A8 Aichelberg
A8 wegen eines brennenden Sattelschleppers gesperrt

Ein Großbrand hat am Freitagmorgen für einen stundenlangen Feuerwehreinsatz und massive Verkehrsbehinderungen auf der A8 gesorgt.

Foto: SDMG / Woelfl
Foto: SDMG / Woelfl

Gegen 9.13 Uhr wurde die Feuerwehr Gruibingen auf die Autobahn zwischen Gruibingen und Aichelberg alarmiert. Dort stand ein Tanklastzug bereits beim Eintreffen der ersten Einsatzkräfte in voller Ausdehnung in Flammen.

Schon nach wenigen Minuten war klar, dass es sich um einen Großeinsatz handeln würde. Das Feuer hatte bereits auf die angrenzende Böschung übergegriffen und breitete sich aufgrund der starken Hitze weiter aus. Aufgrund der dynamischen Einsatzlage wurden umgehend zahlreiche weitere Feuerwehren und Einsatzkräfte nachalarmiert. Die Rauchwolke war kilometerweit zu erkennen und sogar im benachbarten Landkreis deutlich sichtbar.

Insgesamt waren 96 Einsatzkräfte mit 20 Fahrzeugen im Einsatz. Unterstützt wurden die Feuerwehren aus dem Landkreis Göppingen von Kräften aus dem benachbarten Landkreis Esslingen. Die Zusammenarbeit über die Landkreisgrenzen hinweg funktionierte reibungslos und zeigte erneut, wie wichtig die enge Abstimmung der Einsatzkräfte bei Großschadenslagen ist.

Der Tanklastzug, eine polnische Zugmaschine, war mit 25.000 Litern Speiseöl beladen. Der Fahrer wurde vorsorglich vom Rettungsdienst untersucht und medizinisch betreut. Nach ersten Erkenntnissen blieb er unverletzt.

Da zunächst unklar war, welcher Stoff sich im Tank befand, wurde vorsorglich die Werkfeuerwehr Zeller + Gmelin alarmiert. Damit sollte ausgeschlossen werden, dass sich gefährliche Stoffe oder Chemikalien an Bord befinden und bei Bedarf sofort Spezialmaßnahmen eingeleitet werden können.

Zur Bekämpfung des Böschungsbrandes setzte die Feuerwehr Weilheim spezielle Löschrucksäcke ein. Gleichzeitig wurde ein Pendelverkehr mit Feuerwehrfahrzeugen eingerichtet, um die Einsatzstelle dauerhaft mit Löschwasser zu versorgen.

An den umfangreichen Löscharbeiten beteiligt waren die Feuerwehren Gruibingen, Aichelberg, Bad Boll, Bad Ditzenbach, Wiesensteig, Ebersbach, Weilheim an der Teck und Kirchheim unter Teck sowie die Werkfeuerwehr Zeller + Gmelin. Ebenfalls vor Ort waren der Kreisbrandmeister, die Autobahnmeisterei sowie das Forstamt, die den Einsatz unterstützten und die notwendigen Maßnahmen in ihren jeweiligen Zuständigkeitsbereichen koordinierten.

Für die umfangreichen Löscharbeiten musste die A8 zeitweise in beide Fahrtrichtungen vollständig gesperrt werden. Nachdem der Brand unter Kontrolle gebracht worden war, konnte die Gegenfahrbahn wieder für den Verkehr freigegeben werden. In Fahrtrichtung Stuttgart besteht die Sperrung derzeit weiterhin. Dort wird aktuell eine Fahrspur geöffnet, um den Verkehr langsam abfliessen zu lassen. Zeitweise bildete sich ein Rückstau von bis zu 15 Kilometern.

Die hochsommerlichen Temperaturen von rund 34 Grad stellten die Einsatzkräfte zusätzlich vor enorme Herausforderungen. Besonders Feuerwehrleute unter Atemschutz waren einer extremen körperlichen Belastung ausgesetzt. Um die im Stau wartenden Verkehrsteilnehmer zu unterstützen, verteilte die Feuerwehr Wiesensteig Trinkwasser an die Autofahrer.

Der ausgebrannte Tanklastzug soll im weiteren Verlauf auf einen Parkplatz gebracht werden. Dort wird die Ladung in ein anderes Fahrzeug umgepumpt, damit die Bergungsarbeiten den Verkehr auf der Autobahn nicht länger als notwendig beeinträchtigen. Nach derzeitiger Einschätzung werden die Arbeiten noch mehrere Stunden andauern.

Wie es zu dem Brand kommen konnte, ist derzeit noch unklar. Die Polizei hat die Ermittlungen zur Brandursache aufgenommen. Auch die Höhe des entstandenen Sachschadens ist bislang nicht bekannt und wird derzeit ermittelt.

Bereits am Montag hatte es auf demselben Streckenabschnitt einen größeren Feuerwehreinsatz mit einem Lastwagen gegeben. Der Brand am Freitag ist damit bereits der zweite Lkw-Großeinsatz innerhalb einer Woche auf diesem Abschnitt der A8. sdmg