Dettingen. „Große Gemeinschaften funktionieren nur, wenn sich viele einbringen“, sagte Kreisverbandsvorsitzender Rolf Siebert bei der Hauptversammlung der Bereitschaft des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) Weilheim. Damit machte er Mut für ein anstehendes Großprojekt: Denn der Bau der neuen Garage für die Einsatzfahrzeuge der DRK-Bereitschaft Weilheim wirft schon seit 2010 seine Schatten voraus. Mit einer erfolgreichen Umsetzung wäre die Zukunft der Bereitschaft für die nächsten Jahrzehnte gesichert.
Das vergangene Jahr brachte die Bereitschaft des DRK Weilheim in vielen Bereichen an ihre Belastungsgrenze. „Insgesamt leisteten unsere Mitglieder im Jahr 2010 mehr als 7 500 Dienststunden“, informierte Bereitschaftsleiter Andreas Schober. Darunter waren zwei Altkleidersammlungen, sechs Blutspendeaktionen, Sanitätsdienste, Erste-Hilfe-Kurse und alle größeren Festveranstaltungen im Verwaltungsraum Weilheim.
Das Jahr 2010 war von einem Highlight geprägt: dem Gewinn des Ehrenamtspreises „Starke Helfer“, den der Teckbote und die Kreissparkasse Esslingen-Nürtingen alljährlich ausloben. Dieser Ehrung folgten zwei weitere Ehrungen: für den Einsatz bei einem Brand eines Seniorenheims in Holzmaden und beim Zehntweintrunk der Stadt Weilheim.
Seit 2010 verfügt die DRK-Bereitschaft Weilheim über zwei neue Fahrzeuge: ein „Allroundfahrzeug“ und ein Ersatz für den „Vier-Trage-Wagen“. Für die Bewältigung der vielfältigen Aufgaben hat die Bereitschaft einen „Lastensegler“ beschafft. Dieses „neue“ Fahrzeug soll die Lücke für das Jugendrotkreuz als Personentransporter und für die Bereitschaft als Materialtransporter für Blutspende, Schrott- und Altkleidersammlung schließen. Nach langer Suche wurde ein gebrauchter Ford Transit gefunden. Das Fahrzeug ist mit Notfallmaterial ausgestattet, erhält aber keine Signalanlage, da es nicht für Einsätze vorgesehen ist.
Der alte „Vier-Trage-Wagen“ (KTW-4), den die Bereitschaft für Einsätze im Rahmen des Katastrophenschutzes und für Großeinsätze bekommen hatte, wurde nach 28 Dienstjahren durch einen modernen Notfall-Krankentransportwagen (N-KTW) ersetzt. Der Fahrzeugstandort bleibt Neidlingen. Dort ist der Notfall-KTW auch für die „Helfer-vor-Ort-Einsätze“ eingesetzt. Das Fahrzeug wurde mit zusätzlichem Material aufgestockt und könnte als Rettungswagen eingesetzt werden. Der Notfall-KTW ist der Einsatzeinheit drei des Landkreises Esslingen zugeordnet und wird ebenfalls in der Schnelleinsatzgruppe Teck eingesetzt.
Außerdem wurden im vergangenen Jahr diverse Übungen durchgeführt, wie beispielsweise ein simuliertes S-Bahn-Unglück. Diese große Übung wurde in Zusammenarbeit mit der Feuerwehr Wendlingen umgesetzt.
Den Löwenanteil der Einsätze leisteten mit 388 Einsätzen die „Helfer vor Ort“ der Bereitschaft Weilheim. Dazu zählte auch der Einsatz beim „Schneechaos“ auf der A 8 im Frühjahr 2010, bei dem im Stau stehende Menschen mit Decken und warmen Getränken versorgt wurden.
2010 gab es aber auch einige kleinere Jubiläen zu feiern. So wurde der 2 500. „Helfer-vor-Ort-Einsatz“ absolviert und der 1 000. Einsatz mit dem „Helfer-vor-Ort-Einsatzfahrzeug“ gefahren. Dass die vielen Einsätze an diesem Einsatzfahrzeug nicht spurlos vorüber gehen, bereitet der Bereitschaftsleitung etwas Sorge.
Bei der Hauptversammlung wurden zahlreiche Mitglieder für langjährige treue Mitgliedschaften geehrt. Für 25 Jahre Mitgliedschaft wurden Thorsten Bruhi, Michaela Böhm-Kling, Susanne Kehm, Stefan Kehm und Ralph Stephan aus Holzmaden sowie Andreas Schober und Steffen Stegherr aus Weilheim geehrt. Für 50 Jahre Mitgliedschaft wurden Hannelore Stiefelmeyer aus Bissingen, Manfred Frasch und Anneliese Weber aus Weilheim geehrt. Besonders hervorzuheben sind die Ehrung für 60 Jahre Mitgliedschaft von Josef Janka aus Nabern sowie Erwin Hepperle und Erich Schlayer aus Ohmden. Alle drei Mitglieder erhielten eine Urkunde, die der DRK-Bundespräsident Dr. Rudolf Seiters unterschrieben hatte, mit einem persönlichen Glückwunschschreiben überreicht.ms
