Lokalsport

Zigarre mit „King Eric“

Endlich wieder Sand zwischen den Zehen. Ein Jubiläumstreffen der besonderen Art sollte in diesem Jahr mein persönliches Sport-Highlight sein. Das Wetter an jenem Spätsommer-Samstag im September am Unterbacher See in Düsseldorf spielte im Gegensatz zur Corona-Krise traumhaft mit. Die Vorfreude auf das Wiedersehen der Beach-Soccer- Kumpanen, mit denen ich 2005 Deutschlands Farben beim europäischen Super-Final in Marseille vertreten durfte, war groß.

Die Begrüßung fiel nach langen Jahren per Ellbogencheck distanziert, aber nicht minder herzlich aus. Unser einziger Ex-Profi im damaligen Team war Thomas Zampach, der 64 Bundesliga-Spiele für Eintracht Frankfurt auf dem Buckel hatte. „Zampe“ ließ sich das Wiedersehen auf Sand nicht entgehen, stieß frisch aus dem Urlaub und direkt vom Düsseldorfer Flughafen zu uns - natürlich mit negativem Coronatest.

Das Spiel auf dem herrlichen Platz am Unterbacher See war zwar nicht mehr so dynamisch wie vor 15 Jahren. Einsatzfreude, Technik und vor allem der Spaß haben aber auch im zunehmenden Alter nicht gelitten. In den Pausen und nach dem Spiel beim Grillen im Freien - eine Kneipentour fiel aus gegebenem Anlass ins Wasser - wurde geflachst und in Erinnerungen geschwelgt.

Wie wir uns damals als krasser Außenseiter und erstmals offiziell vom DFB unterstützt als Gruppensieger in Linz fürs europäische Super-Final qualifizierten. Ein Turnier, das gespickt war mit Profis aus Beach-Soccer-Nationen wie Spanien, Portugal, Italien und Frankreich. Gastgeber-Coach war kein Geringerer als der ehemalige französische Nationalspieler und die Manchester-United-Legende Eric Cantona, der mit seinem Bruder in einem 5000-Mann-Stadion am „Plage du Marseille“ ein Top-Event auf die Beine stellte.

Unvergessen auch die Players-Night, als wir zum Abschluss nach einem respektablen fünften Platz mit „King Eric“ feierten, Zigarren rauchten und in schlechtem Französisch versuchten, über Beach Soccer zu philosophieren. Zurück blieb 15 Jahre später eine weitere schöne Erinnerung, die die Alltagsprobleme durch Corona zumindest für kurze Zeit verblassen ließen.

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