Teckbotenpokal

Kein Ende der Durststrecke

Rückblick Der TV Neidlingen stand 2015 zum vorerst letzten Mal im Endspiel, verlor jedoch beim damaligen Turnier im Ötlinger Rübholz im Elfmeterschießen gegen den TSV Jesingen. Von Reimund Elbe

Hochbetrieb im Neidlinger Strafraum: Das Finale 2015 vor 1800 Zuschauern in Ötlingen hatte für den TVN kein glückliches Ende.
Hochbetrieb im Neidlinger Strafraum: Das Finale 2015 vor 1800 Zuschauern in Ötlingen hatte für den TVN kein glückliches Ende.

Florian Greiner: Dieser Name ist in Neidlingen auch heute noch präsent. Als der TVN 2015 beim Turnier in Ötlingen zum ersten Mal seit 1995 nach dem Sieg beim Teckbotenpokal greifen wollte, spielte der damalige Keeper des TSV Jesingen im Finale die entscheidende Rolle. Just Greiner wehrte im Elfmerschießen den Schuss vom Tim Mohoric ab, der erstmalige Sieg des TSVJ nach zwölfjähriger Pokal-Durststrecke war ebenso perfekt wie das erneute Scheitern des TV Neidlingen.

Achtzig Spielminuten inklusive Verlängerung hatten beide Teams bereits bei über 30 Grad im Schatten hinter sich gebracht, als die Elfmeter-Lotterie für die Entscheidung sorgen musste. Mittendrin im Geschehen auch viele aus dem Organisationsteam der morgen beginnenden 57. Auflage des Teckbotenpokals in Neidlingen.

Einer davon: Stefan Hepperle. „Es war schon extrem bitter, damals das Finale zu verlieren“, erinnert sich der aktuelle TVN-Abteilungsleiter. Ärgerlich sei die Niederlage auch deshalb gewesen, weil die Neidlinger damals gut in die Partie gestartet waren. Niko Waldherr behielt in einer Spielertraube die Übersicht, markierte nach 23 Minuten das 1:0 - eine Hand war schon am Pokal.

Ein kurioses Tor sorgte anschließend bei den Jesingern für Schmunzelattacken, bei den Neidlingern für betretene Mienen. Ein hoher Rückpass von Markus Bäurle auf Keeper Thorben Mende segelte zum Entsetzen der rund 300 Neidlinger Sympathisanten unter den 1800 Final-Besuchern über den Torwart hinweg in die Maschen - eine der größten Slapstickeinlagen der Turniergeschichte.

Für Patrick Kölle bildete der Teckbotenpokal 2015 den Auftakt seiner erfolgreichen Spielertrainerkarriere in Neidlingen. „Trotz der Endspielniederlage waren er und die Mannschaft allerdings sehr positiv für die Runde gestimmt, auch wenn es mit dem Turniersieg nicht klappte“, rekapituliert Stefan Hepperle.

In der Tat bot der Finaleinzug einen ersten Fingerzeig für den folgenden Aufschwung an der Schönbuchstraße. Einer soliden Kreisliga-A-Saison folgte ein Jahr später die Meisterschaft inklusive Aufstieg in die Bezirksliga, wo die Neidlinger mittlerweile eine gute Rolle spielen.

Florian Greiner sorgte an jenem 2. August 2015 noch mit einer weiteren Glanztat für Jubel beim TSV Jesingen. Im Elfmeterschießen wehrte der Schlussmann des Lehenäcker-Teams gleich zu Beginn einen Schuss von Felix Kaiser ab. Dass Neidlingens Torwart Mende in jenem denkwürdigen Penalty-Schießen ebenso einen Elfmeter parierte (Jesigens Christian Dangel scheiterte), war unterm Strich zu wenig für den TVN.

Kölle: „Reine Glückssache“

So galt für den TV Neidlingen in Sachen Pokal das leidige Motto: Nur anschauen, nicht anfassen. Die Jesinger feierten im Rübholz den Gewinn des Teckbotenpokals mit diversen Gesangseinlagen. „Trotz der großen Zuschauerkulisse bin ich völlig ruhig geblieben“, berichtete Sekunden nach dem Abpfiff Andreas Elsässer, der den Elfmeter zum 5:4-Endstand verwandelte. Der damalige TSVJ-Trainer Klaus Müller („ich bin überglücklich“) reihte sich in den Pulk der Feiernden ein. TVN-Spielertrainer Patrick Kölle zeigte sich weitgehend gefasst, als er feststellte: „Elfmeterschießen ist nun mal eine reine Nerven- und Glückssache.“

24 Jahre ist es Stand heute her, dass der TV Neidlingen den Teckbotenpokal letztmalig gewann. Stefan Hepperle hätte nichts dagegen, wenn die Negativserie ausgerechent auf heimischem Terrain ein Ende findet. „Zu einem Finale daheim sagen wir nicht Nein“, sagt Hepperle locker. Wobei ein Finaleinzug noch nicht das Gewinnen des Cups garantiert - wie die Neidlinger spätestens seit 2015 wissen.

Pikant: Beim kommenden Turnier werden sie zudem womöglich wieder auf Florian Greiner treffen. Der damalige Jesinger Pokalheld gehört aktuell dem TSVJ-Kader an.

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