Lokalsport

Zum Finale herrscht auf der Hahnweide Hochbetrieb

Segelfliegen Kirchheimer Piloten haben das spätsommerliche Wetter für ausgedehnte Flüge genutzt.

Beim Segelkunstflug kommt es darauf an, das Flugzeug in jeder Lage perfekt zu beherrschen und die ­Figuren exakt nach Vorgabe zu
Beim Segelkunstflug kommt es darauf an, das Flugzeug in jeder Lage perfekt zu beherrschen und die ­Figuren exakt nach Vorgabe zu fliegen.Foto: Lars Reinhold

Kirchheim. Mit den kürzer werdenden Tagen und sinkenden Temperaturen geht für die Fliegergruppe Wolf Hirth die Segelflugsaison zu Ende. Das vergangene Wochenende allerdings bot mit Sonnenschein, mäßigem Wind und frühherbstlicher Thermik gute Bedingungen für einen Saisonabschluss ganz im Sinne der Piloten.

Mit dem Segelkunstflug war dabei eine in den vergangenen Jahren auf der Hahnweide nur wenig praktizierte Spielart des motorlosen Luftsports zu erleben. Dabei gilt es, in einem imaginären Luftraum-Würfel mit 1000 Metern Kantenlänge - der sogenannten Box - ein definiertes Programm von Figuren wie beispielsweise Loopings und Rollen so exakt wie möglich zu fliegen, wobei im Wettbewerb jede noch so geringe Abweichung von der Idealform mit Punktabzügen bestraft wird. Der Pilot bewegt sein Flugzeug mit Geschwindigkeiten von bis zu 280 km/h durch die Box und ist Kräften bis zum 6,5-Fachen der Erdbeschleunigung ausgesetzt.

Rückblickend war die Saison trotz des coronabedingt späten Beginns für die Fliegergruppe Wolf Hirth durchaus ein Erfolg. Größter Triumph war der zweite Platz in der Segelflug-Bundesliga, in der die Piloten im Jahr zuvor noch gegen den Abstieg geflogen waren. Meisterschaften und zentrale Wettbewerbe fanden nur vereinzelt statt. Dabei konnte Tilo Holighaus beim E2Glide-Wettbewerb, in dem Segelflugzeuge mit elektrischem Hilfsantrieb an den Start gehen und in jedem Flug einen definierten Energiebetrag einsetzen dürfen, Platz zehn erfliegen. Lars Reinhold belegte beim Doppelsitzer-Kunstflugwettbewerb in Agathazell im Allgäu Rang drei in der Sportsman-Klasse.

Beeindruckend sind neben den zwei „greifbaren“ Pokalen und Urkunden aber auch die erflogenen Kilometer der Kirchheimer Piloten. Insgesamt flogen sie mit knapp 170 000 Streckenkilometern gut ein Drittel mehr als im Jahr zuvor. Interner Spitzenreiter war Albert Kießling mit allein 22 700 Kilometern. Der weiteste Flug von der Hahnweide aus gelang Maximilian Schäfer, der im Juli 1196 Kilometer am Stück absolvierte. Schnellster Pilot war Sören Nölke, der im August über 370 Kilometer einen Schnitt von 148 km/h flog.

„Wir können mit dem Ergebnis wirklich zufrieden sein“, kommentiert Eric Neubronner, Segelflugreferent des Vereins, die Saison. „Der Erfolg in der Bundesliga ist eine tolle Teamleistung, an der viele Piloten ihren Anteil haben.“

Wie die nächste Saison aussehen wird, hängt maßgeblich von der weiteren Entwicklung der Corona-Pandemie ab. „Die Devise muss in jedem Fall lauten, viel, sicher und mit Spaß zu fliegen“, sagt Norman Baum, Erster Vorsitzender der FG Wolf Hirth. „Alles Weitere wird sich von ganz allein ergeben.“ lr

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