Teckbotenpokal

Vom Pokalpechvogel zum Pokalheld

Endspiel Nachdem er am Vortag im Verbandspokal noch einen Handelfmeter verschossen hatte, beschert Biran Darboe dem TSV Weilheim mit seinem Treffer zum 1:0 gegen Kirchheim den Sieg beim Heim-Turnier.

Nach der Siegerehrung kannte der Jubel auf Weilheimer Seite kein Halten mehr. Zuvor hatte Biran Darboe (Nummer 29 und Bild recht
Nach der Siegerehrung kannte der Jubel auf Weilheimer Seite kein Halten mehr. Zuvor hatte Biran Darboe (Nummer 29 und Bild rechts) den Ausrichterverein zum dritten Sieg beim eigenen Turnier geschossen.

Der begehrte Pott steht für die kommenden zwölf Monate im Lindachstadion. Per 1:0-Finalsieg über Bezirksligist VfL Kirchheim hat der TSV Weilheim gestern Abend beim Teckbotenpokal-Turnier für einen Gastgeber-Triumph gesorgt. Teckboten-Verleger Ulrich Gottlieb überreichte unter dem Beifall des Publikums gemeinsam mit Weilheims Bürgermeister Johannes Züfle den favorisierten Einheimischen die Trophäe.

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Das Finale bot bei Temperaturen um 30 Grad nach einer Turnierwoche unter Backofen-Bedingungen auf dem Spielfeld verständlicherweise keinen Hochgeschwindigkeitsfußball. Ordentlich war die Darbietung beider Teams in Sachen Einsatzwillen trotzdem.

Die Geschichte des Tages beim lokalen Fußball-Klassiker schrieb derweil Weilheims Neuzugang Biran Darboe. Tags zuvor bei der 0:2-Pleite im württembergischen Verbandspokal bei Türkgücü Ulm wegen eines verschossenen Handelfmeters noch untröstlich, drehte der Gambier seine Gefühlswelt tags darauf glatt um 180 Grad. „I’m very happy“, sagte Darboe im Freudentaumel nach dem Abpfiff strahlend.

Glücklich sein durfte der Angreifer in der Tat. Nicht nur im Halbfinale am Sonntagmittag gegen Cupverteidiger TSV Deizisau hatte der Ex-SGEH-Stürmer das entscheidende Tor per platziertem Schuss erzielt. Beim Pokal-Showdown gegen Kirchheim wurde die umtriebige Offensivkraft vor rund 1 000 Zuschauern ebenso zum Spielentscheider. Vier Minuten vor Abpfiff des souverän leitenden Unparteiischen Harald Kuhn aus Neckartailfingen - assistiert von Sohn Michael und Schiedsrichter-Obmann Steffen Müller - köpfte Darboe den nach einer missglückten VfL-Abwehraktion herabfallenden Ball mit der Stirn halbhoch in die linke Torhälfte. Eine Erlösung für die Weilheimer - sie hatten gegen mindestens ebenbürtige Kirchheimer im Endspiel zuvor ihre liebe Not. „So ein Tor kurz vor Schluss tut immer weh“, konstatierte ein enttäuschter VfL-Kapitän Marcel Helber, der einigen Topchancen hinterhertrauerte. Trotzdem habe das Turnier „enorm Spaß gemacht und viele Erkenntnisse hinsichtlich der kommenden Bezirksliga-Runde gebracht.“

Noch besser die Laune bei den Siegern. „Die ausgelassene Stimmung in unserem Team nach dem Schlusspfiff zeigt, dass hier etwas zusammenwächst und der Pokalsieg einen weiteren Schub bringt“, sagte TSVW-Trainer Benjamin Geiger, ehe der Coach hinterrücks eine überraschende Erfrischung übers Haupt geschüttet bekam - in Form des Inhalts eines Wasserkübels. Geiger („kaltes Wasser tut bei den Temperaturen gut“) nahm die Attacke von TSVW-Kicker Can Kanarya mit großem Humor.

Noch Minuten nach der offiziellen Siegerehrung feierten die Weilheimer Landesliga-Fußballer ihren Triumph, herzten das Objekt der Begierde, den Teckboten-Pokal, ein ums andere Mal. Zur Titelverteidigung dürfen die Limburgstädter dann im kommenden Jahr in Neidlingen ran.

Abkühlung: Siegtorschütze Biran Darboe.
Abkühlung: Siegtorschütze Biran Darboe.
Objekt der Begierde: Der Wanderpokal des Teckboten.
Objekt der Begierde: Der Wanderpokal des Teckboten.

Weilheimer zum dritten Mal Sieger als Gastgeber

Erst drei Vereine konnten das Turnier als Gastgeber gewinnen, seit 1996 auf den einwöchigen Modus umgestellt wurde. Die SF Dettingen (1997), der VfL Kirchheim II (1998 und 2011) und der TSV Weilheim, der nach 2006 und 2014 gestern zum dritten Mal als Ausrichter die Nase vorne hatte.