Teckbotenpokal

Alles im grünen Bereich

Pit Bauer Ein Arbeitstag mit dem 58-jährigen Urgestein des TSV Weilheim, der beim ­Teckbotenpokal-Turnier für den Wirtschaftsbetrieb verantwortlich ist.

TB-Pokal 2018 , Teckbotenpokal, Teckboten Pokal, Fußballturnier, Pit Bauer
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Lindachstadion, Weilheim, Donnerstagmorgen, 10 Uhr. Das Team wartet bereits ungeduldig: Vier Männer, die aussehen, als wären sie zu allem bereit. Pit Bauer (58) gibt letzte Instruktionen. Das Aufräum-Kommando kann starten. Es ist in dieser Woche ein täglicher Fixpunkt im Tagesablauf von Pit Bauer, der eigentlich Hans-Peter mit Vornamen heißt. Das Reinigungsteam zieht los, die Spuren des Vorabends zu beseitigen.

Pit Bauer wendet sich dem Versorgungszelt zu. Die Bestandsaufnahme an Wurst, Fleisch und Getränken gehört gleichfalls zum aktuellen Tagesablauf des leitenden Qualitätsmanagers in einem Bissinger Unternehmen. Schnell werden Sorten und Mengen ermittelt und den Lieferanten durchgegeben. Um 15 Uhr öffnet Bauer, der für 500 Arbeitsdienste mit rund 300 Helfern verantwortlich ist, das Gelände. Zur Turnierhalbzeit am Mittwochabend waren bereits mehr als 4 000 Liter Bier, 5 000 Liter alkoholfreie Getränke und unzählige Würste und Schnitzel über Tresen und Theke gegangen.

Gegen 16.30 Uhr trifft das eingeteilte Arbeitspersonal ein, empfängt Instruktionen von Bauer und den sechs Bereichsleitern. Die Miene des Chefs hellt sich auf: „Alles im grünen Bereich.“ Vor vier Jahren, erzählt Bauer, habe er die alleinige Verantwortung getragen. Dieses Mal sei er Koordinator, und die Verantwortung liegt auf den Schultern der sechs Bereichsleiter und ihm - geteiltes Leid ist halbes Leid.

Um kurz vor fünf - die ersten Zuschauer trudeln bereits ein - macht Pit Bauer seine erste Platzrunde des Tages. Hier ein bisschen Small Talk, dort ein bisschen Manöverkritik: „Die Zuschauer sagen, was ihnen nicht passt oder was man besser machen könnte“, weiß Bauer, der solche Vorschläge auch schon mal stante pede umsetzt - wie die Glasgröße im Bierwagen. Bis Mittwoch wurde noch in 0,3-Liter-Gläsern ausgeschenkt, seit Donnerstag gibt’s halbe Liter.

Später im Festzelt gehen die Brötchen zur Neige, reichen nur noch für eine halbe Stunde. Bauer hängt sich ans Telefon, kontaktiert den Bäcker, der im Nachbarort ansässig ist. „In 20 Minuten gibt’s Nachschub“ verkündet Bauer und sorgt für entspannte Mienen. „Wir haben aus dem 2014er Turnier viel gelernt und umgesetzt“, erklärt Bauer seine innere Ruhe.

Auf der nächsten Runde, es ist mittlerweile fast 20 Uhr, gibt’s wieder ein Problem. Das Bier läuft nicht mit dem richtigen Druck - und das bei der Players Night. Bauer zückt sein Smartphone, telefoniert kurz. Die Brauerei aus dem nahen Gruibingen schickt innerhalb von 15 Minuten einen Monteur, der eine neue CO2-Flasche montiert und gleich noch eine Gebrauchsanweisung gibt. „Das ist Kundendienst“, freut sich Bauer, der kurz darauf selbst im Bierwagen am Zapfhahn steht. „Wenn Not am Mann ist, muss man auch selbst schon mal mit anpacken“, weiß er, der sich in seiner Rolle sichtlich wohlfühlt.

Um 1 Uhr früh ist die Players Night offiziell zu Ende - und auch Bauers Arbeitstag: 15 Stunden sind seit der Vergatterung des Aufräumkommandos vergangen - und der Boss des Wirtschaftsbetriebs ist immer noch gut drauf: „Ich glaube, ich würde es beim nächsten Weilheimer Turnier noch mal machen.“

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