Kreis Esslingen. Unter dem Motto „Experiment“ haben die Schüler und Lehrer des Landkreises im letzten Jahr die Grenzen ihres Fachs ausgelotet, mit Techniken und Materialien gespielt und dabei neue Erkenntnisse gewonnen. Die Ausstellung wurde im Beisein vieler Schüler, Lehrer und Eltern von Landrat Heinz Eininger eröffnet. Er dankte nicht nur den Kindern und ihren Lehrern für ihr Engagement, sondern lobte auch ausdrücklich das Organisationsteam, besonders Lene Rose Gruner und Carola Schmid, die die Ausstellung über viele Jahre hinweg begleitet haben und sich jetzt verabschieden. Lautstark und rhythmisch umrahmt wurde die Vernissage von der Gruppe „Trommelfell“ der Raunerschule aus Kirchheim.
„Ein Experiment bedeutet immer ein Wagnis und einen Schritt ins Unbekannte“, sagte die Kunsthistorikerin Carla Heussler, die in die Ausstellung einführte. In diesem Jahr stellte sie einen starken Einfluss des Surrealisten Max Ernst auf die Werke der Kinder fest. Ganz besonders das Ludwig-Uhland-Gymnasium aus Kirchheim hat den Ideen dieses Künstlers Raum gegeben. Die von ihm entwickelte Frottage- und Abreibtechnik findet sich in der Serie „Schichten einer Persönlichkeit“ der Klasse 10 ebenso wieder wie im „Experiment Farbe, Film und Werkstattmappen“ der Stufen 1 und 8, das Assoziationen an Traumlandschaften weckt.
Aus rätselhaften Augen blicken die Porträts der Johannes-Wagner-Schule in Nürtingen den Betrachter an und ziehen ihn in ihre eigene Welt. Besonders viel Spaß hatten sicher die Viertklässler der Grundschule Holzmaden. Inspiriert durch den Arbeitsprozess der Künstlerin Cornelia Parker, die ihr Gartenhaus in die Luft gesprengt hat, haben sie Alltagsgegenstände durch „Fallen“ in ihre Einzelteile zerlegt und zu einem Mobile neu zusammengesetzt.
Ebenfalls aus Readymades haben die Schüler der Klasse 10 der Realschule Oberesslingen ihre Objekte gestaltet. „Mein Drache sitzt auf einer Bremsscheibe“, sagte Patrick Kauth, der sein Fabeltier aus Schrauben, einem Auspuff und anderen Schrottteilen gebaut hat. Fantasie und Farbensinn unter Beweis stellten auch die Schüler der Kreativwerkstatt der Rohräckerschule. Frei nach Jackson Pollock haben sie ein Tropfbild in Rot und Rosa gestaltet, das man als fröhliche Frühlingsdekoration gleich im Landratsamt hängen lassen könnte.
Bei den vielen eingereichten Arbeiten des Esslinger THG besticht besonders die intellektuell ausgereifte Umsetzung des Themas „Experiment“. Aus dem selten verwendeten Material Textil entstanden die skurrilen Patchworkobjekte der Kursstufe 2. Auch die Esslinger Katharinen- schule zeigt Arbeiten mehrerer Jahrgänge. Ozan, Ferit, Michaela und Myriam aus der Klasse 8c haben mit ihrer Lehrerin Elke Bruckner ein „Multi-Media-Control-System“ für Mediensmog“ entwickelt. Die raumgreifende Installation soll alle schlechten Schwingungen, die von unseriösen Fernsehsendungen und anderem ausgehen, einfach wegfiltern.
Die Ausstellung ist bis zum Mittwoch, 14. März, im Landratsamt Esslingen zu besichtigen.
