Teckbotenpokal

Der Lewandowski von der Teck

Torjäger Tim Lämmle will Turniergastgeber SF Dettingen ins Endspiel schießen.

Unglaublich guter Torriecher: Dettingens Tim Lämmle. Foto: Markus Brändli
Unglaublich guter Torriecher: Dettingens Tim Lämmle. Foto: Markus Brändli

Dettingen. Vor heimischer Kulisse sind alle Augen auf ihn gerichtet. Wird Tim Lämmle (28) auch beim Teckbotenpokal seinem Ruf als überragender Torjäger gerecht? Schießt er die SF Dettingen ins Endspiel, so wie er in der abgelaufenen Saison mit seinem Torinstinkt den Weg zur Vizemeisterschaft in der Kreisliga A geebnet hat? Der Anfang ist jedenfalls gemacht. Nach den ersten beiden Spielen des Teckbotenpokals liegt er mit drei Treffern bereits aussichtsreich im Rennen.

Der 1,83 Meter große Vollblutstürmer ist das Aushängeschild der Sportfreunde von den „Unteren Wiesen“. Ein Typ wie Robert Lewandowski vom FC Bayern München, seinem großen Vorbild. Ähnlich in der Statur. Schnell auf den Beinen. Ausgestattet mit einem unbändigen Drang zum Tor und dem absoluten Willen, in jedem Spiel zu treffen. Viermal in vier Jahren hat er schon mehr als 40 Tore geschossen. Unglaubliche 60 waren es diesmal, doppelt so viele wie sein Idol in der Bundesliga. Niemand kann sich erinnern, dass in der A-Klasse einer jemals mehr Kisten gemacht hat - vermutlich also ein Allzeitrekord.

„Er hat einen wahnsinnig guten Torriecher“, sagt Spielleiter Thomas Beller, „die Mannschaft weiß, was sie an ihm hat. Sie legt ihm auf, so gut es geht.“ Das könnte sich in der kommenden Saison sogar noch positiver gestalten. Mit den spielenden Trainern Robin Jaksche und Coskun Isci (Co) sowie Okan Kanarya haben sie die Dettinger mit Spielern verstärkt, die den Knipser von der Teck vermehrt mit Vorlagen füttern werden.

Die Ausrichtung auf einen zentralen Stürmer birgt natürlich auch Gefahren. Wird er vom Gegner wirkungsvoll beschattet, lahmt das Angriffsspiel - so wie am Dienstag beim 0:0 gegen den TV Unterlenningen. Um das zu verhindern, wird Jaksche versuchen, die Lust am Toreschießen auf mehrere Schultern zu verteilen. Was den Ehrgeiz von Tim Lämmle jedoch nicht bremsen wird.

Einer wie er, der immer dorthin geht, wo‘s weh tut, muss auch manch schmerzhaften Tritt ertragen. „Er kriegt viel auf die Knochen. Aber er kann einstecken. Er beißt die Zähne zusammen und teilt nicht aus. Er ist ein fairer Sportsmann“, betont Beller. Dazu Lämmle mit einem Lächeln: „Ich schlage halt mit Toren zurück.“

Dass es trotz seines Torrekords wieder nicht zum Aufstieg in die Bezirksliga gereicht hat, wurmt ihn immer noch. Im dritten Anlauf innerhalb von drei Jahren soll es endlich klappen. Und wenn nicht? Hat der Ur-Dettinger immer noch Wechselwünsche nach dem kurzen Intermezzo 2015 in Bad Boll, wo er aus beruflichen Gründen - Lämmle ist bei der Gemeinde als stellvertretender Betriebsleiter des Hallenbads und Hausmeister angestellt - nicht so intensiv trainieren konnte, wie es notwendig gewesen wäre? Schließlich haben sich seine Qualitäten längst auch bei ranghöheren Vereinen herumgesprochen. Dazu Lämmle vielsagend: „Kein Kommentar“.

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