Lokalsport

Zum Auftakt aufs Podium

Kirchheimer Segelflieger Nägel und Holighaus Dritte bei Pribina-Cup in Slowenien

Verheißungsvoller Saisonstart für die Segelflieger von der Hahnweide. Beim Pribina-Cup im slowakischen Nitra landeten Sebastian Nägel und Tilo Holighaus von der Fliegergruppe Wolf Hirth auf Platz drei der Doppelsitzerklasse.

Im Anflug aufs Podium: Sebastian Nägel und Tilo Holighaus haben im vereinseigenen Arcus den dritten Platz beim Pribina-Cup in Sl
Im Anflug aufs Podium: Sebastian Nägel und Tilo Holighaus haben im vereinseigenen Arcus den dritten Platz beim Pribina-Cup in Slowenien belegt. Foto: Fliegergruppe Wolf Hirth

Nitra. Zum traditionell ersten Segelflugwettbewerb auf der Nordhalbkugel finden sich die europäischen Segelflieger im slowakischen Nitra ein. In der 100 Kilometer nordöstlich der Hauptstadt Bratislava gelegenen Kleinstadt hat der örtliche Fliegerclub einen sportlich anspruchsvollen Wettbewerb etabliert, der vielen europäischen Spitzenpiloten als erste Standortbestimmung dient. Mit von der Partie in der Doppelsitzerklasse Sebastian Nägel und Co-Pilot Tilo Holighaus von der Fliegergruppe Wolf Hirth.

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Dass so früh im Jahr die Wetterbedingungen noch schwierig sein können, erfuhren die Piloten am ersten Wettbewerbstag. Bei niedriger Wolkenbasis und schwacher Thermik war eine Strecke von 182 Kilometern zu bewältigen. Knapp die Hälfte des Feldes schaffte es wieder zurück zum Flugplatz unterhalb der Burg Nitra. Für das Kirchheimer Duo endete der Tag auf Platz fünf, mit einem Rückstand von nur 49 Sekunden auf das Gewinnerteam Heilmann/Wiessner vom Fliegerclub Kamenz (Sachsen). Der 22-jährige Florian Heilmann hatte somit zu Beginn gleich die Nase vor Europameister Wolfgang Janowitsch (Österreich) und Weltmeister Bert Schmelzer (Belgien).

Am zweiten Wertungstag machte Europameister Wolfgang Janowitsch dann aber deutlich, dass er in der Doppelsitzerklasse derzeit der Mann ist, den es zu schlagen gilt. Mit Co-Pilot Mathias Wersonig nahm er dem zweitplatzierten Team Heilmann/Wiessner auf der 353 Kilometer langen Wertungsstrecke 13 Minuten und 27 Sekunden ab. Das Siegerteam kam damit auf eine Durchschnittsgeschwindigkeit von 97,6 km/h. Mit 84 km/h Durchschnittsgeschwindigkeit und Tagesplatz acht zählte das Kirchheimer Duo noch zu den glücklichen Heimkehrern des Tages. Für die Piloten von Platz elf bis 20 endete der Tag vorzeitig auf einer Wiese.

Als echter Highspeed-Tag erwies sich dann der dritte Wertungstag. Während einer mit zwei Stunden vorgegebenen Wertungsdauer mussten die Piloten eine möglichst lange Strecke zurücklegen. Gutes Timing ist bei einer solchen Aufgabe zwingend, denn bei zu spätem Überfliegen der Ziellinie werden die Kilometer nach dem Zeitlimit nicht gewertet. Mit nur 41 Sekunden Differenzzeit und einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 120 km/h lösten die Kirchheimer Nägel und Holighaus diese Tagesaufgabe hervorragend. Einen Tick schneller waren nur noch die Teams Schulz/Triebel (Geislingen) und Halonen/Virtanen (Finnland).

Am vierten und letzten Wertungsflug war von den Piloten wieder vorsichtigeres Wettertaktieren gefordert. Bei geringeren Steigwerten und niedriger Wolkenuntergrenze gleicht das Hangeln von Aufwind zu Aufwind durchaus einem Geduldsspiel. Wer bei einem schwachen Aufwind zu ungeduldig weiterfliegt,­ ist für den Augenblick schneller als die Konkurrenz, kann diese aber unter Umständen wenig später vom Außenlande­acker aus beobachten. Mit 88 km/h hatte der Slowene Anton Sibanc am Ende die Nase vorne. Nägel/Holighaus beendeten den Tag auf Platz vier hinter Wolfgang Janowitsch.

In der Endabrechnung hatte der Europameister dann aber doch die meisten Punkte gesammelt und konnte einen klaren Gesamtsieg feiern. Mit nur 31 Punkten Rückstand auf das zweitplatzierte Team Halonen/Virtanen (Finnland) waren Nägel/Holighaus beim Saisonauftakt hervorragend unterwegs.