Teckbotenpokal

Clever, knitz und ausgeschlafen

So sehen die Turniermacher aus: das Dettinger Orga-Team in der Weinlaube.
So sehen die Turniermacher aus: das Dettinger Orga-Team in der Weinlaube.

Ein Verein rückt zusammen, ein Ort steht Kopf: Mit dem Teckbotenpokal sind für die Sportfreunde Dettingen und die gesamte Schlossberggemeinde gestern Abend mit dem Schlusspfiff des Endspiels nicht nur neun denkwürdige Tage zu Ende gegangen. Für den Verein, der heuer bekanntlich sein 125-jähriges Bestehen feiert, war es das vierte von insgesamt sechs übers Jubiläumsjahr verteilten Events.

„Klar, das Turnier ist der größte Brocken“, weiß der Vereinsvorsitzende Rainer Braun, der mit seinen 1 253 Mitgliedern bereits auf Festakt (März), Festabend (April) und Sporttag (Mai) zurückblicken kann. Im Kalender stehen für die festerprobten Dettinger nun noch der von der Skiabteilung ausgerichtete Inliner-Cup im September und der große Jubiläumsball im November, der auch den Rahmen des 25-jährigen Geburtstags der SFD-Tanzsportabteilung bilden wird.

Alle sechs Events bleiben der Nachwelt dereinst übrigens nicht nur in Form von Festschriften oder Fotoalben erhalten. Die SFD haben sich mit dem Filmclub Dettingen passionierte Hobbyfilmer ins Boot geholt, die jeden Jubiläumstermin auf Video bannen. 20 bis 25 Minuten lang wird der gesamte Film, für den die Klubmitglieder auch während des Teckbotenpokals auf Bewegtbilderjagd gegangen sind.

Mit im Kasten dürfte auch die Weinlaube sein, in der die Dettinger allabendlich edle Rebensäfte ausschenkten. Dass hinter dem Bretterbau eine interessante Geschichte steckt, ist Benjamin Hubert und Jan Reinhold zu verdanken. Der gelernte Elektriker (Hubert) und gelernte Zimmermann (Reinhold) haben die Weinlaube zwischen Weihnachten und Neujahr selbst gebaut. „Jeden Tag zehn Stunden lang“, erinnert sich Hubert, der einer von insgesamt fünf Arbeitsgruppen angehörte, die das Turnier eineinhalb Jahre lang vorbereitet hatten. „In den Gremien waren jeweils einige Leute, die schon beim letzten Teckbotenpokal vor sieben Jahren dabei waren“, weiß Fußballabteilungsleiter Christian Renz, der gemeinsam mit Rainer Braun als Turnierchef fungierte. „Wir haben viel Wert auf Details gelegt und vieles im Vergleich zu 2010 optimiert“, so Renz.

Beispiel Weinlaube: Der holzgewordene Inbegriff Dettinger Gemütlichkeit landet nicht etwa bei der nächsten Sonnwendfeier auf dem Käppele im Feuer. „Die ist modular auf- und abbaubar“, erklärt Benjamin Hubert, „wir bieten sie zur Vermietung an.“

Clever, knitz und ausgeschlafen - so werden die Dettinger um ihr 20-köpfiges Orga- Team und die rund 350 Helfer den Teckbotenpokal-Fans in Erinnerung bleiben - vielleicht bis 2025. In acht Jahren feiert nämlich die Fußballabteilung ihren 100. Geburtstag. Eigentlich ein idealer Anlass, um das Turnier mal wieder auszurichten. „Warum nicht?“, ist Christian Renz, der dann mit 40 auch im besten Schwabenalter wäre, nicht abgeneigt. „Aber erstmal abwarten, ob ich 2025 überhaupt noch Abteilungsleiter bin“, lacht er.

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