Dettingen. Es war ein kleiner, aber feiner Wettbewerb, hatten sich doch die Filmautoren der Region Alb-Filder-Schwarzwald hinsichtlich der Produktionsfreudigkeit etwas zurückgehalten. Nur neun Filme gingen an den Start, wobei der Filmclub Teck (FCT) mit drei Streifen vertreten war und mit besonderen Themen punkten konnte. Gleich zwei Mal gab es dafür einen ersten Preis, was zugleich die Weitermeldung zum Wettbewerb auf Landesebene bedeutete. Und auch der mit einem zweiten Preis bedachte Film aus den FCT-Reihen schaffte diesen Sprung.
Josef Pettinger hat in der Sparte Naturfilm ein ungewöhnliches Thema gewählt: die Aufzucht von Zwergfledermäusen. In hilflosem Zustand gefundene Jungtiere werden von einer ehrenamtlich engagierten Frau so lange aufgepäppelt, bis sie wieder in die Freiheit entlassen werden können. „Mit Drohnenmaden und Welpenmilch“ ist der Film überschrieben – und damit werden die Fledermäuse dann auch tatsächlich gefüttert. Was sonst noch alles mit den kleinen Flugtieren geschieht, hat der FCT-Autor überaus informativ in 18 Minuten Film gepackt. Die fünfköpfige Jury, zu der auch Lutz Schulze aus Weilheim gehörte, zeigte sich beeindruckt von Thema und Umsetzung und belohnte die Arbeit durchgehend mit einem ersten Preis.
Eines nicht alltäglichen Themas haben sich auch Barbara und Hartmut Ibsch angenommen: Klangschalen im Einsatz bei alten und dementen Menschen im Kirchheimer Seniorenheim Sankt Hedwig. „. . . da geht etwas auf“ lautet der Titel der 15-minütigen Reportage. Die Jury konnte die spürbare Veränderung empfinden, die sich mit der Zeit in den porträtierten Gesichtern widerspiegelt. Behutsam sei vorgegangen worden, mit einer beeindruckenden Bildtechnik, sehr bewegend und unter die Haut gehend. Der positiven Besprechung folgte einmütig die Bewertung mit einem ersten Preis.
Informativ, aber auch mit kritischem Blick hat FCT-Autor Peter Markotschi ein Spektakel der besonderen Art begleitet: den Auf- und Abbau einer riesigen Konstruktion für ein Snowboard-Event auf dem Cannstatter Wasen. „Hoher Aufwand für einen Tag“ sind die 13 Minuten Film überschrieben, die in der Sparte Lokales auf großes Interesse gestoßen sind. Schließlich ist nicht alle Tage zu sehen, wie Tonnen von Metallstangen, Holzbrettern und österreichischem Gletscherschnee in wochenlanger Knochenarbeit zu einer Piste für waghalsige Snowboarder werden, um nach acht Stunden Show-Spektakel wieder auf Lastwagen und in Container zu verschwinden. Über Sinn und Zweck des Ganzen kann man geteilter Meinung sein, hinsichtlich der filmischen Umsetzung war sich die Jury einig: ein zweiter Preis und die Weitermeldung zur Videografika – dem Herbstwettbewerb auf Landesebene, der diesmal in Singen am Hohentwiel stattfindet.
Dort werden im November auch die beim Regionalwettwerb mit einem ersten Preis bewerteten Filme zu sehen sein. Dann stellt sich die spannende Frage, ob auch der Sprung auf die Bundesebene möglich ist.b.i.
