Lokalsport

„Zu viel Personenkult“​

Straßenumfrage in der Kirchheimer Innenstadt zu persönlichen Sport-Vorlieben und den Medien

Welche Sportarten üben Sie in Ihrer Freizeit aus? Finden Sie Ihre Lieblings-Sportarten in den klassischen Medien TV, Hörfunk und Tageszeitungen heutzutage ausreichend repräsentiert? Welche Kritikpunkte in der Sportberichterstattung gibt es? Drei Fragen, mit denen wir Passanten in der Kirchheimer Fußgängerzone kürzlich per Straßenumfrage konfrontierten.

Angelina Brodbeck, 21: Fahrradfahren und schwimmen im Freibad oder Baggersee machen mir besonders Spaß. Außerdem bin ich ein leidenschaftlicher VfB-Fan, der auch schon mal zu einem Heimspiel in die Mercedes-Benz Arena geht und der früher in weiß-roter Bettwäsche geschlafen hat. Die Fußball-Berichterstattung in dem Medien finde ich genau angemessen – es wird weder zu viel noch zu wenig gesendet oder geschrieben. Über das Tischtennis, in dem ich lange Jahre aktiv war, sollte für meinen Geschmack mehr berichtet werden.

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Dino Carita, 32: Daheim habe ich eine Mehrzweckbank, auf der ich mich drei Mal die Woche nach meinem Friseur-Job fit halte. In der Sportberichterstattung stört mich vor allem das viele Gequatsche der Fernseh-Kommentatoren und dass zu viel Fußball gezeigt wird. Volleyball und Handball, zwei Super-Sportarten, sollten für meinen Geschmack öfters gezeigt werden. Am meisten vermisse ich allerdings regelmäßige Übertragungen vom Boxen, da das meine absolute Lieblingssportart ist. Doch offenbar ist die Sportart nicht populär genug.

Ana Fumic, 63: Ich schwimme gerne und fahre Fahrrad – etwa 40 Kilometer pro Woche. Was mich stört, ist, dass im Fernsehen zu viel Fußball gezeigt wird und die anderen Sportarten damit zu kurz kommen. Das ist nicht gerechtfertigt. Jeder Zweite in Deutschland besitzt ein Mountainbike, doch berichtet wird über diesen Sport kaum. Zum Glück habe ich Internet und Teckbote. Über diese Medien erfahre ich dann immer, in welchem Land mein Sohn Manuel gerade um Weltcuppunkte fährt.

Hans-Martin Kleitsch, 64: Ich jogge zwei bis drei Mal die Woche – meistens noch vor dem Frühstück. Als Chefscout des Fußball-Bundesligisten TSG Hoffenheimer ist mein sportliches Hauptinteresse natürlich vorbestimmt, doch die Handball-Europameisterschaft im Januar habe ich mit viel Interesse verfolgt. Tischtennis ist eine andere interessante Sportart, die im Fernsehen viel zu wenig gezeigt wird. Auch gefällt mir nicht, dass die TV-Kommentare oft so wenig sachbezogen sind. Generell wird im Fernsehen zu viel Personenkult betrieben.

Bianca Klotz, 31: Ich mache Nordic Walking und betreibe seit neuestem auch Zumba. Eiskunstlauf und Tanzen sind meine Lieblingssportarten, werden im Fernsehen aber viel zu wenig gezeigt oder laufen auf Sendern wie Sport 1, in denen viel zu viel Werbung läuft. Sie sollten aber besser auf Sendern wie ARD oder ZDF gezeigt und seriös berichtet werden. Auch die Übertragung des ein oder anderen Motorrad- oder Auto­rennens stünde dem Fernsehen gut zu Gesicht.

Ayhan Güngör, 23: Ich kicke mit meinen Kumpels fast jeden Sonntagmorgen auf Kirchheimer Bolzplätzen und bin Fan von Galatasaray Istanbul – Fan und kein Fanatiker, wohlgemerkt. Einen Fernseher besitze ich nicht, auch kein Tageszeitungs-Abonnement, sodass ich mir die notwendigen Informationen aus dem Internet, und dort meist von türkischen Zeitungen, hole. Für meinen Geschmack wird die Fußballberichterstattung in den Medien viel zu hoch gehängt. Syrienkrieg und die Flüchtlingsfrage sind viel wichtiger.