Lokalsport

Zwei Nachbarn klagen sich ihr Leid

Kreisliga-Fußball Der SV Nabern kommt in der Kreisliga A, Staffel 2, nicht aus dem Keller. Das 0:3 gegen Oberboihingen ist bereits die fünfte Niederlage in Folge. Auch Dettingen findet nicht in die Spur. Von Klaus Schlütter

Gegenseitig Mut zureden: Beim SV Nabern hat man das zurzeit bitter nötig.Foto: Genio Silviani
Gegenseitig Mut zureden: Beim SV Nabern hat man das zurzeit bitter nötig.Foto: Genio Silviani

Axel Maier und Christian Renz sind Nachbarn in Jesingen. Zurzeit haben beide reichlich Gelegenheit, sich gegenseitig ihr Leid zu klagen. Kein Wunder: Maier ist Spielleiter beim SV Nabern, dem punktlosen Tabellenletzten der Kreisliga A. Renz steht den Fußballern der Sportfreunde Dettingen, die einfach nicht in die Gänge kommen, als Abteilungsleiter vor.

Ist die Dettinger Punkteausbeute bei fünf Zählern Rückstand auf die Tabellenspitze noch einigermaßen akzeptabel, die Leistungen sind es nicht. Auch gegen das bescheidene Team aus Raidwangen bot die Truppe von Robin Jaksche wieder nur Magerkost. Als einziger fasste sich Andreas Schmid ein Herz und hielt in der 80. Minute aus 16 Metern drauf. Heraus kam das einzige Tor des Tages. Nicht auszudenken, was passiert wäre, wenn die Gäste nicht kurz zuvor statt an die Unterkante der Latte ins Netz getroffen hätten.

„Unsere Mannschaft ist besser besetzt als im Vorjahr, aber sie bringt es einfach nicht auf den Platz. Die Spieler wirken wie gelähmt. Ich kann mir das nicht erklären“, rätselt Christian Renz. Selbst der sonst so treffsichere Tim Lämmle hat momentan Ladehemmung, vergab zwei sogenannte Hundertprozentige. Einer jedoch verdient uneingeschränktes Lob: Jens Kronenberger. Spielertrainer Jaksche schied bereits in der 5. Minute verletzt aus. An seiner Stelle sprang Kronenberger für die restlichen 85 Minuten ein, obwohl er vorher schon 90 Minuten beim 5:1 der „Zweiten“ gegen Ohmden/Holzmaden gespielt hatte, und bot eine respektable Leistung. Hut ab vor so viel Einsatzfreude.

Gar keine Freude kommt gerade in Nabern auf, wo die „Nullinger“ der Liga zu Hause sind. Die 0:3-Schlappe gegen Oberboihingen war schon die fünfte in Folge. Und was noch schlimmer ist: In 450 Spielminuten haben sie erst ein einziges Tor zuwege gebracht. Das erklärte Saisonziel, oberes Mittelfeld, ist vorerst nur mit dem Fernglas zu erkennen. „Bei uns kommen gerade viele Gründe zusammen“, meint Michael Dangel. Der Abteilungsleiter verweist auf die verletzungsbedingten Ausfälle von Tim Sternemann, Diaz Oelkrug, Marc Schmid und Stefan Weissinger. Auf fehlende Führungsspieler, welche die 19- und 20-Jährigen an die Hand nehmen könnten. Auf mangelndes Selbstvertrauen und Verunsicherung durch ausbleibende Erfolgserlebnisse. Marco Hiller, einer der wenigen Routiniers, wurde gestern schmerzlich vermisst. Aus gutem Grund: Der Kapitän und Abteilungsleiter hat am Samstag geheiratet und „flittert“.

Grafenberg und Schlaitdorf spitze

Zwei Mannschaften drücken der Kreisliga A ihren Stempel auf. Grafenberg mit dem überragenden Frieder Geiger (schon 10 Tore) und Schlaitdorf marschieren ungeschlagen vorneweg, aber Catania Kirchheim bleibt ihnen auf den Fersen. Erstaunlich, wo doch die Mannschaft vor nicht allzu langer Zeit wegen Spielermangels fast geplatzt wäre. „Jetzt haben wir einen 27-Mann-Kader mit einer guten Mischung aus Jung und Alt“, freut sich Spielleiter Maurizio Latte, der auf dem Platz mit seinen 36 Jahren immer noch ehrgeizig mitmischt. Nächstes Jahr feiert der Verein übrigens sein „25-Jähriges“. Die Planungen für das Fest laufen schon.

In Ötlingen feiern sie auch - die erste Tabellenführung in der Sicherheitsliga seit langer, langer Zeit. Und das mit einem Spiel Rückstand. Eine starke Bank und die dadurch gewonnene Breite sind laut Trainer Benedetto Savoca das Erfolgsgeheimnis. Den Beweis lieferte Michele Canora. In Nabern wurde er in der zweiten Halbzeit eingewechselt und erzielte auf Anhieb zwei Tore zum 4:2-Erfolg. Bitter nur, dass sich Lucas Schmid im dritten Spiel nach einjähriger Zwangspause (Kreuzbandriss) gleich wieder verletzte. Seine Mitspieler nach dem Sieg: „Wir haben für Lukas extra Gas gegeben.“

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