Lokalsport

Ziel verpasst, Stimmung gut

Mountainbike: Manuel Fumic kann Platz acht in Kanada Positives abgewinnen

Podium erneut verpasst und trotzdem nicht unzufrieden: Das Fazit von Manuel Fumic nach dem Mountainbike-Weltcup-Rennen in Mont Sainte Anne war gespalten: Einerseits verfehlte er als Achter erneut die Top Fünf, andererseits war es sein bestes Kanada-Ergebnis überhaupt. Auch U23-Fahrer Christian Pfäffle zeigte sich als 17. verbessert.

„Für mich ist es hier immer schwierig“: Manuel Fumic war angesichts seiner bislang eher mauen Bilanz in Mont Sainte Anne nicht u
„Für mich ist es hier immer schwierig“: Manuel Fumic war angesichts seiner bislang eher mauen Bilanz in Mont Sainte Anne nicht unzufrieden mit dem achten Platz. Foto: Armin Küstenbrück

Mont Sainte Anne. Die Strecke in Mont Sainte Anne bleibt für Manuel Fumic und die meisten anderen Deutschen ein schwieriges Terrain. Woran das liegt, vermochte der Deutsche Meister am Sonntag nach dem Rennen auch nicht zu sagen. Allerdings war der achte Platz keine herbe Enttäuschung, allenfalls wenn man davon ausgeht, dass es ein Top-Fünf-Ergebnis werden sollte. Dieses Ziel hatte sich Fumic gesteckt und dass er das vierte Mal in dieser Saison nicht bei der Siegerehrung mit Sekt spritzen durfte, wurmte den 33-Jährigen durchaus.

Zwar blieb Manuel Fumic lange Zeit in Schlagdistanz zum fünften Platz. Nur eine halbe Minute trennte den Kirchheimer bis Ende der fünften von sieben Runden vom Podium. Mit einem starken Finish wäre das noch machbar gewesen, doch das gelang Fumic nicht. Stattdessen kämpfte er mit Mathias Flückiger, der nach einem Defekt von Rang drei zurückgefallen war, dessen Bruder Lukas und dem Tschechen Ondrej Cink um Platz sechs. Manuel Fumic versuchte Druck zu machen, riss eine kleine Lücke, wurde aber wieder eingeholt. Als es in einen Singletrail-Anstieg ­hineinging, ließ er sich überrumpeln.

„Ich war in einer ungünstigen Position. Die anderen sind dann ganz langsam gefahren und haben oben im letzten Stück Gas gegeben“, beschrieb der Kirchheimer die entscheidende Situation rund 1,5 Kilometer vor dem Ziel, als er einige Sekunden verlor, die er nicht mehr aufholen konnte. Zwölf und elf Sekunden hinter dem Schweizer Bruderpaar Flückiger erreichte er als Achter mit 2,58 Minuten Rückstand auf Sieger Nino Schurter (Schweiz, 1.27,19) das Ziel.

„Ich hatte eigentlich gute Beine und bin kein schlechtes Rennen gefahren. Für die Top-Fünf hat es leider wieder nicht gereicht“, sagte Fumic im Ziel. Doch wenn man seinen persönlichen „Mont-Sainte-Anne-Maßstab“ anlegt, sieht das Fazit positiver aus. „Für mich ist es hier immer schwierig. Und Platz acht ist mein bestes Ergebnis hier. Insofern ist es okay“, relativierte er seine Enttäuschung. Die Chance, es besser zu machen, bietet sich Fumic bereits am kommenden Wochenende beim vorletzten Saisonrennen im amerikanischen Windham.

In der Weltcupgesamtwertung behauptete Fumic seinen sechsten Platz, der Abstand zu Platz fünf ist zwei Rennen vor Saisonschluss allerdings angewachsen. Nino Schurter übernahm mit seinem Sieg im Duell mit Weltmeister Julien Absalon die Führung in der Gesamtwertung. Olympiasieger Jaroslav Kulhavy, der bis dato vorne gelegen hatte, wurde nur 13.

Auch für Christian Pfäffle hätte es in Mont Sainte Anne besser laufen können, doch der positive Teil überwog in seinem Fazit nach Erreichen des 17. Platzes mit 7,26 Minuten Rückstand auf Sieger Titouan Carod aus Frankreich (1.15,18). In der ersten Runde fühlte man sich ans Jahr 2014 erinnert, als Pfäffle in Mont Sainte Anne auch nicht in die Gänge kam. Diesmal lag er noch weiter hinten. Auf Position 37 beendete er die drei Kilometer lange Startrunde. „Ich hatte Schwierigkeiten mich zu konzentrieren“, bekannte der Neuffener später im Ziel.

Doch im Gegensatz zum Vorjahr gelang es ihm früher sich zu fokussieren. Bereits in Runde zwei verbesserte sich der Biker vom MTB Teck um neun Plätze, ehe es noch weiter nach vorne ging. Bis zur vierten von sechs Runden, als Pfäffle bereits an 15. Stelle lag. Da musste er an die Box und sein Hinterrad wechseln lassen. „Ich weiß gar nicht, wo ich mir das geholt habe“, rätselte Pfäffle, „es war ein schleichender Plattfuß“, der ihn wieder fünf Plätze kostete. Doch er ließ sich nicht entmutigen, und in der letzten Runde kämpfte er mit dem Bad Uracher Martin Frey und dem Franzosen Maxime Urruty um Platz 15. Bei einem Überholmanöver unterlief Pfäffle allerdings ein Fehler, sodass er vom Bike und kurz laufen musste. Zwei Kilometer vor dem Ziel war das nicht mehr zu kompensieren.

„Es war um Welten besser als bei der EM. Wenn jetzt auch noch die erste Runde besser läuft und ich keinen Defekt mehr habe, kann es auch mal unter die Top Ten gehen“, bilanzierte Pfäffle. Bester Deutscher war Ben Zwiehoff aus Essen, der das Rennen auf Platz acht beendete.

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