Lokalsport

Zwei Wochen, vier Spiele, null Sorgen

Basketball Zweimal auswärts – zweimal daheim: Kirchheims Basketballer reisen zum Auftakt der Englischen Wochen morgen zum Tabellenachten nach Köln. Von Bernd Köble

Streng bewacht: Nach den jüngsten Auftritten von Knights-Spielmacher Carrington Love dürften seine Gegner in Köln morgen gewarnt
Streng bewacht: Nach den jüngsten Auftritten von Knights-Spielmacher Carrington Love dürften seine Gegner in Köln morgen gewarnt sein (Szene aus dem Hinspiel).Foto: Tanja Spindler

Für wen der Liga-Alltag ein sanftes Ruhekissen ist, der sucht sich andere Gründe für schlaflose Nächte. Der Super-Bowl, das größte Sportspektakel in den USA, elektrisiert Amerikaner - und nicht nur die - weltweit. Logisch, dass auch die US-Gemeinde unter Kirchheims Basketballern in der Nacht auf Montag eine Mütze Schlaf gegen die vielleicht spektakulärste Aufholjagd der Sportgeschichte eintauschte. Knights-Trainer Michael Mai ist nicht nur Fan der New England Patriots, sondern auch ein Bewunderer von Football-Trainerlegende Bill Belichick. „Er ist ein Coach, von dem man eine Menge lernen kann“, sagt Mai. Wie man nach scheinbar aussichtslosen Rückständen Erfolge feiert, kann er damit kaum gemeint haben. Diesen Kniff kannte Mai schon vor dem Wochenende.

Welche Bühnenshow seine Mannschaft diesmal wählen wird, ist noch ein Geheimnis. Personell hat Mai keine Sorgen. Sicher ist jedoch: Nach turbulenten Wochen mit vier Siegen sind Gegner und Zeitpunkt gefährlich. Köln, Baunach, Nürnberg, Essen - die Erwartungen sind in allen vier Fällen groß. Das Risiko, genau daran zu scheitern, nicht minder.

„Welches Potenzial seit Jahresbeginn in der Kölner Mannschaft steckt, hat man in Crailsheim gesehen“, sagt Michael Mai. Der Kölner Überraschungserfolg bei den Merlins vergangene Woche - ein Warnschuss vor dem morgigen Spiel in der Domstadt. Mit Center Anthony King und Pro-A-Rückkehrer Richie Williams haben die Rheinländer zur Saisonmitte stark nachverpflichtet. King legte in der Hohenlohe-Arena mit 14 Punkten und elf Rebounds zuletzt ein Double-Double auf. Williams ist seit seinem unfreiwilligen Abschied vom insolventen Erstligisten Hagen zwar noch nicht der, den man kennt. Kirchheims letztjähriger Kapitän kommt aber immer besser in Tritt. Zudem dürfte er gegen seinen Ex-Coach, mit dem ihn nach wie vor eine Freundschaft verbindet, morgen besonders motiviert sein.

Der, den Williams im Spielaufbau neben sich hat, ist gleichzeitig gefährlichster Mann bei den Kölnern, die ebenfalls vier der vergangenen fünf Spiele gewonnen haben: Shooting-Guard Hugh Robertson kommt im Schnitt auf 15,3 Punkte und ist mit 5,9 zweiten Bällen neben dem Deutschen Dennis Heinzmann gleichzeitig bester Rebounder im Team.

Morgen Abend erwartet die Ritter zudem die gewaltigste Kulisse, die sich in der Liga finden lässt: auch wenn die knapp 20 000 Zuschauer fassende Lanxess-Arena nur zu einem Bruchteil besetzt sein wird. Die ungewohnten Dimensionen in der Halle bereiteten Kirchheims Schützen schon im vergangenen Jahr ernste Probleme, auch wenn die folgenlos blieben. Verloren haben die Knights in den beiden gemeinsamen Spielzeiten mit den Domstädtern bisher noch nie. Das Hinspiel im Oktober endete 88:72.

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