Jazzband der Thelma Yellin High School of the Arts aus Givatayim im Club Bastion
Musik als Sprache ohne Grenzen

Kirchheim. Die Jazzband der Thelma Yellin High School of the Arts aus Givatayim, Israel, gab im Rahmen der Schulpartnerschaft mit der Jakob-Friedrich-Schöllkopf-Schule 


Renate Schattel

ein Gastspiel in der Bastion. Das Ensemble aus acht Instrumentalisten und zwei Sängerinnen brannte unter dem Namen „The Tentet“ ein Feuerwerk funkiger und rockiger Jazz-Arrangements ab, brillierte mit hinreißenden Soli und organischem Zusammenspiel und riss das Publikum zu Begeisterungsstürmen hin.

Traditionelle jüdische Folklorelieder hatten Udi und Ron in Jazz-Formationen verarbeitet, die Fröhlichkeit ausstrahlten, aber auch melancholisch daherkamen. Pola und Sevan präsentierten die Songs über die Liebe, den Glauben und Gott mit akkuraten und gefühlvollen Stimmen in hebräischer Sprache. Grenzübergreifender World Jazz erreichte die Kirchheimer Bastion mit Titeln wie „Song of the Yakin Tone“ oder „Yad anugon“, in denen die Band ihr handwerklich perfektes Können zeigte und mit einfallsreichen Einzeldarbietungen

erstaunen ließen. Ailam konnte mit seinem Walking-Bass die Band souverän zusammenhalten und bildete mit Schlagzeuger Tal „the best of basic“. Udi am Keybord fegte als Meister seines Instruments über die Tasten, und Tomel an der Gitarre lieferte stimmige und witzige Einlagen. Trompeter Ron bewies die integrierende Kraft des Bandleaders, Roe spielte die Posaune leicht und kontrastreich und Ori und Ofri spürten an den Saxofonen kreative Klangkombinationen auf.

Man merkte dem Ensemble an, dass es nicht zum ersten Mal auftrat. Routiniert wechselten kraftvolle Orchesterklänge mit gekonnten Stimmensoli ab. Musikalische Intelligenz hatten die beiden Arrangeure Udi und Ron stilsicher umgesetzt und zu farbigen Klangreihen verarbeitet. Man empfand bei jedem Set den Zusammenhalt, konnte das sensible aufeinander Eingehen mitverfolgen und lauschte fasziniert den musikalischen Geschichten, die eindringlich erzählt wurden. Und man verstand, auch wenn man Hebräisch nicht verstand, weil leidenschaftlich gespielte Musik die Sprache ohne Grenzen ist.

Titel wie „Kishe or Dolek“, „Shalom“ oder „The tembel Song“ ließen aufhorchen und machten bewusst, welche Professionalität die jungen Leute mitbrachten. Zu Recht durften die zehn Ausnahmemusiker als Repräsentanten Israels am Israeltag auf dem Stuttgarter Schlossplatz spielen. Dies war der Anlass des Besuches. Der Israeltag ist der Jahrestag der Staatsgründung Israels, der heuer zum 63. Mal begangen wird. Im Rahmen der Schulpartnerschaft trat „The Tentet“ zusammen mit der Schulband „Imperium“ der Jakob-Friedrich-Schöllkopf-Schule auf dem Stuttgarter Schlossplatz auf. Eine beeindruckende musikalische Begegnung, die Hoffnung macht.