Berufsschulen müssen auf Sanierungen warten
Masterplan auf Eis

Der Kultur- und Schulausschuss hat den Masterplan für die beruflichen Schulen im Landkreis ausgesetzt. Damit liegen vier größere Bauprojekte auf Eis.

Antje Dörr

Kreis Esslingen. Betroffen ist der Ersatzbau für die kaufmännische Albert-Schäffle-Schule, für den im Haushalt 2013 20,2 Millionen Euro für die Jahre 2014 und 2015 eingestellt waren. Außerdem warten müssen die 3,9 Millionen Euro teure Generalsanierung der Sporthalle des Berufsschulzentrums Zell, ein 4,2 Millionen Euro teurer Ersatz für die Sporthalle der gewerblichen Nürtinger Philipp-Matthäus-Hahn-Schule und deren neue Holzhackschnitzel/Pelletsheizung.

Die Aussetzung des Masterplans hat zwei Gründe: Zum einen fehlen dem Landkreis angesichts des Haushaltsdefizits die 20 Millionen Euro, die die Sanierungsmaßnahmen 2014/2015 kosten würden. „Das können wir momentan nicht stemmen. Wir müssen Prioritäten setzen“, sagte Landrat Heinz Eininger im Kultur- und Schulausschuss.

Zum anderen will der Landrat nicht „am Bedarf vorbeiinvestieren“. Aufgrund von bildungspolitischen Grundsatzentscheidungen des Landes ergäben sich in den nächsten Jahren bedeutsame Veränderungen der kommunalen Schullandschaften. Gemeint ist die Einführung der Gemeinschaftsschule. In vielen Bereichen sei zum jetzigen Zeitpunkt unklar, wie künftig die Rahmenbedingungen aussehen werden. Auch ist bisher nicht absehbar, wie sich die Gemeinschaftsschulen auf die Berufsschullandschaft auswirken. „Verlässliche Grundlagen sind allerdings zwingende Voraussetzung, um die Umsetzung des Masterplans anzugehen. Deshalb warten wir die weiteren schulpolitischen Entscheidungen des Landes ab“, so Eininger.

Zum aktuellen Stand der Einführung sechsjähriger beruflicher Gymnasium hatte der Landrat dem Ausschuss nichts Neues mitzuteilen. Die Verwaltung hatte beim Regierungspräsidium Stuttgart im April dieses Jahres einen entsprechenden Antrag für den Standort Kirchheim und die Käthe-Kollwitz-Schule in Esslingen gestellt. Bisher gibt es keine Rückmeldung. „Ich denke, dass dieses Thema im Kultusministerium beerdigt wird“, sagte Heinz Eininger.