Mitgliederversammlung: Kreisbau stellt den Jahresbericht 2010 vor
Mit Schwung in neue Projekte

Die Kreisbaugenossenschaft Nürtingen mit Sitz in Kirchheim legt auch 2011 den Schwerpunkt auf regenerative Energien und Modernisierung. In einigen Wohnungen werden die Mieten voraussichtlich steigen.

Kirchheim. Der deutsche Wirtschaftsaufschwung nach der Krise hat sich auf die Kreisbaugenossenschaft Nürtingen mit Sitz in Kirchheim positiv ausgewirkt. Die Bilanzsumme stieg im Vergleich zum Vorjahr um 2,6 Millionen auf 52,3 Millionen Euro. Das ist auch für die 2 351 Genossen Grund zur Freude. Sie erhalten eine Dividende von sechs Prozent. Als besonders rentabel erwies sich das Bauträgergeschäft, sagte Bernd Weiler, Sprecher des Vorstands der Kreisbau. Die Erträge aus diesem Geschäftsfeld konnten um 1,5 Millionen auf 6,9 Millionen Euro gesteigert werden.

Schon 2010 wurden in den Häusern der Kreisbau viele Modernisierungsmaßnahmen umgesetzt. Diese sollen 2011 ausgebaut werden. Neben Heizungssanierungen, Vollwärmeschutz und Fenster- und Roll­ladenschutz wurden die Bäder der Wohnungen der Isolde-Kurz-Straße 19 altersgerecht umgebaut, sagte Georg Hörmann, technischer Vorstand der Kreisbaugenossenschaft. Auch in der Stuttgarter Straße 205/211 wurden die Bäder saniert. Die Außenanlagen und die Treppenhäuser der Gebäude der Kreisbau wurden ebenfalls verschönert und renoviert.

Der Jahresgewinn wird in Projekte investiert. Das Großprojekt Friedrichstraße 3 bis 7/2 in Kirchheim bildete bereits im vergangenen Jahr einen Schwerpunkt und soll weiter entwickelt werden. Das Projekt Bahnhofstraße 6 in Weilheim zeigt ebenfalls großen Erfolg. Für dieses Jahr plant die Kreisbau neue Gebäude auf dem Wepamat-Gelände zu bauen und bereits begonnene Projekte in Kirchheim fortzusetzen.

Ziel ist es, bei allen Gebäuden den Energieverbrauch zu senken und Strom aus erneuerbaren Quellen zu gewinnen. Auf den Dächern mehrerer Gebäude hat die Kreisbau bereits Fotovoltaikanlagen errichten lassen. Weitere regenerative Technologien sind in den Häusern im Einsatz. „Pelletsheizungen, Gasbrennwerttechnik sowie Geothermie werden verstärkt in der Kreisbaugenossenschaft eingesetzt“, sagte Dieter Helber, Aufsichtsratsvorsitzender der Kreisbaugenossenschaft Nürtingen.

Eventuell erwartet die Mieter der Kreisbaugenossenschaft 2011 eine unerfreuliche Nachricht. Noch in diesem Jahr sollen die Nutzungsgebühren mit dem aktuellen Mietspiegel verglichen und angepasst werden. Auf einige Bewohner kommt deshalb wahrscheinlich eine Mieterhöhung zu.

„Mit einem lachenden und einem weinenden Auge“, so Dieter Helber, verabschiedete die Mitgliederversammlung den Aufsichtsratsvorsitzenden Mathias Waggershauser. Nach zwei Jahren als Vorsitzender zog er sich aus beruflichen Gründen von seinem Amt zurück. Für seine Verdienste bei der Kreisbau Nürtingen bekam Waggershauser die Ehrennadel des Verbands baden-württembergischer Wohnungs- und Immobilienunternehmen (vbw) in Silber von Dr. Friedrich Bullinger, Verbandsdirektor des vbw, verliehen.

Als Nachfolger wurde bereits am 12. April in der Sitzung des Aufsichtsrats Dieter Helber gewählt. Die Mitglieder stimmten der Wahl einstimmig zu. Das freie Amt im Aufsichtsrat soll bis zu der geplanten Fusion im kommenden Jahr unbesetzt bleiben.

Die für das Jahr 2012 geplante Fusion der Kreisbau mit der Baugenossenschaft Plochingen war ein wichtiger Programmpunkt des Abends. Nachdem die Genossenschaften bereits in einigen Aufgabenbereichen miteinander kooperieren, soll im Jahr 2012 die endgültige Verschmelzung erfolgen.

Während es bei den Mitgliedern der Baugenossenschaft Plochingen noch Widerstände gibt, stimmten die Kreisbau-Genossen einer Fusion grundsätzlich zu. Ein Fusionsausschuss muss nun die Einzelheiten beschließen, bevor der Zusammenschluss vom Verband baden-würt­tembergischer Wohnungs- und Immobilienunternehmen geprüft und bewilligt werden kann. Die endgültige Entscheidung fällt bei der Mitgliederversammlung 2012.