Teckbotenpokal

„Turnier der Superlative“

Turniersplitter Die 57. Auflage des Teckbotenpokals bot auf und neben den Plätzen Stoff für unzählige Anekdoten.

Sieger beim "Finale dahoim'": Der TV Neidlingen.

Traumhafte Bilanz an allen Fronten: Über die acht Turniertage strömten knapp über 15 000 Zuschauer nach Neidlingen, wo mit 225 Treffern so viele Tore wie nie zuvor bei einem Teckbotenpokal gefallen sind. „Es war eine Woche der Superlative“, freute sich Orga-Chef Marlon Lamour stellvertretend für Fußballabteilung, Verein und den gesamten Ort.

Urlaub gedrittelt: Der für Rahmenprogramm und Infrastruktur zuständige Stefan Hepperle hat wie viele andere TVN-Macher seine Ferien fürs Turnier geopfert. „Eine Woche vorher zum Aufbauen, eine Woche fürs Turnier und eine halbe Woche zum Abbauen“, verriet der Bezirksligakicker, „den Rest brauche ich zum Erholen.“

Rastlosen Einsatz boten in Neidlingen auch die 28 Schiedsrichter. Beispiel Raphael Ott. Bevor er im Benzwang Partien leitete, war der 18-Jährige als Assistent beim Sennerpokalfinale in Frickenhausen aktiv. „Das Spiel war aber nicht besonders ansehnlich“, urteilte der Dettinger, der für den TSV Wendlingen pfeift.

Nachhaltigkeit war in Neidlingen vor allem auf dem Weindorf Trumpf: Das Team um Robert Kuch hatte für alle Cocktail-Liebhaber biologisch abbaubare Strohhalme - wer sich eine „Frau Uschi“ oder einen „Hagelschaden“ genehmigte, tat dabei also auch etwas für die Umwelt. „Wir wollten nicht unnötig Müll produzieren“, erklärte Robert Kuch den sinnvollen Schachzug.

Improvisieren tut Not: Eigentlich hätte Owens Joof Madou für den 100. Turniertreffer unter der Woche eine Flasche Schnaps bekommen sollen. Da der 20-Jährige Moslem ist, musste er jedoch dankend ablehnen und bekam von Turniersprecher Werner Heilemann als Ersatz spontan eine Powerbank überreicht.

Ein Satz schallte unter der Woche immer wieder über die Lautsprecher: „Louis Hepperle, bitte zur Turnierleitung!“ Der Neidlinger A-Jugendkicker versorgte die „Bewohner“ der beiden Container auf Zuruf stets mit gekühlten Getränken und Essen. „Ich hab’ extra meinen Ferienjob um eine Woche verschoben, um beim Turnier helfen zu können“, verriet der 16-Jährige.

Rasen statt Ringe: Beim TSV Notzingen hat mit Simon Paul ein langjähriger Kirchheimer Bundesligaturner sein Turnierdebüt gefeiert. Der 29-Jährige, mit dem VfL vergangenes Jahr aus der zweiten Liga abgestiegen, hatte bislang nur hobbymäßig gekickt und kam über Freunde in den Eichert. „In Notzingen bin ich super aufgenommen worden“, schwärmt Paul, der wegen seiner Schnelligkeit auf den Außenbahnen eingesetzt wird. „An der Technik hapert’s noch, aber beim 8:1 gegen Gruibingen hab’ ich zwei Torvorlagen gegeben.

Sehnsucht nach einem Trainerjob? Alex Hübbe, langjähriger Erfolgscoach des TSV Weilheim und seit 2016 im Funktionärsruhestand, konnte die Frage bei einer Stippvisite in Neidlingen nicht verneinen. „Ehrlich gesagt fehlt’s mir schon“, gestand der 65-Jährige, nicht ohne augenzwinkernd nachzuschieben: „Aber wer will schon so einen alten Trainer wie mich?“

Pechvogel, Teil zwei: Nachdem er 2018 während des Turniers in Weilheim wegen einer Blinddarm-OP ausgefallen war, musste Nicolo Incorvaia auch in Neidlingen vorzeitig passen: Im zweiten Gruppenspiel zog sich der Schlierbacher Stürmer einen Meniskuseinriss zu.

Losfee wird zum Wetterfrosch: Nachdem es am Auftaktsonntag in Neidlingen den ganzen Tag geregnet hatte, lockten tags darauf Sonnenstrahlen mehr als 1 400 Zuschauer ins Kirschblütental. Darunter auch Claus „Bredi“ Breitenberger, „Auslosungs-Fee“ des Turniers. Der 53-jährige Fußballenthusiast verriet auch, wieso sich pünktlich zum Anpfiff der ersten Partie die Wolkendecke gelichtet hatte: „Kaum bin ich hier, kommt die Sonne raus. Wenn das nichts heißt. . .“

Immer da: Gemeinsam mit Ex-TVN-Abteilungsleiter Norbert Vögele hatte Günther Friess die offizielle Turnieraufsicht, mit der es jedoch über die gesamte Woche keine Probleme gab: „Wenn du fähige Leute um dich rum hast, läuft das wie geschmiert“, lobte Friess Ausrichter TV Neidlingen.

Terminstress verhinderte am Finalsonntag den Besuch eines Weltmeisters im Benzwang: Eigentlich hätte Klaus Augenthaler symbolisch den ersten Versuch beim 10 000-Euro-Schuss gehabt. „Auge“, 1990 in Italien WM-Sieger, musste wegen eines Trips nach China jedoch passen.

Treffer des Turniers: Gleich am ersten Tag sorgte Angreifer Christian Dangel von der TG Kirchheim mit einem Schuss aus 65 Metern für das wohl spektakulärste Tor der Woche zum 2:1-Coup über den TSV Weilheim. Ob’s Absicht war? Der Torschütze jedenfalls sagt Ja. „Ich habe gesehen, dass der Keeper weit draußen steht und es einfach probiert“, versicherte der 27-Jährige.

Ein Ausrichter wird noch für das Turnier in fünf Jahren gesucht: Nach Ötlingen (2020), Holzmaden (2021), Jesingen (2022) und bei der TG Kirchheim (2023) klafft im Teckbotenpokal-Kalender für 2024 eine Lücke. Bewerbungen sind jederzeit formlos bei der Sportredaktion möglich. Für 2025 haben bereits die SF Dettingen den Zuschlag bekommen - die Fußballabteilung der Sportfreunde feiert in dem Jahr 100. Geburtstag.

Rübholz ruft: Zum zweiten Mal nach 2015 macht der Turniertross im kommenden Jahr Station beim TSV Ötlingen. „Wir wollen auch mit 24 Mannschaften spielen“, sagt Abteilungsleiter Roland Süß, der unter der Woche in Neidlingen Ideen fürs 58. Turnier sammelte, das vom 26. Juli bis 2. August steigt.

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