Teckbotenpokal

„Er ist das Herz und das Hirn von Weilheim“

Günther Friess Ohne den 62-jährigen TSVW-Multifunktionär wäre das Turnier im Lindachstadion nicht denkbar.

Spieler, Trainer, Schiedsrichter, Abteilungsleiter, Sportlicher Leiter - vermutlich ist es leichter zu fragen, welche Funktion Günther Friess bei den Fußballern des TSV Weilheim noch nicht innehatte. Doch egal, in welcher Rolle der 62-Jährige für seinen TSVW aktiv war, ist und in Zukunft sein wird: der Status einer unermüdlichen Fleißbiene trifft auf ihn immer zu.

Auch als Chef de Mission beim Teckbotenpokal lässt „Ginne“, wie er in der lokalen Kickerszene genannt wird, nichts anbrennen. Schließlich laufen bei ihm alle organisatorischen Fäden zusammen, was den sportlichen Bereich des einwöchigen Events angeht, seit der Verein im Frühjahr 2016 den Zuschlag für das diesjährige Turnier bekommen hat. Dabei wollte er eigentlich anfangen, in Sachen Ehrenamt kürzerzutreten, als er 60 wurde. „Aber ich bin keiner, der geht, wenn‘s drauf ankommt“, betont er.

Den Verein im Stich lassen - für einen wie Günther Friess undenkbar. Lediglich Anfang der Achtzigerjahre war er mal fremdgegangen, als er drei Spielzeiten lang für die SF Dettingen die Kickstiefel schnürte. Aber auch nur, weil sein alter Weilheimer Kumpel Günther Ascherl dort Trainer war. Beide leiteten Anfang der 2000er-Jahre als sportlich Verantwortliche auch allmählich mit den Aufstieg der Weilheimer ein, der im Landesligaaufstieg vor acht Jahren seinen vorläufigen Höhepunkt fand. „Das war auch für mich das Highlight, weil das davor noch nie eine Weilheimer Mannschaft geschafft hatte“, schwärmt Friess, der darüber hinaus den Umbau des Lindachstadions zwischen 2004 und 2006 als Meilenstein verbucht.

Zumal der TSVW das fertiggestellte Schmuckkästchen damals als Gastgeber des Teckbotenpokals zum ersten Mal seit Umstellung auf den einwöchigen Turniermodus einweihen durfte. „Der Aufwand im Vergleich zu damals ist heute doppelt so groß“, sagt Günther Friess, dem bei der Organisation jedoch sein guter Draht zu den umliegenden Vereinen und dem Fußballbezirk zugutekommt. Beispiel TSV Oberboihingen: Dass der A-Ligist vom Marbach überhaupt in Weilheim mitspielt, ist einem Anruf von Friess bei Stefan Hein zu verdanken - der ist gebürtiger Weilheimer, war jahrelang Stadionsprecher im Lindachstadion und ist familiär bedingt mittlerweile Sportchef in Oberboihingen. „Klar, dass wir bei der Zusammenstellung des Teilnehmerfelds an ihn und den TSVO gedacht haben“, sagt Friess.

Kontakte hegen, Kontakte pflegen - eine der vielen Stärken des Mannes, den sie während seiner aktiven Kickerzeit „Netzer“ nannten. Nicht nur, weil er die 10 trug, sondern weil er in den Siebzigern eine ähnliche Frisur wie sein berühmter Vornamensvetter aus Mönchengladbach trug.

Die Haare mögen bei Günther Friess zwar seitdem weniger geworden sein, die Liebe zu seinem Heimatverein bleibt dafür unverändert. „Der TSV ist für mich eine Herzenssache. Ich kann nicht anders, als mit anzupacken“, lacht er, der dank seiner offenen Art einen exzellenten Ruf in der Region genießt. „Mit Ginne habe er jede Sekunde der Zusammenarbeit genossen“, schwärmt Ex-Trainer Chris Eisenhardt, „er ist das Herz und das Hirn von Weilheim.“

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