Mit Diplomatie löst man Krisen. Nicht immer aber häufig. Der Versuch der Stadtverwaltung, die Bikepark-Idee noch zu retten, ist das, was man im Polit-Sprech gerne als alternativlos beschreibt. Gelingt es nämlich nicht, die beiden zerstrittenen Parteien zu einen, hieße das, sich endgültig vom ursprünglichen Ziel zu verabschieden. Das da lautet: Jugendlichen, die sich mit konventionellen Vereinsangeboten nicht anfreunden können, einen Platz für eine sinnvolle Freizeitgestaltung zu bieten.
Dass dies nun ausgerechnet unter dem Dach des Vereins Radsport Kirchheim funktionieren soll, dessen überschaubare Jugendsparte sich ausschließlich auf den Wettkampfbetrieb konzentriert, war vom Start weg ein kühner Gedanke. Die Dirtbiker lassen sich in kein starres Vereinskorsett pressen. Sie wollen in erster Linie Spaß haben und ihr Terrain eigenverantwortlich gestalten. Nicht Plandetails sind es, die beide Parteien trennen, sondern grundverschiedene Mentalitäten. Wer eine Lösung finden will, der muss dies akzeptieren. Man braucht nicht gleich zu heiraten, wo eine Zweck-Partnerschaft, in der beide Seiten ihr Recht auf Selbstbestimmung bewahren, der bessere Weg wäre.
Ein Bike-Park braucht Regeln und er braucht jemand, der deren Einhaltung überwacht. Ein Verein kann diese Aufgabe übernehmen. Er kann aber auch nur gleichberechtigter Nutzer sein. Die Stadt hat auf dem Grundstück Heimrecht und muss sich nun gut überlegen, welches Konzept sie dort verfolgen will.BERND KÖBLE
