Lokalsport

Zielscheibe vor Augen, Matthäus im Sinn

Sportschießen Der TSV Ötlingen startet eine Woche nach dem Saisonauftakt in die neue Zweitligasaison, an deren Ende möglichst der Aufstieg stehen soll. Von Klaus Schlütter

Zoran Vujic besetzt beim TSV die Ausländerposition. Foto: Thomas Kaltenecker
Zoran Vujic besetzt beim TSV die Ausländerposition. Foto: Thomas Kaltenecker

Die Letzten werden die Ersten sein - was schon die Bibel bei Matthäus 12, Vers 30 prophezeit, wollen die Luftpistolen-Schützen des TSV Ötlingen in die Tat umsetzen. Der sieglose Bundesliga-Absteiger startet am morgigen Sonntag auf heimischer Anlage im Rübholz als Mitfavorit in die Saison der Zweitliga Südwest.

„Start!“- mit diesem kurzen Kommando wird Schießleiterin Sylke Bauer um 10 Uhr den ersten Wettkampf der Ötlinger gegen SK Aalen-Nesslau eröffnen. Fünf gegen fünf Schützen, zehn Meter Entfernung, jeweils 40 Schuss auf die Zehner-Ringscheibe - ein Duell auf Augenhöhe. Wie auch das zweite Match der Hausherren um 15.30 Uhr gegen die SGi Ludwigsburg II, die dann zum Abschluss ab 11 Uhr auf den SV Walldorf trifft.

Im Ötlinger Mannschaftskader gibt es gegenüber der Abstiegssaison 2018/19 nur geringfügige Veränderungen. Zum Auftakt besetzt Zoran Vujic die Ausländerposition. Der Serbe - Vorjahrsschnitt 375 von 400 möglichen Ringen - ist allerdings ohne eigene Waffe angereist. Die Genehmigung dazu wurde nicht erteilt, weil der zuständige Polizeibeamte seit drei Wochen krank und ohne Stellvertreter ist. So muss Vujic mit einer Leihwaffe desselben Fabrikats, aber mit umgebautem Griff schießen.

Zweiter Ausländer in Reserve ist wie in den Vorjahren der Türke Yusuf Dikec, dessen Einsatztermine noch offen sind. Die beiden Italienerinnen Rebecca Lesti und Arianna Comi stehen aus beruflichen Gründen nicht mehr zur Verfügung.

Bei den deutschen Schützen rückt André Böhm fest in den Kader. Der 31-jährige Franke aus der Nähe von Bamberg hat sich bei zwei Einsätzen im Frühjahr mit einem Schnitt von 367,5 Ringen empfohlen. Den Stamm bilden weiter Fabian Dröge (377), Jörg Kobarg (370,6), Achim Rieger (368,8) und Stefan Scharpf (368,1). Torben Engel (361,8) hat an diesem Wochenende etwas Besseres vor - er startet mit dem Nationalteam im Europacup-Finale mit Standard- und Zentralfeuer-Pistole. Im Notfall kann beim TSV Trainer Markus Geipel einspringen, bei Bedarf auch Daniel Berner und Nicola Gach.

Ziel: Ruhe und Selbstvertrauen

Vor dem Auftakt richtet Abteilungsleiter Joachim Poppek den dringenden Appell an seine Schützen, ihre privaten Planungen diesmal nach den Wettkampfterminen zu richten und nicht umgekehrt, wie es mitunter der Fall war. „Ich habe keine Lust, das noch mal mitzumachen“, mahnt der Chef und ergänzt: „Noch vor dem Ziel sofortiger Wiederaufstieg steht für mich an erster Stelle, nach der Talfahrt in der vergangenen Saison, wieder die notwendige Ruhe und das Selbstvertrauen ins Team zu bringen.“

Vier der acht Zweiltigamannschaften waren bereits vor einer Woche in die neue Saison gestartet. Der SSV Sandhausen bezwang dabei den SV Willmandingen 1837:1812, der SV Eckartshausen den SV Oberkirch 1820:1810, der SV Willmandingen den SV Oberkirch 1833:1830 und der SSV Sandhausen den SV Eckartshausen 1803:1825 - alesamt Resultate, die in Reichweite der Ötlinger Pistoleros liegen.

Französische Frauen-Power in der Barockstadt

Eine Frau ist der Star unter all den Männern, die am morgigen Sonntag im Schützenhaus Rübholz an den Anschlag gehen: Sandrine Goberville von der zweiten Mannschaft der Schützengilde Ludwigsburg. Die 35-Jährige war siebenmal französische Meisterin und zweimalige Mannschafts-Europameisterin 2010 und 2013. Ihr überragender Wettkampfschnitt von 381,5 Ringen in der vergangenen Saison wurde nur übertroffen von ihrer eigenen Schwester Celine (33), die in der ersten Ludwigsburger Mannschaft die Ausländerposition einnimmt. Celine Goberville gewann mit 387 Ringen in London Olympiasilber 2012 mit der Luftpistole. Dritte im Bunde der zielsicheren Goberville-Frauen ist Cousine Olivia, alle trainiert von Vater Daniel. ks

Anzeige
Anzeige