Lokalsport
Wird’s auf dem Spadelsberg wieder wild?

Fußball Kreisliga-A-Tabellenführer SF Dettingen muss auf dem engen Platz in Neuffen mit viel Action rechnen. Bittere Diagnose bei der SGEH vor dem Hit gegen Catania. Von Reimund Elbe

Nebih Kadrija schafft aktuell mental den Spagat zwischen Genießertum und totaler Fokussierung. Der Erfolgstrainer der SF Dettingen ordnet vor dem Auswärtsmatch am Sonntag in Neuffen die aktuelle Situation bei den Sportfreunden mit einem Lächeln aber sachlich ein. „Die Tendenz bei uns ist gut“, sagt der kickende Übungsleiter, sieht den Beginn des Positivtrends beim Teckbotenpokal-Turnier im Sommer. „Damals haben wir die Basis gelegt, denn unser Team wurde in den Turniertagen in allen Facetten geprüft“, bewertet er das damalige Geschehen.

Doch gleichzeitig blickt der Coach nüchtern in die nahe Zukunft, die konkret Auftritt in Neuffen heißt. „Wir müssen diese Aufgabe mit einer großen Bereitschaft annehmen“, fordert der Ex-Oberligaakteur unmissverständlich und fügt an: „Wir setzen nicht auf ein Remis, so ehrlich muss man sein.“ 

Neuffens Co-Trainer Max Pradler überrascht die letzte Aussage rein gar nicht: „Nebih Kadrija und Co Simone Stuppia haben nicht nur auf dem Platz ein sehr starkes Team geformt, sondern auch außerhalb.“ Der VfB-Torjäger (elf Treffer, Platz zwei in der Hitliste hinter SGEH-Stürmer Tim Kammerer) gibt sich kämpferisch, setzt auf spezielle lokale Gegebenheiten. „Auf unserem kleinen Platz entwickelt sich meist ein wildes Spiel mit ständigem Hin und Her, das kommt uns als Außenseiter entgegen“, sagt der Angreifer augenzwinkernd. Die Neuffener hatten kürzlich das System etwas verfeinert, sind seitdem in der Defensive offenkundig stabiler unterwegs. Personell sieht es allerdings nicht prächtig aus. Pradler: „Weniger als die Hälfte des Kaders steht aktuell zur Verfügung, wir müssen deshalb mit Jugendspielern oder Leuten aus der Zweiten aushelfen.“

Rund 250 Höhenmeter über den Spadelsberg wird am Sonntagnachmittag zeitgleich ein weiteres hochinteressantes Spiel über die Bühne gehen. Beim Gastgeber hat sich ein Akteur schwer verletzt, beim Gegner gibt sich der Spielertrainer verschnupft. Für SGEH-Abwehrakteur Nico Kuhn haben sich die Befürchtungen bestätigt. „Er hat einen Kreuzbandriss“, berichtet Trainer Tarik Serour. Die Saison dürfte für den zuletzt in guter Form agierenden Kicker zu Ende sein. Serour: „Nicht nur deshalb betrachte ich die Aufgabe gegen Catania als schwer, denn in dieser Woche hatten wir auch noch etliche Kranke.“ Stand Donnerstagabend hätten ihm lediglich elf positive Rückmeldungen von einsatzfähigen Spielern vorgelegen. Ein Fragezeichen auch noch hinter Stammkeeper Gunnar Hekel. Eventuell müsse ein Jugendtorwart ran, heißt es bei der SGEH, Oldie Jürgen Rechner oder womöglich Tausendsassa Florian Lenuzza.

Cosimo Attorre wollte den lokalen Hit ursprünglich verlegen lassen. Der Coach und Torjäger muss am Sonntag aus beruflichen Gründen zu einem Seminar nach Hannover. „Die SGEH hat die Spielverlegung jedoch abgelehnt“, berichtet der einstige SGEH-Aktive leicht säuerlich, zumal bei Heirat auch oft Partien verlegt würden. Der Kirchheimer musste umdisponieren, plant dabei zu sein, will nun direkt nach der Partie gen Norden aufbrechen. „Wenn wir gewinnen, wird es eine schöne Fahrt“, so der Coach des Tabellenzweiten pointiert.

Das fußballerische Treiben auf der Schwäbischen Alb wird am Sonntag auch unter der Limburg aufmerksam verfolgt. Der TSV Weilheim könnte bei einem Catania-Patzer wieder punktemäßig zu den Kirchheimern aufschließen. Salvatore De Rosa rechnet damit, dass die Partie gegen den Liga-Letzten FV 09 Nürtingen auf Rasen ausgetragen wird. „Am Wochenende soll es ja trockener werden, das hilft“, hofft der Weilheimer Trainer, warnt aber vor einem zu lockeren Gekicke. „Bei Nürtingen geht es jetzt schon fast um alles“, weiß De Rosa, doch er sei sich sicher, dass seine Mannschaft alles tun werde, um zu siegen. Nach der Derbyniederlage in Neidlingen hatten Trainer und Team am Dienstag das Match intensiv besprochen. „Die Mannschaft hat gut reagiert“, setzt der Coach auf Lerneffekte.

Knapp 33 Kilometer beträgt laut Routenplaner die kürzeste Autofahrstrecke von Neidlingen nach Grötzingen – für TVN-Spielertrainer Patrick Kölle kein Neuland. „Ich habe schon zu meinen Boller Zeiten dort gespielt“, erinnert er sich. Am morgigen Sonntag heißt das Konstrukt SGM Aichtal, das Team tummelt sich als Tabellenvierzehnter im Ligakeller. „Wir wollen nach dem Sieg gegen Weilheim oben dranbleiben“, bekräftig Kölle, es gehe an der Aich nicht um einen Schönheitspreis. Der weiterhin erkrankte Lukas Pflüger gilt noch als Wackelkandidat, Nils Faustmann wird den Neidlingern morgen aus privaten Gründen fehlen.