Phillip Flint sorgte mit erstaunlicher Fingerfertigkeit für einen zauberhaften Auftakt der Veranstaltungsreihe „Szenenwechsel“
Mit schwarzer Magie voll im roten Bereich

Kirchheim. Für einen vielversprechenden Auftakt der Reihe „Szenenwechsel“ sorgte in der Linde der Zauberer Phillip Flint, der sich zwar gerne in die Karten blicken ließ und nichts zu verbergen hatte, aber immer wieder mit unglaublicher Fingerfertigkeit verblüffte.

Einfach nur dazusitzen und ihm genau auf diese flinken Finger zu schauen, war kaum möglich. Denn die über 100 Zaubergehilfen mussten den Magier dauernd massiv unterstützen. Der zerriss einen Faden, verteilte in ihm entgegengestreckte Hände die einzelnen Stückchen, sammelte sie ein und konnte zum Erstaunen des Publikums mühelos einen wieder vollständigen Faden aus seiner geballten Faust ziehen. Ein veritabler Strick wurde gleich darauf stabil wie ein Stock in die Luft gehalten, sackte aber sofort in sich zusammen, als die Kinder kurz schnippten.

In Handflächen rieselnde Zaubersalz-Körnchen verwandelten sich in kurz zusammen geballten Fäusten auf wundersame Weise in herzförmige „Zuckerwürfel“. Rote Gummibällchen segelten unsichtbar durch den Raum und tauchten plötzlich in einer fremden Hand wieder auf. Das Staunen nahm kein Ende, und der Zauberer legte immer noch was drauf. Doch nicht immer spielte das Publikum wunschgemäß mit.

Die Lieblingsfarbe des lustigen Illusionisten ist leicht zu erraten, denn zum schwarzen Anzug trägt er viel Rot: von der Mütze über Brille, T-Shirt, Einstecktuch und Uhr bis hinunter zu den Schuhen. Er hätte wohl einen roten Luftballon gewählt, aber die Kinder folgten ihm nicht. Dass auch ein frisch aufgeblasener gelber Ballon sofort platzt, wenn man ihn mit einem spitzen Messer zersticht, ist klar. Wo aber plötzlich die gläserne Getränkeflasche herkam, konnte sich niemand erklären. Kurz darauf füllte sich ein zunächst nur aus absolut leeren Blättern bestehender Block mit schwarzen Konturen und war beim nächsten Durchblättern plötzlich voller kunterbunter Bilder.

Auch wenn es Phillip Flint anschließend nicht schaffte, aus einem zusammen gefalteten Zehn- einen 50-Euro-Schein zu machen, sondern „versehentlich“ einen Hunderter zauberte, wollten ihn die begeisterten Kinder gar nicht mehr von der Bühne lassen. Doch auch den Abschied hatte er „zauberhaft“ vorbereitet.

Als er versprach, aus einer Serviette Gold zu machen und sie anzündete, fürchtete ein Knirps: „Der fackelt die ganze Bude ab“. Als aber der Deckel vom Feuertopf gezogen wurde, war er randvoll mit goldenen Bonbons, die die Kinder mit nach Hause nehmen durften. Zuvor wurden sie allerdings noch Zeuge einer besonders spektakulären Einlage: Auch wenn Phillip Flint betont hatte, dass er „keine Jungfrau zersägen, sondern vorwiegend mit Alltagsgegenständen zaubern wird“, ließ er zum Abschluss schnell noch kurz ein Mädchen (fast) frei im Raum schweben . . .