Lokalsport

Yossief Tekles dritter Streich

Hohenneuffen-Berglauf Der Eritreer sichert sich bei der 29. Auflage der Traditionsveranstaltung im Zeichen der Burg als Seriensieger einen Eintrag in den Annalen. Von Reimund Elbe

Scheinbar mühelos auf den letzten Metern: Yossief Tekle beim Zieleinlauf nach 9,3 Kilometern auf dem Hohenneuffen.Foto: Markus B
Scheinbar mühelos auf den letzten Metern: Yossief Tekle beim Zieleinlauf nach 9,3 Kilometern auf dem Hohenneuffen. Foto: Markus Brändli

Das gab es noch nie: Erstmals hat ein Läufer den Hohenneuffen-Berglauf zum dritten Mal hintereinander gewonnen. Yossief Tekle aus Eritrea schrieb bei der 29. Auflage am Sonntag ein Stück lokale Laufsportgeschichte. Bei den Frauen siegte Monika Pletzer aus Frickenhausen. Läuferinnen und Läufer aus der Teckregion konnten sich nicht im Vorderfeld platzieren. Schon kurz nach dem Startschuss regelte Tekle, einst Junioren-Weltmeister im Berglauf, das Tempo an der Spitze. Lediglich Joseph Katib (LAC Quelle Fürth) ging anfangs noch mit, während der deutsche Berglauf-Vizemeister Jonas Lehmann aus dem pfälzischen Heltersberg bereits nach einem Viertel der 9,3 Kilometer langen Strecke am Balzholzer Rathaus überraschend den Kontakt zu den Führenden verlor.

Der Streckenrekord hält

„Yossief war nicht zu halten“, musste auch der spätere Zweitplatzierte Katib alsbald erkennen. Die für Läufer wenig angenehmen Temperaturen von deutlich über 25 Grad bereits am Morgen sorgten mit dafür, dass der Uralt-Streckenrekord von Thomas Greger aus dem Jahr 1995 (34.49 Minuten) unangetastet blieb. Die Stimmung unterwegs? Prächtig - ob in Balzholz, wo mehr als 120 Kinder und Jugendliche auf den Start des Schülerrennens warteten und die über 300 vorbeikommenden Läufer mit La-Ola-Wellen hochleben ließen oder später an der berüchtigten Steilpassage nach der Beurener Skihütte und natürlich am Ziel mitten im Burghof.

„Ich freue mich, auch wenn es heute sehr schwer war“, meinte Sieger Yossief Tekle, der im Ziel erstaunlich frisch wirkte. Nach der Schwitzkur war für ihn erst einmal Entspannung mit einem kalten Tee und dem traumhaften Blick ins Tal angesagt. Aus lokaler Sicht sorgte Monika Pletzer mit ihrem Start-Ziel-Sieg für Sonderbeifall auf der Burg. „Ich fühle mich gut, weiß aber nicht, ob ich Katrin Köngeter halten kann“, hatte sie kurz vor dem Start noch Zweifel geäußert. Doch im Gegensatz zur im Ziel völlig abgekämpften Konkurrentin kam Pletzer speziell auf den Steilpassagen besser zurecht und genoss umso mehr ihren dritten Triumph nach 2012 und 2015.

Auf der Burg herrschte wie immer eine tolle Atmosphäre. Unter den Wartenden war auch der Burgherr Axel Vetter - aus ganz besonderem Grund: Vetter, er verfehlte einst selbst beim Klassiker knapp die „Unter-einer-Stunde-Marke“ („mir fehlten nur vier Sekunden“), erwartete gespannt seinen stellvertretenden Küchenchef. Nach rund 68 Minuten bog Toni Weidinger schließlich um die Ecke. Zu diesem Zeitpunkt war Rennfahrer Wolf Henzler schon zum gemütlichen Teil übergegangen. „Ich habe an diesem Wochenende Rennpause“, berichtete der Porsche-Pilot, „deshalb habe ich die Möglichkeit genutzt, wieder einmal hier dabei zu sein.“ Organisator Frank Klass mischte sich wie gewohnt auch unters Läufervolk. Mit dem Ablauf der Veranstaltung („wir hören viel Positives“) zeigte sich der Macher beim Zielinterview mehr als zufrieden. Im nächsten Jahr haben der TSV Beuren und der TSV Frickenhausen als Veranstaltergemeinschaft etwas Besonderes vor der Brust: Dann steht die 30. Auflage an.

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