Lokalsport

Zwischen Entsetzen und Ernüchterung

Landesliga: Fehlstart der Teckteams perfekt

Nicht eben von Erfolg gekrönt war der Rundenstart der beiden Teckvereine in der Fußball-Landesliga. Der reichlich uninspirierten Leistung des VfL Kirchheim am Freitagabend in Ebersbach (1:6) folgte gestern eine über weite Strecken enttäuschende Vorstellung des TSV Weilheim beim 0:1 gegen den TV Echterdingen.

Weilheim/Kirchheim. „Das war zu wenig. Wir haben nicht genügend Aufwand betrieben, um unser Ziel zu erreichen“, sparte ein ernüchterter Alex Hübbe nicht mit Kritik. Der Coach der Limburgstädter hatte seine Mannschaft im Vergleich zu den letzten Spielen der Vorsaison auf gleich sieben Positionen neu besetzt. Neben den Neuzugängen Emrah Polat, Ferdi Er und Markus Großhans fanden sich auch Philipp Haußer und Lennart Zaglauer in der Startelf wider. Hinzu kamen mit Felice Galeota und Steffen Kuch noch zwei Akteure, die in der Vorsaison eher Ergänzungsspieler waren.

Während Galeota in der Innenverteidigung einen soliden Part spielte, sollte Kuch im defensiven Mittelfeld die Fäden ziehen. Doch es zeigte sich einmal mehr, dass aus elf guten Individualisten nicht automatisch ein Team wird. Abstimmungsprobleme gab es somit in allen neu zusammengewürfelten Mannschaftsteilen und somit noch eine Menge Arbeit für Hübbe. Personelle Alternativen ergaben sich für den Weilheimer Übungsleiter nur partiell. So plätscherte das Spiel besonders in der zweiten Halbzeit mehr und mehr vor sich hin.

Für Gästetrainer Aleks Kalic, einst erfolgreicher A-Junioren-Coach beim VfL Kirchheim, lief‘s hingegen nach Plan. „Wir wollten hier mindestens einen Punkt mitnehmen. Dass es nun drei sind, ist umso schöner.“ Besonders im schnellen Umschalten von Abwehr auf Angriff zeigten sich die Echterdinger den Gastgebern gegenüber überlegen. Gut integriert sind auch die Ex-VfL-Kicker Marcel Helber, David Hertel, Michael Dast, Serdar Kurt und Torhüter Valentin Haug. „Wenn wir am Ende unter den ersten sechs sind, haben wir unser Ziel erreicht“, so Kalic weiter.

Ein solches hat auch Uwe Heth. Der einstige Kirchheimer Oberliga-Kicker und VfB-Juniorentrainer koordiniert in Weilheim die A-, B- und C-Junioren und plant – besonders für den Aktivenbereich – die Etablierung eines sogenanntes „Perspektivteams“. Dies besteht aus den Ergänzungsspielern der ersten und zweiten Mannschaft sowie der A-Junioren und wird von Heth selbst sowie Landesliga-Co-Trainer Danell Stumpe betreut. In Testspielen sollen die Akteure Spielpraxis sammeln und unter den Augen ihrer Trainer Profil gewinnen. Der erste Testspielgegner steht auch schon fest – die U19-Mannschaft des VfL Kirchheim. Deren Trainer ist Uwe Fechter, sowohl Heth-Freund als auch Weilheimer.

Die 150 Zuschauer hatten gestern übrigens räumlich kurzfristig umdisponieren müssen. Weilheims früherer Fußball-Abteilungsleiter Edi Linha klärte auf, dass im Lindachstadion in den Strafräumen neue Rollrasenstücke eingesetzt worden waren, die durch ein externes Pflegeunternehmen zu früh gemäht und dadurch wieder zerstört wurden. Bis zum nächsten Heimspiel in zwei Wochen, so Linha weiter, soll dann mittels eifriger Wässerung und vorsichtiger Pflege die Premiere in gewohnter Umgebung stattfinden.

Seiner Heimpremiere am Wochenende gegen den TSV Bad Boll (Samstag, 18 Uhr) fiebert auch der VfL Kirchheim entgegen – auch wenn das Entsetzen nach der 1:6-Niederlage zum Rundenauftakt beim SV Ebersbach am vergangenen Freitag immer noch groß ist. „Vier individuelle Fehler und zwei Strafstöße führten zu den sechs Gegentreffern“, so Trainer Andreas Gerstenberg, der den Zeitraum von der achten bis zur 38. Minute am liebsten aus seinem Gedächtnis verbannen würde. „Wir haben einen Haufen Lehrgeld bezahlt,“ sagt Gerstenberg, der darauf baut, dass seine Mannschaft genau weiß, was sie falsch gemacht hat.

Ob ausgerechnet gegen die mit einem 1:0 über Schnaitheim in die Saison gestarteten Boller die Rehabilitation gelingt, erscheint nach der Vorstellung vom Freitag zumindest fragwürdig. Immerhin lichtet sich das VfL-Lazarett ein wenig, denn Sascha Beck wird wohl am Samstag wieder zur Mannschaft stoßen und Gerstenbergs Ankündigung untermauern: „Die Mannschaft wird am Wochenende ein anderes Gesicht haben.“

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