder vielleicht auch: Pokalhelden unter sich. Egal, wie man das Kräftemessen der beiden Gegner aus Kirchheim und Owen heute Abend überschreiben mag, es ist das Topspiel der bisherigen Bezirksliga-Saison im Handball. Die gesunde Rivalität der Nachbarn, der jahrzehntealte Streit um die Führungsrolle im Revier, das allein böte schon genügend Zündstoff. Doch diesmal geht es um viel und das schon früh in der Rückrunde.

Wer heute Abend gewinnt, der setzt ein Zeichen. Nur über uns - so wird die Botschaft lauten - führt der direkte Weg in Richtung Aufstieg, auch wenn die SG Lenningen ein Drittel am Aktienpaket hält und gestern Abend in Wolfschlugen die Chance hatte, zumindest vorübergehend an die Tabellenspitze zu klettern (das Spiel war bei Redaktionsschluss noch nicht beendet).

Für heute gilt: einen Favoriten auszumachen, ist eigentlich unmöglich. Beide Gegner haben einen Lauf, beide haben in den vergangenen Wochen im Pokal gezeigt, dass sie reif sind für höhere Aufgaben und beide bekennen sich zum Ziel, das da heißt: Aufstieg in die Landesliga. Der VfL im wiederholten Anlauf, die Owener im Gefühl der Schubkraft, die der geplante Schulterschluss mit der SG Lenningen in naher Zukunft entwickeln dürfte.

Entlang der Lauter spielt also die Musik in der Bezirksliga und einer, der den Taktstock besonders temperamentvoll schwingt, ist Engelbert Eisenbeil. Kirchheims Coach, von Natur aus kein notorischer Bedenkenträger, meint: „Wir sind Erster, damit haben wir‘s selbst in der Hand.“ Ende der Durchsage. Immerhin: Seit zwei Wochen muss der VfL ohne seine Lenkachse Keller, Habermeier, Sadowski auskommen. In Spielzentrum, Angriff und Abwehr fehlten damit zuletzt die wichtigsten Stützen. Alle drei sind noch immer nicht hundertprozentig fit, sollen heute jedoch zurückkehren. Dass der VfL die beiden Wochen schadlos überstand, spricht für die Qualität im Kader.

Aus Eisenbeil dagegen spricht das Selbstvertrauen aus mehr als zwei Jahren ohne Niederlage in eigener Halle. Dass das Hinspiel im September in der Teckhalle mit 19:30 unerwartet heftig in die Binsen ging, lässt sich im Rückblick verschmerzen. Seitdem hat der VfL kein Spiel mehr verloren, die Owener inzwischen immerhin drei. Für Owens Trainer Steffen Klett ist die unheimliche Heimserie des Gegners kein Mysterium. Deshalb hieß es im Training in der Teckhalle diese Woche, anders als sonst üblich: absolutes Harzverbot. Was der fehlende Kleister - in Kirchheims Hallen seit jeher verboten - bewirken kann, erfuhr zuletzt der TSV Köngen. In der harzfreien Storlach-Sporthalle in Reutlingen ging der Landesligist gegen den Tabellenviertletzten am Samstag mit 21:30 baden. Selbiges will Klett verhindern. „Natürlich ist das ein Thema. Ohne Harz wird es ein ganz anderes Spiel“, sagt er. „Was man jedoch nicht ändern kann, sollte man so schnell wie möglich akzeptieren.“

Dabei hilft Selbstvertrauen. Nach dem Einzug ins Final Four des Bezirkspokals gegen Landesligist Dettingen/Erms und dem 36:27-Erfolg gegen Verfolger Bernhausen ist die Brust breit und der Kopf frei. Die Rückkehr von Dominic Fischer und dem Württembergliga-erprobten Routinier Lars Kirchner geben der torhungrigsten Mannschaft der Liga zusätzlich Halt. Klett ist aber auch klug genug, zu wissen, wann er vom Gas auf die Bremse wechseln muss: „Es ist schön, da oben zu stehen“, sagt er. „Aber die letzten Spiele waren längst nicht so klar wie das Ergebnis.“

So wollen sie spielen

Vfl Kirchheim: Pisch, O. Latzel, Keller, Habermeier, Sadowski, Rudolph, Mikolaj, Pradler, Metzger, Hamann, Real, S. Latzel, Schwarzbauer, Böck, Merkle

TSV Owen: Carrle, F. Einselen - B. Klett, M. Raichle, Bäuchle, S. Klett, Bittner, Kerner, Thum, Fischer, H. Raichle

Der TSV Weilheim schöpft neuen Mut

Es ist das Kellerduell der Handball-Bezirksliga: Der TSV Weilheim als Vorletzter ist heute Abend zu Gast beim Drittletzten TSV Neckartenzlingen. „Für uns ist es ein Vier-Punkte-Spiel“, meint Weilheims Trainer Timo Klein. Mit einem Sieg würde der TSVW am Gegner vorbeiziehen. Doch Neckartenzlingen gilt als heimstark, mit einer unorthodoxen Defensive, die den Weilheimern bei der Niederlage im Hinspiel große Probleme bereitete. „Das darf uns nicht wieder passieren“, sagt Klein. „Wir müssen uns auf uns selbst konzentrieren und diszipliniert Handball spielen.“ Ein Mutmacher: Spielerisch verzeichneten die Weilheimer in den beiden vergangenen Wochen einen Aufwärtstrend.pa

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