Lokalsport

Zu wenig Podestplätze

Skibezirks-Sportler mit bescheidener Bilanz

Der alpine Rennsport im Skibezirk Mittlere Alb hat schon wesentlich bessere Zeiten erlebt. Vor wenigen Tagen ist eine holprige Wettkampfsaison zu Ende gegangen mit der aufzuarbeitenden Erkenntnis, dass der jüngere Nachwuchs der Konkurrenz deutlich hinterherfuhr.

Kirchheim. Während im Aktiven- und Juniorenbereich bei den insgesamt zehn Verbandsrennen immerhin neun Podestplätze errungen werden konnten, erzielte der Schülernachwuchs der Jahrgänge 2000 bis 2003 gerade Mal zwei dritte Plätze bei 14 SSV- und BaWü-Rennen.

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Dass der Skibezirk in der Saison 2015/16 immer wieder für positive Schlagzeilen sorgte, lag an der individuellen Klasse weniger Protagonisten. So sorgte Bianca Kühn (SAG Göppingen), einstige Skiinternats-Athletin in Oberstdorf, fast im Alleingang für die saisonalen Highlights. Vier Verbandssiege, darunter die baden-württembergische Meisterschaft im Slalom sowie ein zweiter und ein dritter Platz im Riesenslalom bei den „BaWüs“ und „Schwäbischen“, machten die 20-Jährige zur Ski-Königin der Mittleren Alb. Im Trainerteam des Skibezirks bereits integriert, könnte Kühn diejenige sein, die den Renn-Nachwuchs wieder auf ein konkurrenzfähiges Leistungsniveau bringen kann. Mittelfristiges Ziel sollte sein, den Bezirksanteil an den Leistungskadern des SSV wieder auf drei bis vier Läuferinnen und Läufer zu erhöhen. Aktuell fährt mit Stephanie Geissler (SZ Esslingen) nur eine Athletin im U14-Kader des SSV.

Trotz weiterer Podestplätze durch Philipp Hauff vom VfL Kirchheim und Manuela Schmohl (SC Unterensingen), die nur zwei Rennen fuhr, sowie einigen Top-Ten-Platzierungen durch Pascal und André Bischof (SF Dettingen) sowie Nico Bolsinger (SZ Uhingen), fehlte es im Junioren- und Aktivenbereich an der Breite, an regelmäßigen Wettkampfteilnahmen und auch teilweise am skitechnischen Potenzial. Erschwerend kam hinzu, dass der milde Winter für fast durchweg schlechte Bedingungen und Pistenverhältnisse sorgte und es den Läufern mit höheren Startnummern fast unmöglich machte, sich in den Punkterängen nach vorne zu fahren.

Die Bilanz beim Schülernachwuchs fällt mehr als ernüchternd aus. Auf den Nenner gebracht: es war eine der schlechtesten Saisons überhaupt. Die Bezirks-Asse stachen nicht, schieden oft aus, es fehlte die Konstanz. Diese „Achterbahnfahrt“ zog sich wie ein roter Faden durch die vier Wettkampfmonate. Zwei dritte Plätze durch Stephanie Geissler (SZ Esslingen) und zwei vierte Plätze durch Louisa Pegios (VfL Kirchheim) waren die besten Renn-Ergebnisse der gesamten Saison. Für einstellige Platzierungen sorgten auch Lorenz Ender (SC Wiesensteig), Nina Ludwig (VfL Kirchheim), Marie Wahl (SAG Göppingen), Jasmin Linha und Nicky Zankl (beide TSV Jesingen). Schade, dass für den immer stärker werdenden Nicky Zankl die Saison verletzungsbedingt bereits Anfang März abrupt endete.

Jetzt gilt es nach vorne zu schauen. Weichen werden bereits an diesem Wochenende mit einer Bezirks-Sichtungsmaßnahme gestellt. Das U14/U16-Trainerteam mit Bianca Kühn und Dominic Reutter (SZ Uhingen) steht. Die U12 (Perspektivkader) wird von Anna-Lena Unger (TSV Jesingen) und Anke Häberle (TSV Oberboihingen) betreut. Für 2016 hat der Schwäbische Skiverband einige einschneidende Entscheidungen hinsichtlich einer zielgerichteten Nachwuchsarbeit getroffen. So sollen durch eine Neuorganisation eine Leistungsoptimierung, eine Verbesserung des Stützpunktsystems sowie eine intensivere Kooperation mit den Leistungssport treibenden Vereinen erfolgen.

Fazit des abgelaufenen Sportwinters: Der alpine Rennsport im Bezirk Mittlere Alb hatte eine saisonale Leistungsdelle zu verdauen. Doch die positive, motivierende Erkenntnis ist, dass ein junges Team aus aktiven Rennläufern das Zepter übernommen hat und dabei organisatorisch von Eltern unterstützt wird. Sie wollen dafür sorgen, dass die Mittlere Alb im Alpin-Rennsport nicht abgehängt wird.