Lokalsport

Zünglein an der Waage

Weilheims Landesliga-Kicker können Boll die letzten Titel-Hoffnungen rauben

Noch sechs Spieltage bis ultimo in der Fußball-Landesliga. Das Meisterschaftsduell SV Ebersbach gegen Calcio Leinfelden-Echterdingen geht in die entscheidende Phase. Oder wird noch ein Dreikampf da­raus? Die Antwort gibt‘s morgen ab 17.30 Uhr, wenn der TSV Weilheim im Lindachstadion den TSV Bad Boll zum Nachbarschaftsderby empfängt.

Luftkampf: Der Boller Jens Blessing gegen Weilheims Felix Hummel. Das Hinspiel (Szene) gewannen die Kicker aus der Kurgemeinde k
Luftkampf: Der Boller Jens Blessing gegen Weilheims Felix Hummel. Das Hinspiel (Szene) gewannen die Kicker aus der Kurgemeinde knapp 3:2. Foto: Genio Silviani

Weilheim. Die Frage nach einem dritten Aufstiegs-Kandidaten stellt sich nicht mehr für die Gastgeber. Für Weilheim ist der Aufstiegszug abgefahren. Aufspringen könnten noch die Boller, die sich hartnäckig an die Fersen der beiden Duellanten geheftet haben. Der restliche Spielplan beschert dem Team von Trainer Benjamin Geiger mit Heimspielen gegen Ebersbach und Calcio eine vielversprechende Ausgangsposition. Vier beziehungsweise fünf Punkte Rückstand sind durchaus wettzumachen, zumal die beiden Favoriten am 14. Mai noch aufei­nandertreffen und sich gegenseitig die Punkte abnehmen.

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Doch zunächst gilt es für die erstaunlich fitten Höhenflieger aus dem Kurort, die Hürde Weilheim zu nehmen. „Das wird bollenschwer“, meint Abteilungsleiter Adolf Schöllkopf und fügt hinzu: „Ich kann mich nicht erinnern, dort einmal gewonnen zu haben.“ Allerdings laufe es bei seiner Mannschaft in diesem Jahr wirklich gut, „zeitweise über dem Limit“. Deshalb schielen die Bad Boller noch auf Relegationsplatz zwei – wenn sie denn den Crashkurs in Weilheim heil überstehen.

Unter der Limburg fühlt sich Trainer Alexander Hübbe gegen den Nachbarn diesmal als krasser Außenseiter. „Die Boller schwimmen auf einer Erfolgswelle. Für uns ist maximal ein Unentschieden drin“, ist seine vorsichtige Einschätzung. Das sollte machbar sein, wenn seine Mannschaft die Leistung des vergangenen Wochenendes bestätigt. Gegen Calcio (0:1) spielte der TSV auf den Goldäckern auf Augenhöhe.

Noch sechs Spiele, dann tritt Hübbe nach acht Jahren als Weilheimer Trainer von der Landesliga-Bühne ab. Kommt schon Wehmut auf? „Nein, vielleicht später, wenn ich mal in meinen Erinnerungen krame. Jetzt möchte ich die restlichen Spiele noch ein bisschen genießen.“ In der Hoffnung, dass ihm die Mannschaft Gelegenheit dazu gibt.

Auf die Hoffnung, die bekanntlich zuletzt stirbt, setzt ein anderer Kollege, der zu Saisonende ebenfalls Abschied nimmt. Nach dem wichtigen 2:0-Sieg in Ebnat glaubt Köngens Coach Ralf Rueff weiter an den Klassenerhalt. Momentan befinden sich die Grün-Weißen auf dem fünftletzten Tabellenplatz. Steigt der FC Heiningen aus der Verbandsliga ab, würde das den Platz für die Abstiegs-Relegation bedeuten. Rettet sich Heiningen, müssen nur die drei Letztplatzierten in die Bezirksliga runter. Mit Ebnat steht der erste Absteiger so gut wie fest. Zehn andere Mannschaften kann es noch treffen. Selbst der Tabellensechste FV 09 Nürtingen ist mit 34 Punkten noch nicht aus dem Schneider.

„Für uns ist alles drin“, macht sich Rueff Mut. Ob morgen in der Fuchsgrube gegen Calcio Leinfelden-­Echterdingen, darf allerdings bezweifelt werden. Der Favorit, der dort aufkreuzt, kann sich keinen Fehltritt erlauben. Köngen muss die rettenden Punkte wohl gegen die direkten Konkurrenten Bonlanden, Buch und Stammheim holen.

Calcios Rivale Ebersbach hat zu Hause gegen Ebnat eine lösbare Aufgabe. Die „Eber“ stehen vor ihrem 17.  Dreier im 25. Spiel bei sechs Remis und nur zwei Niederlagen. Dabei ließ der Spitzenreiter lediglich elf Gegentore zu. „Die Abwehr ist sensationell. Deshalb tippe ich im Titelkampf auf Ebersbach“, sagt Adolf Schöllkopf. Ralf Rueff pflichtet ihm bei.