Kirchheim. Der Bebauungsplan, der die Renaturierung der Lauter südlich der Löwenbrücke in der Max-Eyth-Straße vorsieht, datiert aus dem Jahr 1998. Martin Zimmert, zuständig für den Geschäftskreis Hoch- und Tiefbau in Kirchheim, erläuterte, dass die Planung zwischenzeitlich erneuert werden musste. Durch den Erhalt der historischen Bruckmühle hat sich die Situation verändert. Derzeit wird das geschichtsträchtige Gebäude saniert, das künftig Wohnungen und vielleicht einen gastronomischen Betrieb beherbergen soll. Auf dem Postareal gegenüber erhält das Telegrafengebäude aus dem Jahr 1930 Penthouswohnungen und Lofts.
Die privaten Aktivitäten entlang der Lauter werden nun städtischerseits ergänzt. Dabei gilt das Interesse ganz der Renaturierung des Flusses. Der Aufgabe, das „blaue Ypsilon“ in Kirchheim wieder zum stadtprägenden Kennzeichen zu machen, haben sich die Stadtverantwortlichen seit Jahren verschrieben. Gemeint sind die Flüsschen Lindach und Lauter, die von Osten und Süden nach Kirchheim fließen und sich hinter der Freihof-Realschule vereinigen, wodurch eine Art „Y“ entsteht. Noch ist speziell die Lauter in der Innenstadt rechts und links der Löwenbrücke in einem kläglichen Zustand.
„Dies ist ein weiterer Schritt im Rahmen der Mehrgenerationenaufgabe, die Gewässer der Stadt wieder erlebbar zu machen“, betonte Bürgermeister Günter Riemer. Ein Teil der Ufermauern kann abgebrochen und die Lauter so etwas nach Osten verschwenkt werden. Das schafft Raum für den Fluss, aber auch für Uferböschungen. Dank einer gefälligen Flussbiegung soll zwischen Bruckmühle und Schlachthofgelände ein kleiner Platz entstehen mit Grünfläche, Bänken und vielleicht sogar Liegestühlen. Aus Gründen des Hochwasserschutzes muss der Bauherr der Bruckmühle sein Gebäude mit einer Mauer schützen. Davor bleibt allerdings Platz für einen Vegetationsstreifen.
Martin Zimmert kündigte an, dass die Pläne ab Herbst 2014 umgesetzt werden könnten. Die Freigabe der Ausschreibung hängt allerdings noch von der Bereitstellung der Mittel im Haushaltsplan 2014 ab. Die Kosten werden derzeit mit 722 000 Euro veranschlagt, wobei rund 115 000 Euro auf eine mögliche Altlastenbeseitigung zurückzuführen sind. Da die Maßnahme im Sanierungsgebiet liegt, wird mit einer 50-prozentigen Förderung gerechnet.
Im Technischen Ausschuss herrschte Einigkeit darüber, dass die Pläne der Lauter und der Stadt nur gut tun können.