Lokalsport

Wiedersehen macht Freude

Die lokalen Fußballligen liefern immer wieder Geschichten: An diesem Wochenende waren es besonders viele.

Kirchheim. Und wöchentlich grüßt das Murmeltier. So lässt sich die Situation beim mittlerweile bärenstarken Aufsteiger VfL Kirchheim bezüglich des Toreschießens beschreiben. Zwar stockte die Maschinerie am vorletzten Spieltag beim 1:0 gegen den FC Donzdorf kurz, doch gestern kam das Team von Spielertrainer Markus Schweizer beim 7:0 in Denkendorf wieder in Fahrt. Wer nun glaubt, dass stundenlanges Torschusstraining hinter den Offensivqualitäten steckt, ist schief gewickelt. „Ich lege im Training viel mehr Wert auf das Einstudieren von effektiven Spielzügen“, erläuterte Schweizer nach dem gestrigen Auswärtssieg. Stupides Torschusstraining? Nein, danke. Die Kirchheimer verbesserten sich durch den Kantersieg auf den zweiten Tabellenplatz, weil die TSV Oberensingen überraschend gegen den TSV RSK Esslingen 1:2 patzte.

Die besondere Not für Oberensingens Trainer Peter Merkle: Die Niederlage setzte es ausgerechnet gegen jenen Klub, für den der Ohm-dener rund 400 Spiele in seiner aktiven Zeit absolvierte. Wenig zu lachen hatten gestern auch die Bezirksliga-Fußballer der SGEH. Zwei Gegentore kurz vor der Halbzeitpause waren gegen Titelanwärter SGM T/T Göppingen der Knock-out. Zwar konnten die angeschlagenen Marco Parrotta, Gökhan Demir und Martin Kamradek doch mitmischen, das jüngste Aufwärtssignal für die Mannschaft von Dieter Hiller (vier Punkte aus den vergangenen zwei Partien) bestätigte sich nicht.

Einen schöneren Sonntag verbrachte dagegen Ex-SGEH-Trainer Georgios Karatailidis, auch wenn er überraschend schweißtreibend war. Wegen akuter Personalnöte musste Karatailidis nämlich selbst auflaufen, lieferte ein beachtliches Comeback ab. Und ein erfolgreiches, denn der TSV Neckartailfingen siegte 1:0 beim TSV Deizisau. „Ich habe mich auf dem Platz gut gefühlt“, rekapitulierte Karatailidis, der hinter Angreifer Cosimo Attorre die Fäden im Aufbauspiel zog. Eine Dauerlösung soll sein Einsatz freilich nicht werden, wie der Grieche gleich nach dem Schlusspfiff versicherte.

In Feierlaune war gestern auch Stefan Haußmann, Trainer des Aufsteigers TSV Obere Fils. Im Neulingsduell gegen den FV Plochingen glückte per 3:0 der erste Saisonsieg. „Ich bin unheimlich froh, dass wir für die harte Arbeit endlich einmal belohnt worden sind“, sagte der Jesinger, dessen Team den Premierensieg entsprechend feierte.

Beim Kreisliga A-Tabellenzweiten SF Dettingen war die Stimmung nach dem 3:1 in Raidwangen ebenfalls bestens – obwohl der Dettinger Tross über die Austragungsstätte verwundert war. Statt auf dem Haupt-, kickten die Mannschaften auf dem Nebenplatz. „Dieser ähnelte eher einer Obstwiese, war holprig und eng“, monierte SFD-Trainer Heiko Blumauer. An einen geregelten Spielfluss sei nicht zu denken gewesen. Nichtsdestotrotz nahmen die Sportfreunde die Hürde und vergrößerten den Abstand auf den Tabellendritten auf acht Punkte – dank der reichen Punkteernte auf der Raidwangener „Obstwiese“.

Weiter aufwärts geht es in der Kreisliga A auch für den AC Catania Kirchheim. Beim 5:0 gegen den VfB Neuffen, dem vierten AC-Saisonsieg, hinterließen die Kirchheimer einen beeindruckten VfB-Vorsitzenden Ralf Nuffer. „Wenn Catania ins Kombinieren kommt, kannst du diese Mannschaft kaum stoppen“, erläuterte der ehemalige Bezirksliga-Fußballer. Zweiter Tiefschlag für Nuffer und Co. an diesem Sonntag: Die Neuffener „Zweite“ musste das Kreisliga B-Spiel bei der TG Kirchheim absagen. „Spielabsagen sind eigentlich nicht unsere Art“, betonte der Neuffener Nuffer, „doch wegen Urlaubern und Verletzten mussten wir leider diesen Schritt gehen.“ Ein Rückzug des Teams sei freilich „überhaupt kein Thema.“

Für Michael Panknin (Foto: Markus Brändli), Trainer des B6-Ligisten TSV Notzingen, gab es gestern eine ganz besondere Partie. Der Coach gastierte in Jesingen und damit bei jenem Klub, dem er „sehr viel zu verdanken hat.“ Es sei schon ein „ungewohntes Gefühl“ gewesen, nach seinem Weggang erstmals wieder in den Lehenäckern aufzukreuzen. Als spendabler Gast zeigte sich Panknin allerdings nicht: Per 2:0 beim TSV Jesingen II bestätigte der TSV Notzingen seine gute Entwicklung in der laufenden Runde – das Wiedersehen hat Panknin also auf jeden Fall Freude gemacht.

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