Abrissbagger machen Wepamat-Gebäude dem Erdboden gleich – Kreisbau plant „Haus der Gesundheit“
Mix aus Wohnen und Dienstleistungen

An der Oberen Grabenstraße in Weilheim soll ein „Haus der Gesundheit“ mit Praxen und anderen Gesundheitsdienstleistern entstehen. Mit dem Konzept hat die Kreisbaugenossenschaft eine Idee der Stadt aufgenommen und bereits erste Interessenten aufgetan.

Weilheim. Mit ohrenbetäubendem Lärm stürzen die Stahlbetondecken zu Boden, Staub vernebelt den sonst freien Blick zur Peterskirche. Unweit des Weilheimer Städtle, wo einst die Firma Wepamat Verpackungsmaschinen herstellte, bleibt kein Stein auf dem anderen. Das Areal zwischen Oberer Grabenstraße und Boslerstraße in Weilheim wird neu bebaut beziehungsweise umgenutzt. „Hier könnte ein attraktiver Mix aus Wohnen und Dienstleistung entstehen“, erklärte Weilheims Bürgermeister Züfle im Ratsrund dazu.

Aushängeschild soll ein an der Oberen Grabenstraße geplantes „Haus der Gesundheit“ werden, für das Vertreter der Kreisbau bereits Entwurfsskizzen sowie ein Modell präsentierten. Zwei Gebäude, darunter die frühere Heimat von Polizei und Notariat, sind bereits dem Erdboden gleichgemacht. Derzeit rücken die Bagger dem einstigen Wepamat-Verwaltungsgebäude zu Leibe. An deren Stelle soll Mitte nächsten Jahres mit dem Bau eines zweiteiligen, durch eine Art Gelenk verbundenen, Gebäudes begonnen werden. Wie die Vorstände der Kreisbaugenossenschaft, Bernd Weiler und Georg Hörmann, erklärten, wird das insgesamt 360 Quadratmeter große Erdgeschoss Dienstleistern vorbehalten sein. Neben Ärzten oder Physiotherapeuten ist auch der Einzug von Geschäften denkbar. „In Weilheim fehlt beispielsweise ein Reformhaus“, so Hörmann. In den oberen Stockwerken sollen Wohnungen entstehen. Spatenstich für ein weiteres, von der Kreisbau konzipiertes Wohnhaus an der Boslerstraße könnte bereits Ende dieses Jahres sein. „Weil wir eine Tiefgarage mit 30 Stellplätzen bauen, bekommen wir einen autofreien Innenhof“, führte Hörmann als Pluspunkt der innenstadtnahen Bebauung an.

Die der Feuerwehr zugewandte Seite des Geländes ist für Blechkarossen hingegen ausdrücklich reserviert. Dort entstehen 65 Parkplätze für Rettungskräfte und weitere öffentliche Stellflächen.

Die Pläne für den Riegelbau an der Oberen Grabenstraße sorgten im Ratsrund für gewisse Skepsis. Unter anderem forderte Bernd Kautter, das „futuristisch“ anmutende Projekt solle der Umgebungsbebauung besser angepasst werden. Dagegen appellierte Stadtbaumeister Jens Hofmann an die Stadträte, sich moderner Architektur zu öffnen. „Wir sollten froh sein, dass wir einen Investor aus der Gegend gefunden haben“, argumentierte Stadträtin Gerda Schrägle.

Das Ratsgremium segnete den fortentwickelten Bebauungsplanentwurf „Hinter der Stadt“ ab und stimmte der Erweiterung des Geltungsbereichs auf die Grundstücke Obere Grabenstraße 18, 20 und 20/1 zu.